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Lokales Leipziger Chorleiter gibt Amt nach 44 Jahren ab
Leipzig Lokales Leipziger Chorleiter gibt Amt nach 44 Jahren ab
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15:31 16.09.2019
Chorleiter Detlef Schneider vom Männerchor Leipzig-Nord gibt nach 44 Jahren sein Amt ab. Quelle: Christian Modla
Leipzig

Zu seinem 80. Geburtstag sieht man Detlef Schneider sein Alter nicht unbedingt an. Er sagt, die emotionale Bindung an seinen Chor habe ihn jung gehalten. Denn die guten musikalischen Ergebnisse, die er mit dem Männerchor Leipzig-Nord hervorgebracht hat, haben immer Lust auf mehr gemacht.

Mehr als die Hälfte seines Lebens hat er beim Männerchor verbracht. 44 Jahre ist er schon dabei. Wo alles mal als reiner Vertretungsjob angefangen hat, hat sich eine lebenslange Verbundenheit entwickelt. Dabei ist Schneider noch nicht mal ausgebildeter Musiker. Der gebürtige Dresdner ist 1957 für das Physikstudium nach Leipzig gezogen. Obwohl er auch in seiner Heimatstadt studieren konnte, hatte er sich bewusst an der Uni Leipzig beworben, weil er unbedingt beim hiesigen Universitätschor mitsingen wollte.

Gesang als Ausgleich zum Studium und Beruf

„Physik und Musik waren für mich schon immer eine Symbiose“, sagt er. Trotz des anspruchsvollen Studiums nahm sich Schneider immer die Zeit für den Chor. Singen war der Ausgleich zur Physik. Während seines dritten Studienjahres spielte er sogar mal mit dem Gedanken, die Studienrichtung zu wechseln und sich ganz der Musik zu widmen. Heute ist er froh, sich dagegen entschieden zu haben. „Weil ich Musik immer machen durfte und nie musste“, begründet er seine Entscheidung.

Nun gibt er nach 44 Jahren als Dirigent des Chors sein Amt auf. „Das ist einfach eine Frage der Kraft“, so Schneider. Neben den wöchentlichen Proben und den etwa 15 Konzerten im Jahr zehren besonders die Probewochenenden, die zweimal jährlich stattfinden, an seinen Kräften. Der Chor probt an einem solchen Wochenende gleich mehrere Stunden am Stück. „Ich kann beim Dirigieren nicht sitzen und stehe meistens. Nach so vielen Stunden bin ich dann doch etwas angeschlagen.“

Nachfolgerin schon gefunden

Seine Nachfolge übernimmt eine Frau. „Das ist gar nicht mal so unüblich“, sagt Schneider. Der Männerchor Leipzig-Nord stehe in Kontakt mit einem Potsdamer Männerchor, der auch von einer Frau dirigiert wird. Seine Wunschnachfolgerin, Steffi Gerber, ist Musiklehrerin an der Waldorfschule und hat schon zweieinhalb Jahre lang den Männerchor in Eula geleitet.

Und auch wenn er nicht mehr vorne steht, mitsingen will er weiterhin. „Es würde mir ungeheuerlich fehlen. Wenn man das ein Leben lang macht, kann man es nicht so einfach aufgeben“, erklärt er. Schon als Kind sang Schneider im Dresdner Kreuzchor. Nach knapp 72 Jahren habe die Qualität seiner Stimme zwar deutlich nachgelassen, aber er versuche das mit verschiedenen Techniken zu überwinden. „Und wenn ich eben merke, dass ich Töne nicht mehr richtig treffe, dann bin ich einfach ruhig.“

Zum Abschied gab es am Sonntag im Völkerschlachtdenkmal noch ein Konzert. „Das ist eine Tradition bei uns. Wir singen jedes Jahr zweimal im Völkerschlachtdenkmal.“

Von Elena Boshkovska

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