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Lokales Leipziger Deich droht zu brechen - Feuerwehrchef will Überschwemmung verhindern
Leipzig Lokales Leipziger Deich droht zu brechen - Feuerwehrchef will Überschwemmung verhindern
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08:33 13.01.2011
Leipzig

Sickerwasser sei bereits ausgetreten. Bei einem Loch in der drei Meter hohen Schutzanlage seien die Stadtteile Leutzsch und Lindenau von Überschwemmungen bedroht.

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„Das werden wir verhindern“, sagte Stadtbranddirektor Karl-Heinz Schneider. Für die Anwohner gebe es trotz der angespannten Situation keinen Grund zum Pessimismus.

Seit Mittwochmorgen lässt die Talsperrenverwaltung am betroffenen Deichabschnitt auf einer Länge von 1270 Meter und einer Breite von fünf Metern an beiden Seiten die Bäume und Sträucher roden. So soll nach den Worten von Bobbe ein Deichverteidigungsstreifen entstehen. Der Wall werde mit Geotextilien und einem Schotter-Kies-Gemisch ausgelegt.

„Im Ernstfall kommen so die Helfer von Technischem Hilfswerk und Bundeswehr auch mit Technik voran“, erklärte der Leiter der Talsperrenverwaltung. Sandsäcke seien zum Schutz genug vorhanden. Allein aus dem Landesreservelager in Grimma könnten kurzfristig vier Millionen Stück angeliefert werden.

Notfalls müsse der Druck auf die Deiche gemindert werden, indem Wasser der Weißen Elster in den Zwenkauer See geleitet wird. "In Kleindalzig sind die dafür erforderlichen Sprenganlagen vorbereitet", so Bobbe. Derzeit sei die Flutung des Sees aber "nicht im Bereich des Greifbaren". Denn intern sei festgelegt, dass die Sprengung nur bei der Alarmstufe 4 erfolgt, die einer Hochwasserkatastrophe entspricht.

Der marode Zustand des Deiches ist den Behörden schon seit Jahren bekannt. Eine Sanierung sei zwar in der Planungsphase, scheiterte bisher aber am Veto von Naturschutzverbänden. Nun handele die Stadt nach Angaben von Umweltamtsleiterin Angelika Freifrau von Fritsch mit einer „Sofortunterhaltung zur Gefahrenabwehr“. Die Fachausschüsse im Stadtrat und Naturschützer wurden zwar informiert, hatten aber kein Vetorecht. Die Behördenchefin pocht dabei auf  das Wasserhaushaltsgesetz. Es schreibe die Deichverteidigungswege vor.

„Auf einer Fläche von 0,64 Hektar schlagen wir jetzt 650 Festmeter Holz“, berichtete der Leipziger Revierförster Martin Opitz. Bis Freitag will er mit 19 Mitarbeitern damit fertig sein.

„Bäume haben an einem Deich nichts zu suchen“, so Bobbe. Zu DDR-Zeiten sei die Anlage nicht unterhalten worden. Jetzt müsse der in den 1930er Jahren angelegte Wall Instand gesetzt werden.

Nach einer kurzen Wetterberuhigung, zieht am Mittwochabend ein weiteres Regengebiet aus westlicher Richtung heran. Wie der Deutsche Wetterdienst mitteilte, sind in Tieflagen fünf bis zehn Liter pro Quadratmeter Wasser, im Bergland bis 20 Liter pro Quadratmeter zu erwarten. Auch danach regnet es immer wieder, berichten die Meteorologen weiter, so dass bis Freitag insgesamt sogar 40 bis 50 Liter Regen möglich sind.

Leipzigs Umweltbürgermeister Heiko Rosenthal (Linke) rechnet deshalb in den nächsten Tagen erneut mit der höchsten Hochwasserwarnstufe für die Weiße Elster. Neben dem zu erwartenden Regen führe der Fluß auch abgelassenes Wasser aus den Talsperren Pirk und Pöhl.

Das Nahlewehr im Auwald bleibt deshalb weiter geöffnet. Die Flutung des Forstes hat nach Angaben von Stadtbranddirektor Schneider den Vorberechnung entsprochen und so die erhoffte Entlastung gebracht. Mit dem abgelassenen Wasser habe aber weiter der Flutungsgebiet gelegene Schlobachs Hof zu kämpfen. „Wir haben dort heute noch einmal mit einer großvolumigen Pumpe geholfen“, berichtete Schneider am Mittwoch.

[gallery:500-744545155001-LVZ] Freifrau von Fritsch will wegen des überfluteten Reiterhofs keine Kritik an der Wehröffnung gelten lassen. „Wir haben die Besitzer ein Tag vor der Öffnung informiert“, sagte sie. Sie schränkte aber auch ein, das Wehr sei erstmals seit seinem Bau vor mehr als 50 Jahren gezogen worden. Die genaue Ausbreitung und die Fließgeschwindigkeit des Wassers sei deshalb nicht bekannt gewesen. Zu keiner Zeit habe Gefahr für Leib und Leben bestanden, so die Umweltamtschefin.

Helfen musste die Feuerwehr am Mittwoch auch in Gundorf. Dort konnte die Alte Luppe das Schmelzwasser aus Burghausen nicht mehr aufnehmen. Schneider zufolge haben seine Kollegen deshalb den Gundorfer Weiher um 30 Zentimeter abgesenkt und das ankommende Wasser dorthin umgeleitet.

Anwohner aus dem Leipziger Westen können an ihren Häusern auch selbst Vorsorge treffen. Gefüllte Sandsäcke werden dafür an der Hauptfeuerwache am Goerdelerring 7 kostenlos verteilt. In Böhlitz-Ehrenberg war am Dienstag die Ausgabestelle im Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr geschlossen worden. Als Grund nannte die Stadtverwaltung den geringen Bedarf.

Matthias Roth/Matthias Puppe/Andreas Tapppert

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