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Lokales Leipziger „Denkmal der 53“ wird saniert
Leipzig Lokales Leipziger „Denkmal der 53“ wird saniert
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21:01 18.10.2019
Auch die Namen der Ermordeten sollen wieder lesbar gemacht werden (Archivbild).
Auch die Namen der Ermordeten sollen wieder lesbar gemacht werden (Archivbild). Quelle: André Kempner
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Leipzig

In Leipzig-Lindenthal wird von Montag an ein Denkmal für NS-Opfer saniert. Unter anderem würden die Stelen vom „Denkmal der 53“ gereinigt, um die Namen der Opfer wieder besser lesbar zu machen, teilte das Leipziger Kulturamt am Freitag mit. Auch Wege sollen verbessert werden. Die Kosten werden auf rund 60.000 Euro beziffert.

Das „Denkmal der 53“ erinnert an Häftlinge des Leipziger Polizeigefängnisses, die kurz vor Kriegsende am 12. April 1945 am Südrand des Tannenwaldes in Lindenthal ohne Gerichtsurteil getötet wurden. Anlass für die Sanierung ist der 75. Jahrestag der Ermordung der 53 Häftlinge durch die Nationalsozialisten im nächsten Jahr.

Politische Häftlinge und Zwangsarbeiter

Künftig soll eine Informationstafel die Geschichte des Ortes näher erläutern. Die Häftlinge aus verschiedenen Nationen, darunter Russen, Deutsche, Polen und Franzosen, wurden den Angaben zufolge erschossen und verscharrt. Größtenteils seien es politische Häftlinge und Zwangsarbeiter gewesen, unter ihnen die beiden Widerstandskämpfer Alfred Kästner und Paul Küstner.

Die 53 Leichen seien exhumiert und unter großer Anteilnahme der Bevölkerung am 5. Mai 1945 auf dem Friedhof von Lindenthal in einem Reihengrab beigesetzt worden. Am 12. September 1954 wurde die Gedenkstätte eingeweiht und in den 1960er Jahren umgestaltet.

Von LVZ