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Lokales Leipziger Elefantenbaby an der frischen Luft – Zoo erwartet weiteren Nachwuchs
Leipzig Lokales Leipziger Elefantenbaby an der frischen Luft – Zoo erwartet weiteren Nachwuchs
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20:04 22.03.2019
Der kleine Elefant der im Januar 2019 im Leipziger Zoo das Licht der Welt entdeckt hatte, zeigte sich am 22. März 2019 das erste Mal der Öffentlichkeit. Quelle: Dirk Knofe
Leipzig

„Ist der süß!“ – „Und so klein!“ – „Und er hat so viele Haare!“ Ein Jauchzen ging durch die Zuschauermenge, als der Leipziger Zoo am Freitag erstmals seinen neuen Minifanten der Öffentlichkeit präsentierte. Begleitet von drei Pflegern sowie den Tanten Rani (9) und Don Chung (36) betrat der zwei Monate junge Bulle gegen 14.10 Uhr die Freianlage vor dem nach wie vor geschlossenen Elefantentempel.

Hunderte Zuschauer und ein größeres Medienaufgebot beobachteten, wie der Kleine quietschfidel das Gelände bis zum Wassergraben erkundete. Dazu sprach Zoochef Jörg Junhold über eine Lautsprecheranlage zum Stand der Dinge rings um die so schwierige Geburt am 25. Januar 2019. Hier die wichtigsten Neuigkeiten:

Das im Januar geborene Elefantenjungtier im Leipziger Zoo zeigte sich am 22. März 2019 erstmals der Öffentlichkeit.

Gewicht: Ein leichter Gewichtsverlust in den ersten Wochen ist völlig normal. Bei dem Kalb der aus Vietnam stammenden Hoa (33) ging es von 108 Kilo zur Geburt aber bis runter auf 98. „Inzwischen macht er Fortschritte, hat mit 105 Kilo aber noch nicht wieder sein Geburtsgewicht erreicht“, erläuterte Junhold. „20 Kilo mehr wären besser.

Ersatzmilch: Alle Hoffnungen auf ein gutes Mutter-Kind-Verhältnis haben sich zerschlagen. Vor einer Woche musste die Ernährung des Mini-Bullen ganz auf Ersatzmilch umgestellt werden, weil Hoa keine Muttermilch mehr produziert. Zoo-Tierarzt Andreas Bernhard erklärte das unter anderem damit, dass Hoa den Kleinen nicht als ihr Kind angenommen habe. Bei afrikanischen Elefanten gelte der Einsatz von Ersatzmilch als unproblematisch, leider nicht so bei asiatischen, ergänzte Junhold: „Wir hoffen, dass das Trinken der wertvollen Kolostralmilch bei Hoa in den ersten Tagen als Grundlage für eine gesunde Entwicklung ausreichend ist.“

Tanten: „Das Oberziel aller unserer Anstrengungen ist eine sozial intakte Elefantenherde“, erklärte der Zoo-Direktor. „Dazu gehören auch Jungtiere“, sagte er auf die Frage, weshalb Hoa trotz fortgeschrittenen Alters und zwei gescheiterter Geburten noch mal zum Züchten eingesetzt wurde. Aus Sicherheitsgründen lebe Hoa nun getrennt von dem Kalb: gemeinsam mit Elefantenkuh Trinh (36) in einem anderen Teil der Anlage. Dort besuchen sie täglich auch Rani und Don Chung, die ansonsten als „Tanten“ bei dem derzeit noch namenlosen Minifanten leben. „Die erfahrene Don Chung pflegt dabei einen souveränen Umgang, hingegen ist die junge Rani etwas schreckhaft – vor allem, weil sie auf dem linken Auge blind ist.“

Nabelbruch: Beim Minifanten wurde ein Nabelbruch (Öffnung in der Bauchdecke) entdeckt, was aber nicht von einer Verletzung herrühre. „Er muss in einigen Wochen unter Vollnarkose operiert werden“, so der Tierarzt. Aktuell wäre so eine OP für „Von-Hoa“ – wie die Pfleger vorläufig zu dem Kleinen sagen – zu anstrengend. „Im Moment geht es dem Kleinen prima, aber wir können nicht sicher sagen, ob wir ihn wirklich durchbringen“, sagte Junhold. Die Frage nach einem eigenen Namen für „Von-Hoa“ stelle sich frühestens nach der OP.

JETZT LIVE BEI UNS: Töröö! Der kleine Sorgenrüssel im Zoo Leipzig präsentiert sich heute zum ersten Mal den neugierigen Blicken der Besucher. ❤️

Gepostet von LVZ Leipziger Volkszeitung am Freitag, 22. März 2019

Besuchszeiten: Auch noch so kleine Elefanten brauchen UV-Licht zur Vitaminproduktion und für ihre Fitness frische Luft und Bewegung. Deshalb wird „Von-Hoa“ bei schönem Wetter, guter Gesundheits- und Herdensituation in den nächsten Tagen und Wochen weitere Sonnenbäder auf der Freianlage nehmen – aber nicht jeden Tag. Die exakten Zeiten werden an Infotafeln – auch im Zoo-Kassenbereich – bekannt gegeben.

Mehr Nachwuchs: Einen Knüller verkündete Junhold zum Schluss: Auch die junge Rani ist seit etwa einem Jahr trächtig. Den nächsten Elefanten-Nachwuchs erwarte der Zoo 2020. Auch deshalb werde Rani derzeit an das Jungtier herangeführt: Sie solle den Umgang mit einem Baby kennenlernen. Rani kam 2009 im Hamburger Tierpark Hagenbeck als Tochter des indischen Wildfangs Thura zur Welt. 2014 zogen beide nach Leipzig um. Vater wäre der 2002 von Mutter Thrin in Leipzig geborene Jungbulle Voi Nam.

Von Jens Rometsch/Christian Neffe

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