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Lokales Leipziger Experte rät bei Interaktionen von Haustechnik mit Multi-Media-Geräten zur Vorsicht
Leipzig Lokales Leipziger Experte rät bei Interaktionen von Haustechnik mit Multi-Media-Geräten zur Vorsicht
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11:43 02.11.2018
 Sind intelligente Häuser die Zukunft? Quelle: dpa
Leipzig

Das geschieht in der Regel durch bidirektionale Funkstandards wie WLAN oder Bluetooth, durch die diese Geräte befähigt sind, Informationen sowohl zu empfangen als auch zu senden. Dadurch können sie mit dem Nutzer als auch untereinander kommunizieren. Die zweite Neuerung sind Smartphones und Tablets, die dank ausgereifter Software als Fernbedienung für das komplette Haus dienen. Heizungen, Kühlschränke, Kameras, Musikanlagen, Türschlösser oder Garagentore lassen sich so steuern.

Ferngesteuerte Sicherheit?

Digitale Hausautomation ist für Jedermann mit einem Smartphone oder Tablet machbar. Von der Nutzung der Smartphones und Smartphone-Apps leitet sich auch der Name „Smart Home“ ab. Viele Anbieter erklären nun ihren Kunden, dass diese Smart-Home-Lösungen auch zur Einbruchsprävention sinnvoll sind. Kein falscher Ansatz: Alle zwei Minuten wird in Deutschland in ein Haus oder in eine Wohnung eingebrochen. Der durchschnittliche Schaden pro Fall beträgt laut Deutscher Versicherungswirtschaft knapp 3500 Euro – vom entstandenen emotionalen Schaden und dem Unsicherheitsgefühl ganz abgesehen. Die neue, intelligente Sicherheitstechnik kann besonders die sensiblen Bereiche wie Fenster und Türen schützen. Denn dort steigen die Einbrecher meistens in die fremden Wohnungen ein. Diese Zugänge sind einfach in vielen Fällen zu schlecht geschützt. Hier kommen die Smart-Home-Systeme ins Spiel. Mit Bewegungsmeldern, Kameras, Lichtgebern und Alarmsystemen rüsten die Deutschen gegen den unerwünschten Besuch der Diebesbanden auf. Bequem ferngesteuert per Smartphone.

Digitale Eindringlinge

„Doch wo Daten in Netzwerken unterwegs sind, per Internet gesendet und empfangen werden, bieten sich neue Einfallstore für digitale Eindringlinge“, warnt Christoph Klemm, Geschäftsführer des Leipziger Start-ups Eigenheim-Manager.de. „Smart-Home-Anwendungen müssen fachgerecht eingerichtet und abgesichert werden, sonst stehen diese Einfallstore sperrangelweit offen – meist unbemerkt vom Nutzer“. Regelmäßige Software-Updates und die Kontrolle der Funktion und Sicherheit sollten daher vom Nutzer selbst durchführbar und von den Herstellern unterstützt sein. Hinzu kommt ein babylonisches Sprach-Wirrwarr. Die Hersteller nutzen oft nur eines der knapp 20 unterschiedlichen Protokolle für den Austausch zwischen den Geräten. Jedes System plappert in seiner eigenen Sprache vor sich hin. Bei Thermostaten an den Heizkörpern bleibt es dann im Fall der Fälle sehr kalt in der Wohnung - oder es wird sehr warm.

Kritischer wird es zum Beispiel bei smarten Türschloss-Systemen. „Hat es hier jemand auf mich abgesehen, kann er sich in schlecht installierte Systeme hacken. Im schlimmsten Fall öffnet dieser Smart-Täter dann Wohnung oder Haus mit seinem Mobiltelefon und der vom Nutzer gewünschte Alarm bleibt aus“, skizziert Klemm ein Szenario. Andere Eindringlinge wollen gar nicht persönlich vorbeischauen, ihnen genüge der Zugang zum Heimnetzwerk, um sich private oder berufliche Digitaldaten von Computern oder Festplatten zu verschaffen oder die installierte Technik zu kapern, um sie als Teil eines Botnetzes für Angriffe auf andere Systeme zu missbrauchen.

Was passiert mit den Daten?

Eine grundsätzliche Problematik haben auch sicher installierte Smart-Home-Systeme. Es entsteht einfach eine Unmenge an Daten: „Was aber passiert mit meinen Daten, wo gehen sie hin? Diese wichtige Frage stellen sich die wenigsten Nutzer“, so der Geschäftsführer des Leipziger Home-Monitoring-Start-ups. „Wer liest sich wirklich das Kleingedruckte in den Nutzungsbedingungen durch? Wer weiß wirklich, welchen Bedingungen er bei der Systeminstallation zustimmt?“ fragt der Daten-Spezialist. „Letztendlich muss der Nutzer selbst entscheiden, welche Art und welche Menge an Daten er tatsächlich an die Hersteller preisgeben will“, meint Christoph Klemm. Der Nutzer muss sich zudem fragen, welche Aufgaben er an eine Software abgeben will. Soll das smarte System Musik in allen Räumen abspielen oder für die Sicherheit meiner Familie sorgen? Das entscheide über die Art und Menge der Daten, die gesendet und empfangen werden. „Entscheidet er sich nicht, regelt es jemand für den Nutzer. Das ist dann der Hersteller – und der greift meist regelmäßig und reichlich bei den Daten zu“.

EU-Server bieten mehr Sicherheit

Klemm empfiehlt daher, Geräte und Lösungen von europäischen Herstellern zu suchen, da diese in der Mehrheit strengen Datenschutzrichtlinien folgen und ihre Server auch innerhalb der EU betreiben. Ein weiterer Grund, auf Produkte aus Übersee zu verzichten, sei die schleppende Reaktion auf entdeckte Sicherheitslücken und die Versorgung mit Updates. Um aber gleich wieder wegen anderer Mängel zu relativieren: „Selbst große deutsche Telekommunikations-Anbieter verkaufen ihren Kunden Geräte und Lösungen, die sich anfälliger Kommunikationsprotokolle bedienen. Mit dem zigBee-Standard, den viele dort angebotene Geräte benutzen, gibt es regelmäßig Probleme“, erläutert der Smart-Home-Experte.

Das alles ist ja nur ein Nischenproblem, könnte man beim Blick auf die nackten Zahlen denken: Der Marktanteil von Smart-Home-Systemen wird im Jahr 2020 laut Analysen der Industrie bei nur sechs Prozent der deutschen Haushalte liegen. Wie schnell sich das jedoch ändern kann, zeigt eine andere Ziffer. Vor etwa zehn Jahren gab es so gut wie keine Smartphones auf dem deutschen Massenmarkt. Heute nutzen hierzulande laut Branchenverband Bitkom mehr als 54 Millionen ein modernes Mobiltelefon.

Von Frank Schmiedel

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