Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Lokales Leipziger „Fahrradgate“: Ermittler entlastet Wöller und Polizei
Leipzig Lokales

Leipziger „Fahrradgate“: Ermittler entlastet Wöller und Polizei

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:15 23.11.2020
Torsten Schultze, Präsident der Polizeidirektion Leipzig (l.), Roland Wöller (CDU), Innenminister von Sachsen (M.), und Landespolizeipräsident Horst Kretzschmar im Juni 2020 bei einer Pressekonferenz zum rechtswidrigen Verkauf sichergestellter Fahrräder in der Polizeidirektion Leipzig.
Torsten Schultze, Präsident der Polizeidirektion Leipzig (l.), Roland Wöller (CDU), Innenminister von Sachsen (M.), und Landespolizeipräsident Horst Kretzschmar im Juni 2020 bei einer Pressekonferenz zum rechtswidrigen Verkauf sichergestellter Fahrräder in der Polizeidirektion Leipzig. Quelle: Robert Michael/dpa-Zentralbild/d
Anzeige
Leipzig

Im Falle des sogenannten Leipziger „Fahrradgates“ sieht der zuständige Ermittler Klaus Fleischmann, von 2005 bis 2007 sächsischer Landespolizeipräsident und anschließend bis 2017 Generalstaatsanwalt, keine Anzeichen für ein kriminelles Netzwerk innerhalb der Leipziger Polizei. Das berichtete die „Freie Presse“ aus Chemnitz am Montagabend unter Berufung auf den Abschlussbericht Fleischmanns.

Demnach wären die illegalen Verkäufe der Fahrräder bei einer Kontrolle schnell aufgefallen – die räumliche Distanz zwischen der zuständigen Fachaufsicht der Polizeidirektion (PD) Leipzig und der am Stadtrand gelegenen Asservatenkammer sei jedoch schlicht zu groß gewesen. Zudem soll das Personal überfordert und die Kammer überfüllt gewesen sein. Fleischmann sei überzeugt, die Führung der PD Leipzig habe nichts von den widerrechtlichen Verkäufen der Fahrräder gewusst, schreibt die „Freie Presse“.

Auch weise Fleischmann Kritik an Sachsens Innenminister Roland Wöller (CDU) zurück, wonach dieser versucht haben soll, den Skandal zu vertuschen. Die Brisanz des Falles sei für Wöller nicht erkennbar gewesen.

In dem Fall geht es um zahlreiche gestohlene Fahrräder, die in der Asservatenkammer der PD Leipzig aufbewahrt und durch eine Polizistin zwischen 2015 und 2018 illegal zu Schnäppchenpreisen verkauft worden sein sollen. Bei ihren Kunden soll es sich vor allem um Kollegen gehandelt haben.

Von CN