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Lokales Leipziger Forscher klärt über Fettleibigkeit auf
Leipzig Lokales Leipziger Forscher klärt über Fettleibigkeit auf
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22:52 15.08.2018
Die ursachen für Adipositas sind vielfältig und nicht leicht zu bekämpfen. (Archiv) Quelle: dpa
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Leipzig

Adipositas ist eine anerkannte Krankheit über, die es viele Gerüchte gibt und die Forscher immer noch vor Rätsel stellt. Das sagt Matthias Blüher, Leiter der Adipositas-Ambulanz an der Leipziger Uniklinik. In einer Mitteilung der Universität klärt der Ernährungswissenschaftler mit einigen Mythen auf.

Dabei ging es zum Beispiel um die spezielle Ernährung im Sommer, über die viel Irrglauben besteht. Ein Missverständis ist zum Beispiel, dass wir im Sommer weniger Essen müssen als im Winter, weil der Mensch weniger Energie verbraucht. Tatsächlich ist im Körperhaushalt aber genauso viel Energie nötig, um sich kühl zu halten, wie um sich aufzuwärmen – ähnlich wie bei Heizung und Klimaanlage.

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Der Eindruck könnte dadurch entstehen, dass viele Menschen im Sommer anders essen. Zum Beispiel nehmen sie, wie oft empfohlen, viel Obst zu sich. Doch trotz seines guten und vitaminreichen Rufes ist auch das nicht immer gesund. Damit zielt Blüher allerdings nicht auf die schlechte Wirkung von Zucker und Säure auf die Zähne ab: „Ein aktuelles Beispiel aus der Forschung zeigt, dass gerade die Fruktose, die wir verstärkt in Obst finden, einen ganz wesentlichen Beitrag bei der Entstehung der Fettleber leisten kann.“

Auch zuckerreduzierte Lebensmittel helfen nur wenig beim Abnehmen, so der Universitätsprofessor. Statt echtem Zucker werden Ersatzstoffe genutzt, die den Appetit anregen und so am Abnehmen hindern.

Dabei wären ein strenger Ernährungsplan und Sport ein gutes Mittel gegen Adipositas und Übergewicht, so die allgemeine Meinung. Das sei laut Blüher nur bedingt richtig: „Es ist sehr wahrscheinlich, dass unser Körper ein einmal erreichtes Gewicht hervorragend verteidigen kann. Hier greifen verschiedene Mechanismen ineinander, die dazu führen, dass der Körper immer wieder zu seinem maximal erreichten Gewicht zurück möchte.“ Das bedeutet, dass ein dauerhafter Ernährungswechsel nicht hilft. Der Körper reagiert darauf, indem er noch effektiver Nährstoffe einlagert und dadurch wieder das alte Gewicht erreicht. Die genauen Mechanismen dahinter sind allerdings noch nicht bekannt und deswegen auch schwer zu kontrollieren. Klar sei nur: Bewegung und Diät reichen allein nicht immer, um langfristig abzunehmen.

thiko