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Lokales Leipziger Gerda-Taro-Schule hilft Aids-Kranken in Afrika
Leipzig Lokales Leipziger Gerda-Taro-Schule hilft Aids-Kranken in Afrika
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07:01 10.12.2018
Fast 640 Euro für Afrika: Die Schüler der 7.und 8. Klassen der Gerda-Taro-Schule übergaben Christina Klein vom Verein Aids-Hilfe Malawi (2. von rechts) ihre Spende.
Fast 640 Euro für Afrika: Die Schüler der 7.und 8. Klassen der Gerda-Taro-Schule übergaben Christina Klein vom Verein Aids-Hilfe Malawi (2. von rechts) ihre Spende. Quelle: Foto: André Kempner
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Leipzig

Die Schüler der Gerda-Taro-Schule haben nicht nur Köpfchen, sondern auch Herz: Nur knapp musste sich die damaligen Klasse 6/2 am Jahresanfang geschlagen geben. „Die beste Klasse Deutschlands 2018“ kam aus Halle aus der Saale. Bei dem bundesweiten Quiz-Wettbewerb des Fernsehsenders Kika landeten die Leipziger Gymnasiasten auf dem dritten Platz. Doch auch dafür gab es etwas für die Klassenkasse, ein Teil kommt jetzt HIV-Infizierten und Aids-Kranken in einem der ärmsten Länder Afrika zugute.

„Wir wollte einen Teil von dem Geld, was wir gewonnen hatten, für den guten Zweck spenden“, sagt Annika, die wie die anderen mittlerweile in der 7/2 ist. „Die Mutter eines Schülers aus unserer Klasse hatte Kontakt zum Verein Aids-Hilfe Malawi. Torsten Klein, der Gründer, war dann bei uns und hat uns über das Projekt aufgeklärt“, ergänzt ihr Klassenkamerad Konstantin. Zusammen mit ihren Mitschülern konnten sie sich freuen, dass diese Idee von der ganzen Schule begeistert aufgenommen wurde. So wurden die Spendenboxen beim Schulfest im Sommer auch von den Eltern entdeckt. Mehr Spendengelder kamen dadurch zusammen.

Hilfe zur Selbsthilfe

Rund 640 Euro, die die auch beste Klasse Deutschlands am pädagogischen Tag vor Lehrern, Schüler- und Elternvertretern an Christina Klein übergeben konnte. Wie ihr Mann Torsten, der in Chemnitz als Kardiologe arbeitet, gehört die Leipziger Chirurgin zu den Gründungsmitgliedern des Vereins.

„Ich versuche Kinder immer wieder für unsere Arbeit zu begeistern, auch damit sie merken, dass wir hier auf einer Insel leben: Wir müssen nicht sehen, dass wir mit weniger als einem US-Dollar pro Tag zurecht kommen. Wir haben einen vollen Kühlschrank, ein super Schul- und Gesundheitssystem, während in Malawi noch Menschen verhungern“, beschreibt sie.

Ihren Förderverein, die Aids-Hilfe Malawi, gibt es seit 2007: Eine Tour mit der Familie quer durch Afrika und ein kaputtes Autoteil, dass sie länger an einem Ort festhielt, lieferten die Idee. Die Kleins besuchten damals Hilfsprojekte. Eine einfache Nachbarschaftshilfe, die sich mitten in der HIV-Epidemie in Ostafrika organisiert hatte, beeindruckte sie. Mit ähnlicher Hilfe wollten sie die Menschen unterstützen.

Kinder werden unterstützt

Im Dorf Chenyama, nahe Salima entstand eine Test- und Beratungsstation für HIV-Patienten. Mittlerweile unterstützt der Verein auch Pflegebedürftige. Fünf Pfleger betreuen 120 Menschen, die aufgrund der Folgen von Aids, aber auch aufgrund ihres Alters Hilfe bedürfen. Dafür sind sie auf Fahrrädern unterwegs. Aids traf vor allem junge Erwachsene, für deren Kinder oder Eltern entstand dadurch eine Versorgungslücke.

Das Geld von der Gerda-Taro-Schule soll nun den Jüngsten zugute kommen: Zum einen soll damit ein HIV-Club für betroffene Kinder und als Präventionsmaßnahme aufgebaut werden. Daneben soll der Spielplatz der Nursery des Vereins aufgebessert werden. Die Vorschule betreutet 150 Kinder, hauptsächlich HIV-infizierte Kinder, aber auch Aids-Waisen.

Von Manuel Niemann