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Lokales Leipziger Handelshochschule – Quelle der Einhörner
Leipzig Lokales Leipziger Handelshochschule – Quelle der Einhörner
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18:09 13.06.2019
Auf dem Podium im SpinLab in der Baumwollspinnerei v.l.n.r.: Hendrik Krawinkel  (Ioniq Group), Frank Tornau (Saxonia Network Systems GmbH), Christiane Seitz (Wundercurves), Stephan Stubner (Rektor HHL Leipzig) und Moderator Marc Beise (Süddeutsche Zeitung). Quelle: Klaus Staeubert
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Leipzig

Deutschlandweit gibt es knapp ein Dutzend so genannter Unicorns. Das sind junge innovative Unternehmen, die sich als StartUp gründeten und abseits der Börse mittlerweile eine Marktbewertung von mehr als einer Milliarde Dollar erreichen. Fünf dieser Einhörner, die wie Leuchttürme aus der riesigen Gründerlandschaft herausgewachsen sind, haben ihre Wurzeln in Leipzig: die Hotel-Suchmaschine Trivago, der Online-Versandhändler AboutYou, die Essen-Bestellplattform Delivery Hero, der Online-Gebrauchtwagenhändler Auto1 sowie Ioniq, eine Plattform für Finanz-, Versicherungs- und Gesundheitsdienstleistungen.

Die DNA der Handelshochschule

In all diesen Unternehmen liege die „DNA der HHL“, sagte der Rektor der Leipziger Handelshochschule (HHL), Stephan Stubner, am Mittwochabend bei einer Podiumsdiskussion im Rahmen der „Gipfelstürmer-Salons“ der Süddeutschen Zeitung. Entweder haben die Gründer an der HHL studiert oder sie nutzen deren Netzwerke. Hendrik Krawinkel ist Mitbegründer von Ioniq. „Wir haben es geschafft, das erste deutsche Digitalunternehmen zu gründen, das eine volle Banklizenz bekommen hat“, sagte er. Das Konzept: „Wir nutzen die Digitalisierung in allen Bereichen, aber wir machen eigentlich Geschäfte, die es schon gibt und versuchen, sie ein stückweit besser, kostengünstiger und kundenzentrierter zu machen.“

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Geschäftsidee kam beim Einkauf

Ähnlich ist es bei Christiane Seitz. Sie hat Wundercurves an den Markt gebracht, eine E-Commerce-Shoppingplattform für Mode in großen Größen. „Wir bündeln über 60 Shops auf einer Seite.“ Seitz ist Quereinsteigerin, hat Germanistik studiert und wollte ursprünglich ins Verlagsgeschäft, fand dort aber keine Stelle. Die Geschäftsidee kam ihr beim Einkaufen vor ein paar Jahren. Seitz trägt Größe 44-46. „Die war in den Läden teilweise nicht mehr verfügbar oder hing in der hintersten Ecke“, berichtete Seitz. Wundercurves schließt diese Lücke.

„Fast unmöglich, in Berlin Personal zu bekommen“

Die HHL arbeitet mit diesen Partnern aus der Wirtschaft eng zusammen. Die Hochschule nutze so ihre Möglichkeiten, „Kompetenzen zu vermitteln und mit einem offenen Netzwerk zu verbinden, um Unternehmergeist zum Leben zu bringen“, so der Rektor. Frank Tornau, der selbst vor 17 Jahren aus einer Semesterferien-Laune heraus Saxonia Network Systems gegründet hatte, schätzt das Angebot der Hochschule: „Wir brauchen im Mittelstand in Führungspositionen Leute, die gut ausgebildet sind.“ Die waren in den vergangenen Jahren häufig nach ihrem Studium abgewandert. „Das war bei den Trivago-Gründern damals auch so“, erzählte Stubner, „die sind gegangen, weil die Rahmenbedingungen woanders besser waren.“ Etwa in Berlin, wo Mitarbeiter und Wohnraum günstig zu haben waren. „Das ist heute alles nicht mehr so.“ Es sei „ein riesiges Personalkarussell entstanden“, gehe nur noch darum, wo es mehr zu verdienen gibt. Tornau, dessen Firma einen Sitz in Berlin hat, kann das bestätigen. „In Berlin ist es fast unmöglich, Personal zu bekommen.“

Viele Studenten wollen nicht mehr aus Leipzig weg

In dieser Gemengelage habe Leipzig gute Karten. Hier seien die Lebenshaltungskosten günstig, so Seitz, gebe es aber auch ein gutes Netzwerk für Gründer und gutes Fachpersonal. „Viele Firmen, auch StartUps und Technologieunternehmen, errichten Dependencen in Leipzig“, sagte Rektor Stubner. „Es gibt hier tolle Leute, die wollen nicht mehr weg. Deshalb müssen die Unternehmen herkommen.“ Die Aufgabe der Hochschule sieht er darin, die Studenten zu ermutigen, „dass sie selber Unternehmen gründen und nicht nur in der Zweigstelle eines anderen Unternehmens arbeiten.“ Bei Christiane Seitz muss er dafür nicht mehr werben. Sie denkt nicht ans Weggehen. „Mein Herz schlägt für Leipzig.“

Von Klaus Staeubert

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