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Lokales Leipziger Handwerkskammer-Chef: Dubrau muss weg
Leipzig Lokales Leipziger Handwerkskammer-Chef: Dubrau muss weg
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08:22 17.11.2017
Claus Gröhn, Präsident der Handwerkskammer Leipzig.   Quelle: Handwerkskammer
Leipzig

 Jetzt ist das Tuch wohl endgültig zerschnitten: Die Wirtschaft fordert die Absetzung von Baubürgermeisterin Dorothee Dubrau (parteilos). „Sie muss durch einen kompetenten Fachmann ausgetauscht werden, der nicht ideologisch verblendet ist – oder durch eine Fachfrau“, sagte Handwerkskammer-Präsident Claus Gröhn am Donnerstag gegenüber der LVZ. Gröhn vertritt rund 12 000 Handwerksbetriebe in Leipzig und der Region. „Unsere Handwerker sind voller Wut auf sie“, sagte Gröhn.

Kernpunkt der Kritik: Dubrau richte die städtische Verkehrspolitik seit Jahren allein auf die Bedürfnisse von Radfahrern aus. Sie ignoriere dabei völlig, dass der Wirtschafts- und Berufsverkehr drei Viertel des Verkehrs in der Stadt ausmache und dass der motorisierte Individualverkehr aufgrund des demografischen Wachstums bis 2030 in Leipzig noch um 40 Prozent zunehmen werde. Die Situation sei heute schon dramatisch. Durch Verengungen des Verkehrsraums würden unnötige Staus produziert. Dies treibe auch die Preise für die Verbraucher in die Höhe, weil die Kosten etwa für die Handwerksleistungen auf sie umgelegt würden. Das bestehende Straßennetz so zu ertüchtigen oder auszubauen, dass sensible Bereich wie etwa die Innenstadt vom Verkehr entlastet werden können, finde in den Planungen der Kommune überhaupt nicht mehr statt.

Mehrfach habe die Kammer versucht, mit Dubrau ins Gespräch zu kommen, um nach einem Ausweg zu suchen. Doch sie verweigere sich beharrlich. „Die Baubürgermeisterin hat von uns zig Einladungen bekommen – aber sie kommt nicht.“ Er habe nun kein Interesse mehr an einer Zusammenarbeit: „Ich reiche ihr zehnmal die Hand, aber jetzt ist Schluss.“ Ähnliche Erfahrungen machte die Industrie- und Handelskammer (IHK). „Eine Kommunikation zwischen Wirtschaft und Dubrau findet nicht statt“, so IHK-Präsident Kristian Kirpal. „Dubrau muss weg“, forderte nun Claus Gröhn. „Wir brauchen eine 180-Grad-Wendung in dieser Stadt. Nicht morgen, sondern sofort.“

Das Fass zum Überlaufen brachte ein neu angelegter Radweg in der Dresdner Straße, der direkt am Hauptquartier der Handwerkskammer vorbeiführt und seitdem täglich Straßenbahnen und Autos im Stau stehen lässt (die LVZ berichtete). Kurz davor habe es noch ein Gespräch zwischen den Präsidenten der Handwerks- sowie Industrie- und Handelskammer mit Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) gegeben, bei dem auch Dubrau zugegen war. Dabei sei signalisiert worden, dass die Kommune die Belange der Wirtschaft ernst nähme. Gröhn: „Wunden lecken oder zum Tee einzuladen – das reicht nicht mehr. Es muss endlich etwas gemacht werden.“

Von Klaus Staeubert

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