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Lokales Leipziger Jahnallee: Kunstaktion überzieht potenzielle Entmieter mit Troll-Anrufen
Leipzig Lokales Leipziger Jahnallee: Kunstaktion überzieht potenzielle Entmieter mit Troll-Anrufen
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19:22 27.11.2017
Im Januar 2016 protestierten die Bewohner der Jahnallee 14 gegen eine befürchtete Entmietung. Quelle: André Kempner
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Leipzig/Berlin

Das Berliner Künstlerkollektiv „Peng!“ hat am Montag die Aktion „Die Rückkehr der Entmieteten“ gestartet. Ein eigens programmierter Bot ruft darin automatisiert eine Woche lang mehrmals am Tag und zu verschiedenen Uhrzeiten bei besonders skrupellosen Immobilienfirmen und Hauseigentümern an und spielt die Schicksale der von ihnen verdrängten Mieter ab, teilte das Künstlerkollektiv mit. Auf diese Art und Weise würden „die Geister der Vergangenheit die ehemaligen Vermieter nun heimsuchen“.

Angerufen würden Büro- und Privatnummern der Vermieter bis zu 20 Mal pro Tag zu jeder Tages- und Nachtzeit. Damit die Nummern nicht gesperrt werden können, werde immer wieder eine neue Nummer in den Displays der Vermieter angezeigt. Die Entmieteten kehrten so zurück, um diejenigen zu plagen, die sie auf die Straße gesetzt haben, hieß es.

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Für die Aktion recherchierte „Peng!“ nach eigenen Angaben schlimme Fälle von Entmietung und Räumung mit Betroffenen aus Berlin, Leipzig und Frankfurt und ließ sie von Schauspielern nachsprechen. Skrupellose Entmietungen und Zwangsräumungen seien ein geläufiges Mittel, um dann durch den Verkauf oder die Neuvermietung von Wohnungen enorme Profite zu erwirtschaften. Das hinterlasse tiefe Spuren in den Leben der Betroffenen und zerstöre das soziale Geflecht ganzer Stadteile.

Der Fall um das Mehrfamilienhaus in der Leipziger Jahnalle 14 hatte vor rund zwei Jahren für Aufsehen gesorgt. Mitten im Winter ging die Heizung nicht mehr, dem Eigentümer wurde Entmietung vorgeworfen. Später wurde das Gebäude verkauft.

Geschichten auf Webseite

„Viele dieser Geschichten gehen unsichtbar über die Bühne. Die Verantwortlichen können wegschauen und sich bereichern, während die Entmieteten mit ihrer Wut und mit der Wohnungsnot alleine zurückbleiben“, erklärte „Peng!“-Sprecherin Nora Moll. Mit der Aktion werde das Machtverhältnis zwischen Entmietern und Entmieteten - wenigstens kurzzeitig - umgekehrt. „Diejenigen, die von ihren Vermietern massiv unter Druck gesetzt wurden und einem Gefühl der Ohnmacht ausgeliefert waren, können jetzt ihre Stimme erheben“, so Moll.

Auf der Webseite hauntedlandlord.de können einige der Geschichten nachgehört werden. Zudem sind die Häuser, die an der Aktion teilnehmen, porträtiert. Betroffene Hausbesitzer, die finden, dass die Darstellung nicht den Tatsachen entspreche, könnten sich bei dem Künsterkollektiv beschweren. „Wir werden Deine Stellungnahme prüfen“, heißt es.

„Peng!“ ist nach eigenen Angaben eine Gruppe von Künstlern, Aktivisten, Handwerkern und Wissenschaftlern aus Berlin, die subversive Aktionskunst mit dem Ziel entwickeln, die Zivilgesellschaft aufzurütteln.

epd/luc

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