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Lokales Leipziger Kartenspiel macht Rettung von Meerestieren zum Thema
Leipzig Lokales Leipziger Kartenspiel macht Rettung von Meerestieren zum Thema
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13:31 28.09.2019
Kevin Luhn aus Leipzig bringt im Oktober sein Spiel "Fish’n’Flips" heraus. Quelle: André Kempner
Leipzig

In diesem Spiel wird „geflippt“ – das heißt, die Spielkarten werden von der Vorder- auf die Rückseite gedreht. So können Schwärme entstehen, die in die gleiche Richtung schwimmen und ausbrechen. „Wenn man mit einem Zug richtig viele Tiere befreien kann, fühlt sich das gut an“, lacht Kevin Luhn. Der 28-jährige Leipziger hat das Karten-Tischspiel „Fish’nFlips“ erfunden, das im Oktober auf den Markt kommt. Es ist sein erstes Spiel, er hat daran ein Dreivierteljahr lang nebenberuflich gearbeitet.

Kevin Luhn (28) probiert das Kartenspiel "Fish’n’Flips " mit den Kindern Lenni (8), Anouk (13) und Jonte (8) aus. Quelle: André Kempner

Öl stört Rettungsmission

Seine Idee: Ein Fangschiff ist auf dem Meer unterwegs. Es zieht jede Menge Beifangtiere ins Netz, die eigentlich unerwünscht sind. Die Spieler agieren als Tierschützer und befreien die bedrohten Meereslebewesen, bevor der Trawler sein Netz einholt. Nach jedem Zug kommen neue Karten ins Netz, denn der Trawler fährt weiter durch das Meer und sammelt immer neue Tiere ein. Schwer wird es für die Retter, wenn Öl oder Müll im Wasser die Fähigkeiten der Tiere zerstören. „Ein Hai, der im Öl gelandet ist, kann nicht mehr weg“, erklärt Kevin Luhn. Er hat in Leipzig Biologie studiert und seinen Bachelor gemacht, dann aber gemerkt, dass er lieber mit Kindern arbeiten möchte. Inzwischen ist er freiberuflicher Spiel- und Erlebnispädagoge, der mit Kindern und Jugendlichen in der Natur unterwegs ist, zum Beispiel zum Klettern in der Fränkischen Schweiz.

Mit Logik und Glück

Das Spiel kommt in einem Pappkarton, die 130 Karten sind aus recyceltem Papier. Quelle: André Kempner

Man kann „Fish’nFlips“ gegeneinander spielen – oder kooperativ miteinander, mit bis zu sechs Personen. Kevin hat das Spiel mit den Kindern Lenni (8), Jonte (8) und Anouk (13) getestet, die hoch konzentriert bei der Sache waren. „Einfach nur cool, macht Spaß“, urteilten sie. Am Anfang geht es so simpel wie Memory, in höheren Levels wird es immer schwieriger und fordert auch Leute, die Schach, Tetris und andere Logikspiele mögen. Man muss kooperativ sein, sich gut absprechen und die nächsten Schritte im Voraus planen. Neben räumlicher Vorstellungskraft und dem Erkennen von Mustern wird auch eine Portion Glück gebraucht.

Finanzierung per Crowdfunding

„Ich hoffe auf die Auszeichnung als ,Spiel des Jahres’“, sagt Kevin Luhn scherzhaft. Und das ist vielleicht gar nicht so abwegig: Schließlich enthält sein Spiel den innovativen Mechanismus des Kartendrehens, wodurch sich die Dynamik verändert. Die liebevollen Zeichnungen hat ein Bekannter, Illustrator Dominik Wendland, erstellt. Ein anderer Bekannter von Kevin betreibt den Verlag Gaiagames, der das Spiel in die Produktion gegeben hat. 2500 Stück sollen im Oktober erscheinen. Die Finanzierung will Kevin Luhn über eine Crowdfunding-Kampagne auf die Beine bringen – sie läuft bis 15. Oktober auf Eco Crowd. 10 000 Euro werden insgesamt benötigt, bislang stehen reichlich 3500 Euro auf dem Konto.

Von Kerstin Decker