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Lokales Leipziger Klinikum St. Georg: Erfolgreiche OPs nach Genitalverstümmelung
Leipzig Lokales Leipziger Klinikum St. Georg: Erfolgreiche OPs nach Genitalverstümmelung
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08:01 15.08.2019
Erfolgreiche OPs: Amir Hamza, Chefarzt der Klinik für Urologie und Andrologie am St.-Georg-Klinikum. Quelle: Alexander Weingarten
Leipzig

Die Kooperation des Leipziger Saida-Kompetenzzentrums am St.-Georg-Klinikum mit dem Verein Saida International verzeichnet konkrete Erfolge: Die ersten beiden von Genitalverstümmelung betroffenen jungen Frauen sind rekonstruktiv operiert worden. Ärzte haben die geschlechtsspezifischen, physiologischen Funktionen mittels einer speziellen Methode wiederhergestellt.

Klinikchefin ist stolz

Die beiden Betroffenen können nun wieder schmerzfrei Wasser lassen, menstruieren, Geschlechtsverkehr haben und zudem Kinder bekommen. Klinikum-Geschäftsführerin Iris Minde hob den Stolz hervor, „als einziges Kompetenzzentrum in Mitteldeutschland einen wichtigen Beitrag gegen weibliche Genitalverstümmelung zu leisten“. Amir Hamza, Chefarzt der Klinik für Urologie und Andrologie sowie Leitender Chefarzt des Klinikums, hat die Frauen gemeinsam mit seiner Kollegin Maha Saida Ullmann operiert. Trotz der schwierigen Ausgangslage seien die Eingriffe sehr günstig und ohne Komplikationen verlaufen, berichtet er. „Die Patientinnen werden schnell eine deutlich bessere Lebensqualität spüren und haben nun die Chance auf ein erfülltes Sexualleben.“ Simone Schwarz, Vorsitzende des Saida-Vereins, ist „froh über die einfühlsame Behandlung unserer Klientinnen im Klinikum. Wir begleiten sie mit sexualpädagogischen Hilfen kontinuierlich auf ihrem Weg“.

Erste Anlaufstelle in Mitteldeutschland

Im April hatten Verein und Klinik-Leitung den Kooperationsvertrag unterschrieben – damit wurde die erste multidisziplinäre Anlaufstelle in Mitteldeutschland neben Zentren in Berlin und Aachen installiert. Die weibliche Genitalbeschneidung hat unter anderem im westlichen und nordöstlichen Afrika sowie im Jemen und dem Irak eine heftig kritisierte und unter Strafe gestellte Tradition. In Sachsen leben aktuell rund 1300 an den Genitalien verstümmelte Frauen; seit der Zuwanderung ist die Zahl deutlich gestiegen.

Von Mark Daniel

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