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Lokales Leipziger Krawalle im Spiegel der deutschen Medien
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Leipziger Krawalle im Spiegel der deutschen Medien

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16:30 07.09.2020
Leipzig wird in diesen Tagen wieder einmal von schweren Ausschreitungen gewaltbereiter Linksextremisten heimgesucht. Quelle: Hendrik Schmidt
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Leipzig

Gleich mehrere Nächte hintereinander ließen gewaltbereite Linksextremisten Leipzig nicht zur Ruhe kommen. Wie die Medien in Deutschland die Geschehnisse einordnen, zeigt ein Blick in die Kommentarspalten der Zeitungen.

Mitteldeutsche Zeitung

Die Szene nimmt die Probleme auf dem Wohnungsmarkt zum Anlass für Randale und Angriffe auf Polizisten. Aus dem thüringischen Jena, das ähnlich wie Leipzig zur Boomtown wurde, gibt es solche Bilder nicht ... Im jüngsten Bericht zur deutschen Einheit steht: Dass die ostdeutschen Einkommen bei 86 Prozent der westdeutschen lägen, werde durch vergleichsweise günstige Preise für Mieten und Bauland zum erheblichen Teil kompensiert. Genau das trifft auf Leipzig immer weniger zu ... Wie nachvollziehbar die Wut bei manchen auch sei: Die Urheber von Angriffen auf Polizisten sind politische Kriminelle; sie müssen in Ost wie West bestraft werden.

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Freie Presse

Es reicht nicht, allein nach der harten Hand des Staats zu rufen – konsequent gegen Randalierer vorzugehen, ist eine Selbstverständlichkeit. Es braucht ebenso ein Quartiersmanagement und einen sozialen Wohnungsbau, die ihren Namen auch verdienen. Vermutlich lässt sich durch solch eine Politik nicht jeder Gewaltausbruch bei künftigen Demos verhindern. Aber es stärkt die Gruppe derer, die derlei Ausfälle nicht mehr hinnehmen möchte.

Die Welt

Für beides, für die Besetzung wie den Steinhagel, fand die Linke kaum ein Wort des Bedauerns. Nicht viel anders sieht es in großen Teilen der Zivilgesellschaft aus ... Linksextreme Gewalt wird weniger thematisiert, sie empört fast nicht, sondern findet im Gegenteil oft Verteidiger selbst in bürgerlichen Milieus. Dabei halten linke Angreifer kaum mehr von der freiheitlichen Demokratie als ein Reichsbürger ... Linksextremisten schaffen es offenkundig besser, bei zentralen Debatten vermeintlich auf der Seite der „Guten“ zu sein ... Dabei gerät aus dem Blick, dass Angriffe auf Beamte mit klassischen linken Idealen wie Freiheit, Gleichheit oder Solidarität unvereinbar sind. Linke Militante sind Verbrecher. Und sie spielen politischen Gegnern, allen voran der AfD, in die Karten. Chaosnächte wie in Leipzig treiben den Rechtspopulisten die Wähler in die Arme.

Süddeutsche Zeitung

Die Ereignisse der Silvesternacht sind kaum aufgearbeitet, da lässt sich erneut eine sinnlose Choreografie aus Gewalt, Rechtfertigung und Empörung beobachten, in der jede Seite zu wissen glaubt, was es nun zu tun, zu lassen oder zu sagen gilt. Da ist eine radikale Minderheit, die unter dem Deckmantel der Solidarität ihren Gewaltfetisch auslebt. Da sind Konservative und rechte Ideologen, die das dankbar zum Anlass nehmen, um einen vielfältigen Kiez zu diskreditieren. Da ist Sachsens Innenminister, der härtere Strafen für Gewalt gegen Polizisten ankündigt – statt Konzepte für deren Schutz. Steigende Wohnkosten und soziale Verdrängung sind existenzielle Themen in der am schnellsten wachsenden Stadt Deutschlands. Über die muss debattiert werden, mit Nachdruck, mit kreativem Protest, aber ohne Exzess. Keine einzige Miete wird eingefroren, wenn Fenster eingeworfen werden.

Westfalen-Blatt

Die Szenen aus dem Leipziger Stadtteil Connewitz sind genauso unerträglich wie es die Ausschreitungen vor dem Berliner Reichstagsgebäude am vergangenen Wochenende waren. Beides ­erfordert eine entschlossene ­Reaktion des Staates ... der Zweck heiligt nicht die Mittel – Gewalt bleibt Gewalt. Deshalb in aller Klarheit: In Leipzig haben wir es nicht mit „Aktivisten“ zu tun, ­sondern mit offenkundig linksradikalen Verbrechern. Und denen muss das Handwerk gelegt ­werden.

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