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Lokales „Leipziger Lerche“ für Friedrich-Wilhelm Mohr
Leipzig Lokales „Leipziger Lerche“ für Friedrich-Wilhelm Mohr
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22:08 25.01.2019
Freude über die „Leipziger Lerche“: Herz- und Gefäßchirurg Friedrich-Wilhelm Mohr (4.v.l.) erhält den Preis in der LVZ-Kuppel. Eine gebackene Lerche bekommen (v.l.) Mathias Reuschel („Gemeinsam für Leipzig“), OBM Burkhard Jung, Mediziner Volkmar Falk, Andreas Koch (Sparkasse Leipzig) und Justizminister Sebastian Gemkow. Quelle: André Kempner
Leipzig

Er hat ein Herz für Leipzig. Und am Freitagabend haben die Leipziger ihrerseits gezeigt, dass sie Friedrich-Wilhelm Mohr ins Herz geschlossen haben: Der 67-jährige Herz- und Gefäßchirurg erhielt in der Glaskuppel der Leipziger Volkszeitung die „Leipziger Lerche“. Zum 14. Mal verlieh der Verein „Gemeinsam für Leipzig“ (GfL) den Preis, der erklärtermaßen jährlich an eine Persönlichkeit oder Gruppe geht, „deren Herz für Leipzig schlägt“ – passt also.

„Unheimlich stolz“ sei er, sagte der Geehrte, dass die Leipziger seine Arbeit offenbar so sehr schätzten. „Und als gebürtiger Uckermärker bin ich nicht so schnell zu begeistern.“ Wie sehr er gleichwohl in seinem Berufsleben seine Kollegen mitreißen konnte, machte Laudator Volkmar Falk, Direktor der Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie des Deutschen Herzzentrums Berlin und ein Schüler Mohrs, in seiner Rede deutlich. „Er ist charismatisch und ein Zuhörer, der die Bedürfnisse seiner Mitarbeiter und der Patienten erkennt.“

Seit der Eröffnung des Leipziger Herzzentrums 1994 war Mohr dessen Ärztlicher Direktor, bis er 2017 in den Ruhestand ging. Er hatte seinerzeit auch ein Angebot aus München vorliegen, erzählte Falk. „Eine renommierte Klinik, ein Bundesligaverein – aber er entschied sich für das Abenteuer des Aufbruchs.“ Und nicht nur für sich: Der heute 54-jährige Falk gehörte zum ärztlichen Team, das Mohr folgte. Aus dem herzchirurgischen Niemandsland sei schnell eine internationale Marke geworden: „Leipzig – ach da, wo das Neue passiert“, sei er schon in den 90er-Jahren bei einem Kongress in den USA begrüßt worden, berichtete Falk. „Und mit dem Bundesligafußball hat es dann ja auch irgendwann geklappt.“

Mohr-Schüler sind für Viertel aller Herz-OPs in Deutschland verantwortlich

Die heute weit verbreitete minimal-invasive Operationstechnik hat Mohr in der Herzchirurgie maßgeblich mitgeprägt. „Und er hat nicht zuletzt mit seiner Ehrlichkeit, auch Misserfolge zu veröffentlichen, der Wissenschaft und der Medizin einen großen Dienst erwiesen“, so Falk. Momentan zähle er 13 Chefarztstellen, die in Deutschland mit Mohr-Schülern besetzt seien. Insgesamt seien die Zöglinge des Professors für geschätzte 25 000 Herz-Operationen pro Jahr verantwortlich – einem Viertel aller Herz-Eingriffe hierzulande.

„Er hat sein ganzes Leben in den Dienst seiner Mitmenschen gestellt“, würdigte Sachsens Justizminister Sebastian Gemkow (CDU) den Preisträger. Bereits 2010 erhielt Mohr das Bundesverdienstkreuz erster Klasse. Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) hat ihn gleich 1994 kennengelernt. Damals als „dynamischer Schuldirektor mit Gitarre“, wie Mohr später erzählt. Das Ehepaar suchte in Leipzig nach einer integrierten Betreuung für einen seiner Söhne. „Das haben wir noch nie gemacht“, habe Jung ihm da geantwortet. „Aber jetzt machen wir das.“

Jung kennzeichnete Mohr in seinem Grußwort nicht nur als exzellenten Wissenschaftler, Hochschullehrer und Arzt, sondern auch als Menschen, „der die Freiheit des Geistes und die Achtung des Anderen lebt und der den Ruf Leipzigs in die Welt getragen hat“. Als das Stadtoberhaupt ihn am Ende – leicht umständlich zwar – als einen „von Herzen von mir beglückwünschten Preisträger“ ansprach, erreichte er doch dessen Innerstes: „Das war was für mein Herz“, sagte Mohr in den anhaltenden Applaus.

Von Mathias Wöbking

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