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Lokales Leipziger Ökofete wirbt für Verzicht und Alternativen
Leipzig Lokales Leipziger Ökofete wirbt für Verzicht und Alternativen
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16:13 16.06.2019
Die 30. Ökofete des Umweltbundes Ökolöwe lockt die Menschen zuhauf in den Clara-Zetkin-Park. Quelle: Christian Modla
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Leipzig

Begonnen hat alles im Juni 1990 am Auensee, der per Radtross vom Rathaus aus angesteuert wurde. Der frisch gegründete Umweltbund Ökolöwe wollte darauf aufmerksam machen, dass für das umweltfreundlichste Verkehrsmittel bislang viel zu wenig getan worden war. Mittlerweile drängeln sich Menschenmassen durch den Clara-Zetkin-Park, um sich bei der 30. Ökofete über aktuelle Trends rund um Umwelt-, Natur- und Klimaschutz zu informieren, Bio-Köstlichkeiten und Veganes zu probieren.

160 Stände präsentieren sich auf der Anton-Bruckner-Allee als Plattform für das grüne Engagement in Leipzig. „Es ist eine Erfolgegeschichte“, konstatiert Umweltbürgermeister Heiko Rosenthal (Linke).

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Bei der ersten Ökofete 1990 Quelle: Volkmar Heinz

Die Ökofete ist längst zur Umweltverbrauchermesse geworden. Und sie gibt strenge Kriterien vor. „Es muss ein Angebot sein, um Leipzigern zu zeigen, dass sie nachhaltig leben können. Wir wollen ja nicht immer nur von Verzicht reden, wir wollen vor allem Alternativen aufzeigen“, betont Nico Singer, Geschäftsführer des Umweltbundes Ökolöwe.

Werben für vegane Lebensweise

Ein Beispiel dafür ist die Albert-Schweizer-Stiftung, die per Reality-Brille in 360-Grad-Perspektive verschiedene Aspekte der Massentierhaltung von Schweinen, Kühen, Hühnern und Rindern vorführt. „Die meisten Leute sind schockiert“, sagt Philipp Lang von der Aktionsgruppe Leipzig. Dabei gehe es auch um Protest auf dem eigenen Teller. „Wir möchten animieren, sich mal eine Woche lang mit pflanzlichen Alternativen auseinanderzusetzen“, so der 29-Jährige. Ziel sei es, Massentierhaltung abzuschaffen, Tierprodukte zumindest zu reduzieren, für die vegane Lebensweise zu werben. Ebenfalls präsent ist die „GemüseAckerdemie“. „Wir bieten ein Bildungsprogramm für Schulen und Kitas an. Dabei säen, pflegen, ernten und vermarkten Kinder ihr eigenes Gemüse“, erzählte Sarah Eisinger, Regionalmanagerin des Vereins. Ziel sei es, sie für Natur, gesunde Ernährung und Nachhaltigkeit zu begeistern. Das funktioniert im Schulgarten der 56. Oberschule in der Dieskaustraße. „Wir haben unser eigenes Beet, auf dem wir Zucchini, Lauchzwiebeln, Kartoffeln oder Schwarzwurzeln anbauen“, ergänzt Markus Münzenberg aus der sechsten Klasse.

Unternehmen wie die LWB präsentieren sich

Auch Unternehmen wie die Leipziger Wohnungs- und Baugesellschaft (LWB) nutzen die Ökofete, um sich als nachhaltig wirtschaftendes und umweltfreundliches Unternehmen zu präsentieren. Kinder können sich als Baumeister ihres eigenen Wildbienenhotels probieren. Gleichzeitig werden Kräuter und Blumen verschenkt. „Grün gehört für uns zur Stadt – die Verantwortung für eine nachhaltige Umwelt ebenso“, sagt LWB-Chefin Ute Schäfer. Mit fast 13 000 Bäumen befindet sich quasi ein kleiner Wald in Obhut des Unternehmen, hinzu kommen mehr als 700 000 Quadratmeter Rasen- und Beetflächen. So gedeiht auf 70 Freiflächen Wildgras, das nur zweimal im Jahr beschnitten wird, um Insekten ein Zuhause zu bieten.

Protest von Bürgern gegen Kiesabbau

Dem Ökolöwen ist es wichtig, Leipziger Firmen ins Boot zu holen, die wie die Leipziger Gruppe das Fest auch finanziell fördern und damit ermöglichen. „Für die L-Gruppe als Infrastruktur-Dienstleister ist es immer wichtig, den Bürgern etwas zurückzugeben – wir fühlen uns für die Entwicklung der Stadt verantwortlich“, sagt Geschäftsführer Volkmar Müller. Da sei die Ökofete ein schöner Baustein.

Menschen zuhauf drängelten sich entlang der 150 Stände durch den Clara-Zetkin-Park, um sich bei der Ökofete Nr. 30 über aktuelle Trends rund um Umwelt- und Naturschutz sowie Nachhaltigkeit zu informieren, Bio-Köstlichkeiten und Veganes zu probieren, einfach ein Schwätzchen zu halten.

Bei der Ökofete wird auch protestiert. So sammelt eine Bürgerinitiative Unterschriften gegen den geplanten Kiesabbau auf 47 Hektar in Nachbarschaft der Wohnsiedlung. „Bäume statt Bauschutt“ fordert Conny Kluth von der Initiative Rückmarsdorf. „Es gibt alternative Baustoffe – heutzutage braucht man gar nicht mehr so viel Kies.“

Von Mathias Orbeck

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