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Lokales Leipziger Physikprofessor Uhlmann auf Gemälden von Tübke und Triegel
Leipzig Lokales Leipziger Physikprofessor Uhlmann auf Gemälden von Tübke und Triegel
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22:00 29.01.2017
Ausschnitt aus dem Wandbild „Arbeiterklasse und Intelligenz“ von Werner Tübke. Der Mann stehend vor der Wandtafel mit den mathematischen Formeln ist Prof. Armin Uhlmann. Quelle: Marion Wenzel, Kustodie der Universität Leipzig
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Leipzig

In wenigen Tagen wird er 87 Jahre alt. Das hohe Alter hindert Armin Uhlmann nicht daran, noch immer die Forschungsseminare an seiner einstigen Wirkungsstätte zu besuchen. An der Leipziger Alma mater verbrachte Uhlmann den größten Teil seines wissenschaftlichen Lebens. Hier wirkte er seit 1962 an der damaligen Karl-Marx-Universität bis zu seiner Emeritierung 1995 als Professor für Theoretische Physik. Für seine Arbeiten zur Axiomatik und zur algebraischen Behandlung quantentheoretischer Probleme war er 1973 mit dem Nationalpreis der DDR ausgezeichnet worden.

Der junge und schon renommierte Wissenschaftler (unter anderem war Uhlmann Gastprofessor am Kernforschungsinstitut in Dubna in der Sowjetunion) wurde damals ausgewählt, zum „Personal“ für Werner Tübkes Wandbild „Arbeiterklasse und Intelligenz“ zu gehören. Das Gemälde schuf der Künstler in den Jahren 1970 bis 1973 für das Rektoratsgebäude der damals neu gebauten Universität am Karl-Marx-Platz. Seit 2015 wird es wieder im innerstädtischen Campus der Alma mater präsentiert.

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„Wie ich zu der Ehre kam, mit auf Tübkes Wandbild zu kommen, weiß ich bis heute nicht. Auf einmal hieß es, dass der Maler an einem unserer Seminare teilnehmen will, um Studien anzufertigen. Tübke saß die ganze Zeit aufmerksam da und zeigte großes Interesse für das, was wir so trieben. Noch heute bewundere ich, wie er es schaffte, ein so großartiges Bild zu malen. Ich fühlte mich ganz gut getroffen, vor allem die Handbewegung ist für mich typisch“, sagt Uhlmann aus heutiger Sicht zur Darstellung seiner Person. Auf der Wandtafel bildete Tübke Formeln zum Bereich der Axiomatischen Quantenfeldtheorie ab.

Physikprofessor Uhlmann als Modell für die Maler. Die Inszenierung hat in jüngster Zeit eine Fortsetzung erfahren. Er wurde von Michael Triegel porträtiert. Das Gemälde, das nun die Wohnung des Professors ziert, gab ein ehemaliger Student und langjähriger Freund beim Leipziger Maler in Auftrag und finanzierte die Arbeit. Uhlmann fühlt sich erneut „gut getroffen“: „Interessant ist das bildnerische Zitat aus Tübkes Wandbild“, verweist er auf ein Detail. Triegel trifft Tübke. Was kein Zufall ist, sondern auch ein Indiz tiefer Verehrung eines Schülers für seinen Lehrmeister.

Von Thomas Mayer

28.01.2017
28.01.2017