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Lokales Leipziger Schüler kreieren eigene Produktideen
Leipzig Lokales Leipziger Schüler kreieren eigene Produktideen
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15:01 21.04.2019
Nie wieder Totalausfall bei Hitze und Kälte: Maya, Julia, Anika, Asya und Michelle haben eine Kautschuk-Handyhülle entworfen. Quelle: Foto: André Kempner
Leipzig

Kautschuk-Handyhülle, Protektoren für den Schutz beim Skifahren, Foodtruck für unverpackte Lebensmittel – nur drei von insgesamt fünf Produkten, deren Urheber die Schüler des Leipziger Anton-Philipp-Reclam-Gymnasiums sind. Am Mittwoch endete ihr Wirtschaftsprojekt „Business at school“, eine Bildungsinitiative der Unternehmensberatung Boston Consulting Group. An Kreativität und Enthusiasmus mangelte es den Nachwuchs-Gründern nicht. Genauso wenig wie an Kompetenz. Sie präsentierten ihre ausgeklügelten Businesspläne einer Fachjury. Dabei jonglierten sie mit einer Selbstverständnis knallhartes Wirtschaftsvokabular, das beeindruckte.

Immer erreichbar mit der Handyhülle von „Protect“

„Wir haben viel Zeit in unser Projekt investiert“, rekapitulierte Michelle Rössler. Die 17-Jährige und ihre vier Mitstreiterinnen präsentierten nach einem halben Jahr Arbeit den Prototypen ihrer Handytasche. Eine Hülle, die mehr kann als der handelsübliche Rest. Sie soll das Telefon davor schützen, zu heiß oder zu kalt zu werden. „Das kennt jeder, egal ob das Handy in der Sonne liegt oder ob man es beim Skifahren dabei hat, irgendwann schaltet es sich ab“, erläuterte die junge Geschäftsführerin die Idee ihrer Firma, der sie den Namen „Protect“ gab.

Die Mädchen sind überzeugt, dass es Bedarf an ihrer Idee gibt. „Gerade in Zeiten, in denen das Smartphone immer wichtiger wird.“ Die Hülle besteht aus Kautschuk, Mikrofaser und Klett. Der optimale Schutz ist jedoch noch nicht erreicht. „Wir haben die Hülle samt Handy mehrfach ins Eisfach unserer Schule gelegt und waren ziemlich deprimiert, als das Thermometer viel zu schnell auf Null Grad fiel.“ Aber es hieß weitermachen, jedes junge Unternehmen erleidet schließlich Rückschläge.

Erst die Theorie, dann die Praxis

Seit 2013 läuft das Projekt, an dem die Elftklässlerinnen teilnahmen. Die Schüler bekamen unter anderem von Experten der Handelshochschule und der Commerzbank Hilfestellung. Zuvor schauten sie bei Global Playern und mittelständischen Leipziger Firmen durchs Schlüsselloch. Wie funktioniert der Vertrieb? Was gibt es für Geschäftsmodelle? Die Entwicklung des eigenen Produktes sollte die Kirsche auf der Sahne werden und damit der Abschluss des Projektes.

Ein Prototyp aus Yogamatten und alter Sportkleidung

Ideal für Wintersport-Fans: Niklas, Felix, Christoph und Eric (v.l.) zeigen ihren Ski-Protektor. Quelle: Foto: André Kempner

Dementsprechend ernsthaft und seriös präsentierten sich die Schüler in den Räumen des Spinlab in der alten Baumwollspinnerei. So auch das Team um Niklas Wolter. Zusammen mit Eric, Christoph und Felix entwickelte er einen Oberkörperschutz für Wintersportler – genauer ein Thermohemd mit integrierten Softshell-Protektoren. „Das macht es zum einen leichter als andere Produkte dieser Art und zum anderen schützt es vor Kälte“, erläuterte der 16-Jährige. Der Kälteschutz sei dabei ihr Alleinstellungsmerkmal, das betonte er mit Nachdruck.

Ihr Prototyp besteht aktuell noch aus einem alten Thermo-Shirt von Niklas und zerschnittenen Yogamatten, die die Protektoren imitieren. Eigentlich wäre Polyurethan hier das Mittel der Wahl. Bis das Quartett wusste, was es entwickeln will, fantasierte es wild herum. Zu Beginn stand zum Beispiel die Idee eines Fahrradschlosses mit integriertem GPS und Fingerabdruck-Scan im Raum. „Wir haben uns zunächst echt schwer getan, konkret zu werden. Umso schöner, dass wir jetzt voll hinter der Idee stehen.“

Von Lisa Schliep

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