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Lokales Leipziger Spinnerei bekommt Innovationszentrum für sieben Millionen Euro
Leipzig Lokales Leipziger Spinnerei bekommt Innovationszentrum für sieben Millionen Euro
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20:05 13.03.2020
Die Dachetage und das zweite Obergeschoss von Haus 7 der Spinnerei nutzen bereits Theatermacher. In den unteren Etagen beginnt in diesem Jahr der Ausbau zum Innovationszentrum für Startups und Leipziger Unternehmen. Quelle: Armin Kühne
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Leipzig

Leipzig bekommt ein weiteres Gründerzentrum – und zwar in Halle 7 der Baumwollspinnerei. Wirtschaftsbürgermeister Uwe Albrecht (CDU) ließ am Freitag keinen Zweifel daran, dass die Einrichtung Mitte 2022 öffnen wird. Mit 6000 Quadratmetern entspreche es bei der Größe etwa dem Gründerzentrum BIC an der Karl-Heine-Straße oder den neuen Design Offices in der Hauptpost am Augustusplatz.

Innenausbau kostet 4,5 Millionen

Sieben Millionen Euro wolle die Kommune nun in das Projekt mit dem offiziellen Namen „Innovationszentrum für Smart Infrastructure Hub“ stecken, so Albrecht weiter. Davon dienten 4,5 Millionen Euro dem Innenausbau der Räume in dem alten Industriegebäude, das die private Verwaltungsgesellschaft der Baumwollspinnerei lediglich als „veredelten Rohbau“ zur Verfügung stelle. Mit den restlichen 2,5 Millionen Euro gleiche die Stadt das Delta zwischen den Pachtzahlungen und Betriebskosten auf der einen Seite sowie den Mieteinnahmen der Kommune in dem Zentrum für die Zeit von 15 Jahren aus.

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Ideen für Museum gescheitert

Ursprünglich sollte auf den Flächen, die den Keller, das Erdgeschoss, den ersten Stock und die Hälfte des zweiten Obergeschosses von Haus 7 umfassen, mal das Leipziger Naturkundemuseum einziehen. Wie berichtet, scheiterte dies aber im Jahr 2018 an explodierenden Kosten. Für den Ausbau und die Ausstattung des Museums an dem Standort hätte die Stadt sonst 37,5 Millionen Euro aufbringen müssen.

Stadtrat entscheidet im April

„Ich bin sehr froh, dass wir nun alle Verträge ausverhandelt haben und mit diesem wichtigen Vorhaben für die Digitalisierung der heimischen Wirtschaft loslegen können“, sagte Albrecht. Die letzte Ampel auf Grün stellen werde der Stadtrat hoffentlich in seiner Sitzung am 29. April. „Alle Details haben wir soeben im Wirtschaftsfachausschus vorgestellt, wo das Projekt viel Anklang fand.“ Die Initiative zur Einrichtung des Innovationszentrums sei von der CDU-Fraktion ausgegangen, betonte Albrecht. „Es wird wirklich dringend gebraucht. Der Bedarf von Startups, kleinen und mittleren Unternehmen dafür ist riesig.“

Warten auf Kohle-Milliarden

Bekanntlich hatte sich das Rathaus mit dem Projekt auch um eine Förderung gemäß dem Braunkohle-Ausstiegsplan der Bundesregierung beworben. Schließlich gehe es dabei im Kern um die Stärkung vorhandener sowie Unterstützung neuer Firmen, so der Bürgermeister. „Zugleich soll es überregionalen und internationalen Gründerteams ermöglichen, ihre Unternehmensideen in Leipzig umzusetzen.“

Um im Wettbewerb zu bestehen, könne die Stadt nicht warten, bis der Bund bei den Milliarden für den Kohleausstieg alles auf den Weg gebracht hat. „Wenn es eines Tages vom Bund Geld gibt, werden wir längst das nächste Gründerzentrum in Leipzig brauchen“, so Albrecht.

SpinLab erhält mehr Platz

Gegenüber den schon vorhandenen wie BIC, BioCity, BioCube werde das Neue in der Spinnerei aber einige Unterschiede aufweisen, ergänzte Eric Weber, Direktor des SpinLab in Halle 14 der Baumwollspinnerei. Dort werden zurzeit auf 1700 Quadratmetern rund 100 Personen bei der Entwicklung neuer Geschäftsmodelle unterstützt. Das SpinLab ziehe dann die wenigen Meter um in Halle 7 und erhalte dort deutlich größere Flächen. „Wir platzen schon jetzt aus allen Nähten und müssen viele Bewerber ablehnen.“

Risiko-Kapital und Hochschulen

Als Partner im Innovationszentrum vertreten sein werden neben Stadt und SpinLab auch die Handelshochschule Leipzig, die S-Beteiligung der hiesigen Sparkasse und das hochschulübergreifende Forschungszentrum RCI (Research Centre for sustainable and smart Infrastructure). Ein weiterer Vorzug sei die Beteiligung des ersten privaten Fonds für Risikokapital in Ostdeutschland, der 2019 in Leipzig mit dem Namen „Smart Infrastructure Ventures“ gegründet wurde. Dieser Fonds verfügt über ein Ausstattung von rund zehn Millionen Euro.

300 bis 400 Nutzer erwartet

Die Handelshochschule, zu der das SpinLab gehört, wolle in Haus 7 mit Programmen und Fortbildungen auch digitale Innovationen beim Mittelstand fördern, zum Beispiel die Entwicklung neuer Produkte, so Alexander Lahmann, Professor für Mittelstandsfinanzierung und Leiter des Instituts für Unternehmensnachfolge. In dem Innovationszentrum mit seinen günstigen Mieten und hoher Flexibilität könnten 300 bis 400 Personen tätig sein. „Natürlich hoffen wir, dass sich möglichst viele von ihnen im Anschluss in Leipzig eigene Standorte schaffen.“

Von Jens Rometsch

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