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Lokales Leipziger Stadtkonzern baut neues Großwasserwerk bei Naunhof
Leipzig Lokales Leipziger Stadtkonzern baut neues Großwasserwerk bei Naunhof
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06:02 18.08.2018
Leipzigs Wasserwerke machen sich fit für eine stabile Trinkwasserversorgung. Quelle: dpa
Leipzig

Sachsen und Thüringen ächzen seit Wochen unter Hitze und Trockenheit. Klimaexperten gehen davon aus, dass solche lang anhaltenden Perioden künftig häufiger auftreten werden. Auch vor diesem Hintergrund macht Sachsens größte Stadt jetzt ihre Trinkwasserversorgung fit für die Zukunft. Bis 2024/25 baut der Leipziger Stadtkonzern ein neues Wasserwerk bei Naunhof (Kreis Leipzig). Es soll die beiden bisherigen Anlagen ersetzen, die über 100 Jahre alt sind.

Wasserwerke investieren 18 bis 20 Millionen Euro in neuen Standort

Das neue Großwasserwerk soll genauso viel fördern, wie die beiden alten Standorte zusammen – im Schnitt 42 000 Kubikmeter pro Tag. Die Leipziger Wasserwerke planen dafür eine Investitionssumme zwischen 18 und 20 Millionen Euro ein. Untersuchungen hätten ergeben, dass es wirtschaftlicher ist, die bisherigen Anlagen stillzulegen und durch ein neues Werk zu ersetzen, erklärt Ulrich Meyer, technischer Geschäftsführer der Wasserwerke.

Der Neubau ist Bestandteil des „Zukunftskonzepts Trinkwasserversorgung 2030“, das neben dem Bevölkerungswachstum und der Industrie- und Gewerbeentwicklung auch dem Klimawandel Rechnung trägt. Mit dem Konzept werden bis 2030 jährlich etwa zehn Millionen Euro investiert. „Die Klimaveränderungen sind ein ganz entscheidender Faktor, den wir in der Wasserwirtschaft zu berücksichtigen haben“, sagt Ulrich Meyer.

Behälteranlagen in Taucha und Liebertwolkwitz werden erweitert

Drei Viertel des Wassers für die Stadt Leipzig kommen derzeit aus den Brunnenanlagen in Naunhof sowie in Canitz/Thallwitz, der Rest von der Fernwasser Elbaue-Ostharz GmbH. Als große Investition steht bis 2030 auch die Vollendung des Fernwasserrings an, der bisher im Südwesten noch eine Lücke hat. Die Anlagen in Canitz/Thallwitz bleiben erhalten; an den Standorten wurden in den vergangenen Jahren bereits rund 100 neue Brunnen gebohrt, die ältere Anlagen ersetzt haben. Weiterer zentraler Bestandteil des Investitionspakets: Die Behälteranlagen auf dem Schwarzen Berg bei Taucha und dem Galgenberg bei Liebertwolkwitz werden erweitert.

„Es handelt sich um die umfassendste Neustrukturierung unserer Wasserversorgung seit ihrer Entstehung“, erklärt Meyer. Mit den Investitionen werde ein wichtiger Grundstein gelegt für die zuverlässige Wasserversorgung heute und für die folgenden Generationen, so Michael M. Theis, Sprecher des Stadtkonzerns LVV (Leipziger Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft mbH).

Teils historischer Tiefstand in Brunnen und Gewässern

Aktuell sei die Versorgung trotz der langen Trockenperiode gesichert, betont Meyer. Allerdings würden die Pegel in den Brunnen und Gewässern „teilweise einen historischen Tiefstand aufweisen“, so der Geschäftsführer. Das Besondere an diesem Sommer sei die konstant hohe Abgabe über einen langen Zeitraum. „Seit Anfang Juni haben wir im Mittel 109 000 Kubikmeter Trinkwasser in das Netz abgegeben“, berichtet Meyer. „Im gleichen Zeitraum im Vorjahr lag der Mittelwert bei nur 101 000 Kubikmetern am Tag.“ Der Spitzenverbrauch in diesem Sommer wurde am 5. Juli gemessen: 126 000 Kubikmeter. Damit wird der Rekord vom 3. Juli 2015 gehalten, als die gleiche Menge Wasser geliefert wurde.

Von Björn Meine

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