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Lokales Leipziger Stadtrat begrüßt Pläne zum Bayerischen Bahnhof
Leipzig Lokales Leipziger Stadtrat begrüßt Pläne zum Bayerischen Bahnhof
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07:02 13.02.2019
Hinter dem historischen Portikus des Bayerischen Bahnhofs in Leipzig soll ein neues Stadtviertel für etwa 2700 Bewohner entstehen. Quelle: Stadt Leipzig
Leipzig

„Endlich“ – dieses Wort fand sich in sämtlichen Kommentaren von Stadträten zu dem geplanten neuen Stadtteil am Bayerischen Bahnhof . Alle sechs Fraktionen begrüßten in ersten Stellungnahmen, dass sich die Verwaltung nach acht Jahren der Irrungen und Wirrungen nun „endlich“ mit den Investoren auf entsprechende Verträge für die 36 Hektar große Brachfläche geeinigt habe. Zumal die drei Schulen, vier Turnhallen und drei Kitas – neben 1600 Wohnungen und Gewerbeflächen – besonders dringend gebraucht würden.

Kitas und Schulen könnten längst fertig sein

Allerdings war auch Kritik zu hören. So verwies Sabine Heymann (CDU) darauf, dass die Arbeiten vor Ort schon vor mindestens drei Jahren hätten beginnen können. „Damals erlaubten es die Baupreise noch, mit Kaltmieten deutlich unter zehn Euro an den Start zu gehen. Und wir hätten auch schon längst die nötigen Kitas und Schulen haben können.“ Baubürgermeisterin Dorothee Dubrau (parteilos) sei aufgefordert, nun zügig Baurecht für alle Bereiche zu schaffen, so Heymann. „Das heißt auch, dass man zu einer Lösung für die Distillery kommt, ohne die Errichtung der Wohnungen weiter zu verzögern.“

Juliane Nagel (Linke) meinte, es sei viel zu wenig, wenn nur 360 der 1600 Wohnungen mietpreisgebunden errichtet werden. „Die dabei kalkulierte Kaltmiete von 6,50 Euro wird die Möglichkeiten vieler Menschen übersteigen. Das Landesförderprogramm hierfür hat den Namen ,sozial’ nicht verdient.“ Deshalb trete die Linke für ein ergänzendes Förderprogramm der Stadt ein, das die Lücke für Bedürftige schließen müsse. Scharf kritisierte Nagel, dass „die Stadtverwaltung nun die Distillery aufgibt“. Laut gültigem Ratsbeschluss von 2014 habe die Verwaltung dafür zu sorgen, dass dieser Club in der Kurt-Eisner-Straße verbleiben kann.

Zukunft der Distillery besonders wichtig

Christopher Zenker (SPD) versicherte, seine Fraktion werde alles Nötige tun, „damit es in Leipzig kein erneutes Clubsterben gibt“. Nur bei einer „nahtlosen und akzeptablen Lösung“ für die Betreiber komme ein Umzug der Distillery ab 2022 in Betracht. Ähnlich klang es bei Tim Elschner (Grüne). Neben der Distillery-Zukunft bekräftigte er ein autoarmes Quartier als wichtige Anliegen seiner Fraktion: „Ich hoffe, die Stadtbau AG zündet da nicht nur Nebelkerzen, damit wir nicht noch mal Druck machen müssen.“ Tobias Keller (AFD) lobte die Erhöhung des Anteils von Gewerbeflächen: „Ein wohnortnahes Arbeiten ist wichtig, um den Verkehr zu verringern. Viele Leute wissen schon nicht mehr, wie sie zur Arbeit kommen sollen.“ Freidemokrat René Hobusch freute sich, „dass die Stadtverwaltung endlich eingesehen hat, dass man ein so großes Areal nicht gegen, sondern nur mit den Investoren entwickeln kann“.

Von Jens Rometsch

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