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Lokales Leipziger Stadtrat entscheidet über Parken im Waldstraßenviertel
Leipzig Lokales Leipziger Stadtrat entscheidet über Parken im Waldstraßenviertel
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13:11 22.08.2018
Parkplätze sind knapp im Waldstraßenviertel. Ein neues Parkraumkonzept soll den Druck mindern.
Parkplätze sind knapp im Waldstraßenviertel. Ein neues Parkraumkonzept soll den Druck mindern. Quelle: Dirk Knofe
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Leipzig

Eine Untersuchung hat gezeigt: Schon an veranstaltungsfreien Tagen sind Parkplätze im dicht bewohnten Leipziger Waldstraßenviertel zu 90 Prozent ausgelastet. Das schildern Bau- und Ordnungsdezernat im Beschlussdokument für die Stadträte. Das Plenum soll am Mittwoch (22.8.) endlich über ein lange diskutiertes Parkraumkonzept entscheiden. Bewohner können ein Parkanrecht erwerben. Auswärtige und alle, die keinen Bewohnerparkausweis haben, müssen künftig zahlen.

73 Prozent der Parkplätze seien bisher nicht bewirtschaftet, so die Stadtverwaltung Das animiere Pendler und Besucher, ihre Fahrzeuge in dem citynahen Wohngebiet abzustellen. Rund die Hälfte der tagsüber dort erfassten Autos sei gebietsfremd. Bei Veranstaltungen in der Arena und dem Stadion stellen die Besucher ihre Wagen dann auch gern illegal ab: Parken in zweiter Reihe auf Gehwegen oder an Kreuzungen seien keine Seltenheit. Damit soll nun Schluss sein.

Anwohner können Parkausweis beantragen

Künftig können Anwohner mit Hauptsitz in dem Stadtviertel einen Bewohnerparkausweis beantragen. Berechtigt ist, wer ein eigenes Fahrzeug hat, aber nicht über einen privaten Stellplatz verfügt. Für 30,70 Euro im Jahr erwerben die Anwohner dann prinzipiell das Recht, speziell ausgewiesene Parkflächen im Viertel zu nutzen. „Mit dem Parkausweis ist keine Garantier oder Reservierung eines öffentlichen Stellplatzes verbunden“, stellt die Stadtverwaltung klar.

Für Anwohner soll westlich der Waldstraße ein Riegel mit Parkplätzen, die für Bewohner reserviert sind, entstehen. Diese Reservierung sei zeitlich auf den Abend- und Nachtbereich beschränkt, der Vorschlag geht von 17 Uhr bis 8 Uhr morgens aus, samstags und sonntags aber ohne Zeitbegrenzung. Die Planer wollen außerdem auf dem Stadionvorplatz einen Überlaufparkplatz für das Bewohnerparken integrieren. Waldstraßenviertel-Anwohner mit gültigem Bewohnerparkausweis müssen außerdem auch auf den künftig mit Parkscheinautomaten bewirtschafteten Stellplätzen nichts zahlen.

Die blaue Parkzone ist für Anwohner reserviert, die grüne wird bewirtschaftet. Wer einen Bewohnerparkausweis hat, kann auch dort kostenlos parken, mit zeitlicher Begrenzung. Quelle: Stadt Leipzig

Bewohnerschutzzone bei Events

Bei Großveranstaltungen mit mehr als 20.000 Besuchern wird laut Parkraumkonzept wie bisher die Zufahrt für Nicht-Anwohner zum Waldstraßenviertel durch Absperrungen begrenzt, also eine „Bewohnerschutzzone“ eingerichtet. Für diese Maßnahme rechnet die Kommune jährlich mit rund 50.000 Euro Kosten. Die Ampelanlage am Westplatz soll außerdem mit sogenannten Eventprogrammen ausgestattet werden, um den Verkehrsstrom etwas zu Fußballspielen in der Red-Bull-Arena oder Konzerten besser lenken zu können.

78 Parkscheinautomaten

Das Gebiet östlich der Waldstraße soll montags bis freitags bewirtschaftet werden. Die Stadt will dafür 78 Parkscheinautomaten aufstellen, Kostenpunkt rund 500.000 Euro. Montags bis freitags zwischen 8 und 23 Uhr dürfen Fahrzeuge mit Parkschein dort nicht länger als zwei Stunden stehen.

Auf der Waldstraße und weiteren ausgewählten Bereichen werden außerdem Kurzzeitparkplätze markiert: Dort dürfen Autofahrer ihren Wagen bis zu einer Stunde abstellen. Kunden und Gewerbetreibende sollen davon profitieren.

Von Evelyn ter Vehn