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Lokales Leipziger Stadtverwaltung muss weitere Fahrradstraßen prüfen
Leipzig Lokales Leipziger Stadtverwaltung muss weitere Fahrradstraßen prüfen
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18:25 19.11.2019
Die Bernhard-Göring-Straße in Leipzig soll eine Fahrradstraße werden. Quelle: Andre Kempner
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Leipzig

Wird die Bernhard-Göring-Straße zur Fahrradstraße? Die Leipziger Stadtverwaltung soll dies nun prüfen. Eigentlich hatte das der Stadtrat schon im Jahre 2012 mit dem Radverkehrsplan. Passiert ist in dieser Hinsicht aber bislang nichts. Dafür entschuldigte sich Baubürgermeisterin Dorothee Dubrau (parteilos) sogar in der akutellen Sitzung zum Thema. 41 Stadträte haben bei 11 Gegenstimmen sowie 13 Enthaltungen durchgedrückt, dass die Verwaltung bis Ende des zweiten Quartal 2020 ein umfassendes Umsetzungskonzept inklusive Zeitplan für die Einrichtung von Fahrradstraßen in Leipzig vorlegt. Ziel soll dabei „eine gute, schnelle und verkehrssichere Verbindung aus den Stadtbezirken Richtung Innenstadt sein“.

Fahrradstraße Karli?

Ausgangspunkt ist eine Initiative vom Jugendparlament. Dieses wollte zunächst lediglich prüfen lassen, ob die Karl-Liebknecht-Straße/Peterssteinweg zwischen Dimitroffstraße und Emilienstraße in eine Fahrradstraße umgewandelt werden kann. Das hatte die Verwaltung abgelehnt und darauf verwiesen, dass die Umgestaltung des Areals zwischen Dimitroffstraße und Emilienstraße erst 2015 fertiggestellt worden war. „Elf Verkehrstote in den letzten zwölf Monaten in Leipzig, darunter fünf Fahrradfahrer, sind eine erschreckende Zahl. Das gibt uns einen klaren Auftrag“, sagte Quentin Kügler vom Jugendparlament. Ziel sei es keineswegs, Autos zu verbannen, sondern einen wichtigen Beitrag zu mehr Verkehrssicherheit zu leisten. Denn die dürfen - analog wie bei den im Musikviertel an der Universitätsbibliothek eingerichteten Fahrradstraßen - weiterhin bei Tempo 30 fahren.

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Geplante Fahrradstraßen in Leipzig

Das sind die 26 Straßenzüge, die bereits 2012 im Radverkehrsentwicklungsplan definiert worden sind. Nun soll geprüft werden, ob sie als Fahrradstraße geeignet sind:

Bernhard-Göring-Straße

Gustav-Adolf-Straße / Humboldtstraße

• Siemeringstraße / Walter-Heinze-Straße / Lauchstädter Straße /Alte Straße

• Wigandstraße / Neue Straße / Klarastraße / Limburgerstraße

• Kickerlingsberg / Poetenweg /Stallbaumstraße / Heinrothstraße

• Stahmelner Straße / Friedrich-Bosse-Straße / Knopstraße

• Sportplatzweg / Alte Dorfstraße / An den Linden / Zum Bahnhof

• Fockestraße

• Am Elsterwehr / Mainzer Straße / Aachener Straße / Willmar-Schwabe-Straße

• Alte Salzstraße (zwischen Krakauer Straße und Potschkaustraße)/ Lobensteiner Straße / Breisgaustraße

• Plösener Straße / Am Keulenberg / Alte Theklaer Straße

• Erikenstraße / Seumestraße

• Buttergasse / Küchenholzallee

• Prellerstraße / Kanalstraße / Geibelstraße

Kochstraße / Biedermannstraße

• Industriestraße östlich Könneritzstraße • Sebastian-Bach-Straße / Schrebergäßchen / Kolonnadenstraße /Otto-Schill-Straße

• Schützenstraße / Littstraße / Dörrienstraße / Kreuzstraße / Comeniusstraße/ Rabet

Ludwigstraße/Kohlweg

• Kantatenweg

• Raschwitzer Straße

• Im Dölitzer Holz

Erich-Thiele-Straße

• Lauerscher Weg

• Elsterstraße

• Albrechtshainer Straße / Pommerstraße / Pflaumenallee / Kärrnerweg / Oberdorfstraße / Oststraße

Eine mögliche Umwandlung der „Karli“ in eine Fahrradstraße sei an „Pkw-Feindlichkeit“ nicht zu überbieten, entgegnete Marius Beyer (AfD). Autos würden zu Umwegen gezwungen, dadurch weitere Straßen „verstopft“. Das sei eine „linksgrüne Symbolpolitik“ für ein bestimmtes Klientel. Kügler wies den Vorwurf zurück. Der Jugendbeirat würde rund 42.000 junge Leipziger überparteilich vertreten.

Hartes Ringen

Ob Abschnitte der „Karli“ wirklich zur Fahrradstraße umfunktioniert werden können, stößt aber auf viel Skepsis. „Es war ein anstrengendes Ringen um jeden Zentimeter Platz. Am Ende ist ein guter Kompromiss für die Karli gefunden worden“, erinnerte Franziska Riekewald (Linke) an die Bürgerforen zur Umgestaltung der Straße. Allerdings existiere diese Gleichberechtigung der Verkehrsarten nur auf dem Papier und „nicht auf der Straße“.

„Wir glauben nicht daran, dass sich die Karli als Fahrradstraße eignet“, sagte Christopher Zenker (SPD). Dennoch forderte er mehr Tempo von der Verwaltung. „26 Straßen waren es, deren vollständige oder teilweise Umwandlung in Fahrradstraßen ab 2012 geprüft werden sollte. Seitdem sind sieben Jahre vergangen“, sagte er. Die Zahl geprüfter Straßen sei „sehr überschaubar“. Nun komme es darauf an, eine für Radfahrer attraktive Nord-Süd-Achse zu bilden. Dafür seien sowohl die Bernhard-Göring-Straße als auch die Kochstraße - beide im Prüfauftrag von 2012 - aus seiner Sicht geeignet.

„Wir haben kein Konzept für die Verkehrsplanung dieser Stadt“, kritisierte Sven Morlok (FDP). Bislang gebe es lediglich „Stückwerk“. Grünen-Stadträtin Kristina Weyh plädierte eindringlich dafür, die „Karli“ ebenfalls als Radstraße zu prüfen. Das wurde letztlich bei 34 Ja-Stimmen sowie 30 Gegenstimmen auch so beschlossen.

Von Matthias Orbeck

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