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Lokales Leipziger Studenten helfen Oberschülern: Verein „Rock your life“
Leipzig Lokales Leipziger Studenten helfen Oberschülern: Verein „Rock your life“
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08:01 03.03.2019
Destiny Nolte (links) und ihre Mentorin Marie Bäßler (rechts) haben sich über den Verein „Rock your life“ kennengelernt, woraus sich eine Freundschaft entwickelt hat. Quelle: Foto: André Kempner
Leipzig

Ehrenamtler bilden das Rückgrat der Gesellschaft. In ihrer Freizeit arbeiten sie als Telefonseelsorger, geben Schülern Nachhilfe, unterstützen Senioren oder engagieren sich in Flüchtlings-Unterkünften. Die LVZ-Serie porträtiert diejenigen, die das Leben anderer besser machen. Diesmal: der Leipziger Verein „Rock your life“, der Oberschüler unterstützt.

Ausbildung, Abitur, Studium oder doch erst einmal ins Ausland? Und welcher Beruf passt überhaupt zu mir? Die Möglichkeiten, die sich jungen Menschen mit dem Abschluss der Oberschule bieten, sind enorm und werden in Zeiten der Globalisierung immer breiter aufgefächert. Verständlich, wenn sich Schulabgänger im Dschungel der Ausbildungspfade daher etwas verloren fühlen. Genau da setzt „Rock your life“ an – ein Verein, der Schüler an die Hand nimmt.

Schüler finden ein offenes Ohr

Das Sozialunternehmen setzt sich für Bildungsgerechtigkeit ein und hat ein Mentoring-Programm ins Leben gerufen, das benachteiligte Schüler aus niedrigeren Bildungsschichten mit engagierten Studenten zusammenbringt. Marie Bäßler und Destiny Nolte sind Mentorin und Mentee und auch noch ein Herz und eine Seele. Marie ist 20, Lehramtsstudentin an der Universität Leipzig und begleitet die 14-Jährige durch die 8. Klasse der 35. Oberschule in Gohlis bis zum Schulabschluss. „Ich brauchte Hilfe bei verschiedenen Dingen, jemanden, mit dem ich reden kann. Und da kam die Präsentation von ,Rock your life‘ an unsere Schule, die mich sofort angesprochen hat. Außerdem hatte ich Lust, Neues kennenzulernen“, sagt die Schülerin.

Speed-Dating für Mentoren und Schützlinge

Einmal im Jahr, zum Schulanfang, gehen die Mentoren zur Vorstellung in die Oberschule, mit der eine besondere Kooperation besteht, und stellen die Vereinsarbeit vor. Haben sich interessierte Schüler gemeldet, kommt es zum „Matching“, einer Art Speed-Dating, bei der sich die Mentoring-Paare finden. „Mich hat bei dem Verein die Zusammenarbeit mit den Schülern gereizt. Ich kann mich wie eine große Schwester in meine Mentee hineinversetzen und für Destiny da sein“, sagt Marie und bedenkt ihren Schützling mit einem aufmunternden Lächeln.

„Wir sehen uns zwar nur alle zwei Wochen, stehen aber in ständigem Kontakt über WhatsApp. Und wenn ich reden will, kann ich Marie ganz einfach anrufen. Letztens haben wir einfach 40 Minuten gequatscht“, sagt Destiny. Über ihre Berufswahl müssen die beiden gar nicht mehr viel diskutieren, denn die Oberschülerin weiß schon genau, dass sie Altenpflegerin werden will. Aber alle anderen Sachen, die sie inner- und außerhalb der Schule bewegen, kann sie mit ihrer Mentorin auf Augenhöhe besprechen.

„Der Aufwand lohnt sich“

Acht Mentoring-Paare gibt es derzeit im Leipziger Ableger des Vereins. Und weil nicht genügend Mentoren für alle Interessierten zur Verfügung standen, hat Marie sogar noch einen zweiten Mentee. „Das ist zwar ein bisschen mehr Aufwand zum Studium dazu. Aber ich nehme mir einfach die Zeit für meine Mentees und es lohnt sich auf jeden Fall“, sagt sie fröhlich. Destinys Eltern hat sie auch schon kennengelernt, als sie bei ihr zu Besuch war.

Und was macht man bei diesen Treffen? „Worauf wir Lust haben – aber meistens reden wir einfach ganz viel und setzen uns in ein Café“, sagt Destiny. Immer wieder finden unter dem Jahr Veranstaltungen mit den anderen Mentoring-Paaren statt, um sich zu vernetzen. Beim letzten Treffen waren alle Paare zusammen beim Eislaufen. „Da konnten wir mit den anderen Mentoren und Mentees auch ganz viel herumalbern. Das hat echt Spaß gemacht“, erzählt die Schülerin.

Auch die Mentoren tauschen sich aus

Einmal im Monat treffen sich die Mentoren zum Stammtisch. Dort können sie Probleme thematisieren, die sich in der Arbeit mit den Schützlingen ergeben. Anders als größere Städte wie Berlin hat „Rock your life“ in Leipzig keine eigenen Räumlichkeiten. „Wir finanzieren uns durch Spenden und den kleinen Jahresbeitrag, da ist ein Büro einfach noch nicht drin. Aber schön wäre es schon, eigene Räume zu haben“, sagt Marie.

Da überwiegend Studenten im Verein aktiv sind, finden die Treffen meist in gemieteten Gruppenräumen an der Uni statt. Die Mehrzahl der Mentoren studiert Lehramt, so wie Marie auch. Aber jeder interessierte Student kann „Rock your life“ beitreten, um seinen Beitrag in der Arbeit mit den Schülern zu leisten. „Wirkliche Voraussetzungen haben wir nicht. Trotzdem behalten wir es uns vor, auf unser Bauchgefühl zu hören, bevor wir einen Mentoren für das neue Schuljahr freigeben, damit die Mentees auch keinen Nachteil erfahren. Wenn jemand einfach noch nicht so weit ist, kann er sich auch in der Organisation engagieren“, erklärt die Lehramtsstudentin.

Verein existiert in drei Ländern

In Deutschland, den Niederlanden und der Schweiz existieren 51 Vereine mit dem Titel „Rock your life“ in Hochschulstädten. In jährlichen Trainings können die Mentoren ihre sozialen Fähigkeiten weiter ausbauen und sich auch persönlich weiterentwickeln. Ehemalige Mentees können nach Schulabschluss selbst zu Mentoren werden und ihre Erfahrungen an neue Schüler weitergeben. Maries Meinung dazu: „Schön zu sehen, was so ein Verein bewirken kann.“

Wer bei „Rock your life“ mitmachen möchte, kann eine E-Mail an info@leipzig. rockyourlife.de schicken. Infos zum Verein unter https://rockyourlife.de

Von Katharina Stork

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