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Lokales Leipziger Thomasgymnasium – eine Schule singt und klingt
Leipzig Lokales Leipziger Thomasgymnasium – eine Schule singt und klingt
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19:52 12.01.2020
Der ThomasSchulChor unter Leitung von Ulrike Gaudigs beim Neujahrskonzert 2018. Am 13. Januar ab 19 Uhr gibt’s in der Kongreßhalle am Zoo die 2020er-Auflage. Quelle: Thomasschule
Leipzig

Beim Stichwort Thomasschule denken die meisten an die Thomaner, den weltberühmten Knabenchor der Stadt Leipzig. Doch auf das Gymnasium in der Hillerstraße gehen beileibe nicht nur die aktuell 90 Alumnen. 630 weitere Kinder und Jugendliche kommen hinzu – viele von ihnen ähnlich musikalisch wie die Schützlinge von Thomaskantor Gotthold Schwarz. Was könnte dies besser unter Beweis stellen als das traditionelle Neujahrskonzert der Schule, das am Montag, den 13. Januar, ab 19 Uhr in der Kongreßhalle am Zoo stattfindet?! Und bei dem gleich vier Ensembles – drei Chöre und ein Orchester – ein anspruchsvolles Programm bieten werden.

Thomaner-Klassen öffnen sich

Im Jahr 2012, als die Thomana, die Einheit aus Kirche, Chor und Schule, ihren 800. Gründungstag feierte, hatte Thomasschulleiterin Kathleen-Christina Kormann die Idee, die sogenannten Thomaner-Klassen für Mädchen und Jungen zu öffnen, die ebenfalls an einer vertieften musischen – konkret: chorischen – Ausbildung interessiert sind. Denn die Thomasschule ist wie das Rudolf-Hildebrand-Gymnasium in Markkleeberg eine sogenannte Paragraf-4-Schule. Hierbei handelt es sich um sächsische Bildungseinrichtungen, in denen besonders Begabte besonders gefördert werden. So gilt zum Beispiel das Wilhelm-Ostwald-Gymnasium in Lößnig als „Kaderschmiede“ für Talente im Bereich Mathematik/Naturwissenschaften/Informatik.

Vertiefte musische Ausbildung

Voraussetzung zur Teilnahme an der vertieften musischen Ausbildung ist die erfolgreiche Teilnahme am Aufnahmeverfahren an der Thomasschule. Es umfasst drei Prüfungen, die in einem vom Sächsischen Staatsministerium für Kultus vorgegebenen Zeitraum stattfinden müssen (zumeist im März). Um in das Verfahren zu kommen, muss von den Sorgeberechtigten ein Antrag im Sekretariat der Thomasschule abgegeben werden. Für die neuen 5. Klassen wird dieser gleichzeitig mit der Schulanmeldung gestellt. Am 23. Januar zwischen 14.30 und 17 Uhr steht der nächste Tag der offenen Tür in der Thomasschule, Hillerstraße 7, an. Kontakt – Telefon: 0341 1246831; Internet: www.thomasschule.de

Sachsen verfügt über Gymnasien mit vertiefter mathematisch-naturwissenschaftlicher, musischer, sportlicher, sprachlicher und binationaler-bilingualer Ausbildung. An diesen Schulen und am Landesgymnasium St. Afra belegen die Schüler in der gymnasialen Oberstufe drei Leistungskurse. Das Landesgymnasium St. Afra zu Meißen fördert als Ganztagsgymnasium mit Internat nach einem generalistischen Konzept mehrfach begabte Schüler ab Klassenstufe 7.

Förderung gilt dem Gesang

In der Thomasschule setzen sie bei der Begabtenförderung seit jeher voll und ganz auf den Gesang. Bis vor knapp acht Jahren galt diese ausschließlich den Thomanern. „Jetzt sind wir breiter aufgestellt“, sagt Michael Rietz, der Fachleiter für den musischen Bereich. Rund 80 Schülerinnen und Schüler aus den Klassen 5 bis 12 nutzen das vertiefte Angebot. Im Schuljargon werden sie „Externe“ genannt – dabei sind sie mittendrin statt nur dabei. Neben dem normalen Musikunterricht fallen für sie zusätzliche Stunden an, in denen Stimmbildung vermittelt und im Kammerchor geprobt wird. Später, in der Sekundarstufe II, müssen diese Abitur-Kandidatinnen und -kandidaten drei statt der sonst üblichen zwei Leistungskurse belegen. Logisch, dass der erste Kurs der Musik gewidmet ist.

Der gute Ton erfasst die ganze Schule

Und logisch, dass der gute Ton die ganze Schule erfassen soll. So gibt es neben zwei Kammerchören für die jüngeren und älteren „Vertieften“ (Klassen 5 bis 8 respektive Klassen 9 bis 12) auch einen kleinen und einen großen ThomasSchulChor, in denen mitmachen kann, wer vielleicht nicht ganz so talentiert ist wie die „Externen“, aber gleichfalls Lust am Singen verspürt. Das ThomasSchulOrchester setzt dem Ganzen noch die Krone auf.

„Ein Drittel, das ist schon eine Hausnummer“

Fachbereichsleiter Rietz, die Musiklehrerinnen und -lehrer Ulrike Gaudigs, Esther Lehr und Robert Deutschmann, Referendarin Susanne Jank sowie Sven Kühnast, der vorwiegend in der ebenfalls auf die chorische Ausbildung spezialisierten Markkleeberger Hildebrand-Schule unterrichtet, haben dafür gesorgt, dass das „Thomas“ im wahrsten Sinne des Wortes singt und klingt. „Wir wollten eine Chor- und Orchesterlandschaft schaffen, die eben nicht nur von den Begabten getragen wird, sondern von allen, denen Musik und Gesang etwas bedeutet“, betont der 53-jährige Rietz. Es sei ein sehr bewegender Moment gewesen, als etwa beim jüngsten Schuljahresabschlusskonzert ein Drittel aller Thomasschüler auf der Bühne stand und sang beziehungsweise musizierte. „Ein Drittel, das ist schon eine Hausnummer“, frohlockt Rietz, der einstmals Mitglied des Thomanerchores war und nicht ohne Ehrgeiz ist. Sein Ansatz: „Alle Schüler sollen etwas vom Profil unserer Schule haben. So wächst zusammen, was zusammengehört.“

Thomaskantor bindet die Ensembles ein

Der ThomasSchulChor, die beiden Kammerchöre und auch das ThomasSchulOrchester haben sich unterdessen einen ziemlich guten Ruf erarbeitet. Thomaskantor Schwarz bindet die Ensembles deshalb gern ein. „Wir singen inzwischen auch bei den Motetten in der Thomaskirche“, berichtet Rietz. „Das ist Wertschätzung, die uns stolz macht. Denn mit den Thomanern zu singen, das ist richtig Arbeit.“

Die Früchte der Mühsal sind wieder am 13. Januar zu erleben – beim Neujahrskonzert in der Kongreßhalle. Zu hören sein werden unter anderem Werke von Joseph Haydn, Felix Mendelssohn Bartholdy, John Rutter und Erhard Mauersberger. Der Eintritt ist frei!

Von Dominic Welters

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