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Lokales Leipziger Weihnachtsbäume stapeln sich auch auf nicht ausgewiesenen Sammelplätzen
Leipzig Lokales Leipziger Weihnachtsbäume stapeln sich auch auf nicht ausgewiesenen Sammelplätzen
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22:45 29.01.2019
Obwohl ein Schild die Entsorgung weihnachtlicher Überreste an dieser Stelle verbietet, tür- men sich Bäume über Bäume an der Ecke Thomasius-/Gottschedstraße.
Obwohl ein Schild die Entsorgung weihnachtlicher Überreste an dieser Stelle verbietet, tür- men sich Bäume über Bäume an der Ecke Thomasius-/Gottschedstraße. Quelle: Foto: André Kempner
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Leipzig

An einigen Ecken und Plätzen in Leipzig türmen sich derzeit tannengrüne Zweige zu Bergen. Weihnachtsbäume können noch bis Donnerstag an den ausgeschriebenen Plätzen abgelegt werden. 173 solcher Abgabestellen hat die Stadtreinigung Leipzig dieses Jahr eingerichtet. Das sind vier weniger als in der vorigen Saison, fünf weniger als noch vor zwei Jahren. „In einer wachsenden Stadt wie Leipzig reduzieren sich von Jahr zu Jahr die freien öffentlichen Plätze“, begründet Stadtreinigungsprecherin Susanne Zohl diese Entwicklung. Insgesamt wurden im Vorjahr rund 360 Tonnen Bäume eingesammelt und kompostiert. Das sind mehr nadelige Bäume als in den Vorjahren: 2017 waren es „nur“ 284 Tonnen, im Jahr davor knapp 300 Tonnen ordnungsgemäß abgelegte Weihnachtsbäume.

Viele Weihnachtsbäume auf nicht dafür vorgesehenen Plätzen

Hinzu kommen die zahlreichen weihnachtlichen Überreste, die auf nicht dafür vorgesehene Plätze geschleppt wurden. „Das sind einige“, konstatiert Zohl. Die „illegalen“ Bäume stapeln sich neben Containern und am Rande von Grünflächen. Dabei haben die ausgewiesenen, öffentlichen Plätze durchaus ihren Grund: Es müsse möglich sein, sie mit einem Lastwagen anzufahren, erläutert Zohl. Außerdem sollten die Massen von Tannenbäumen keine Büsche oder Sträucher beschädigen. „Viele Leute wissen leider nicht, dass die Weihnachtsbäume an den Plätzen, an denen sie seit Jahren landen, nichts zu suchen haben“, so Zohl. Deshalb hat die Stadtreinigung an den entsprechenden Orten diesmal erstmals Schilder aufgestellt. Während in den vergangenen Jahren nur Hinweise auf laminiertem Papier darüber informierten, sollen nun farbenfrohe Schilder die Leipziger zur „richtigen“ Baumentsorgung erziehen. Bei Nichtbeachtung drohe gar ein Bußgeld von bis zu 100 000 Euro, heißt es auf den Info-Tafeln. Allerdings erfasst das städtische Ordnungsamt nicht gesondert, wie viele unzulässig entsorgte Weihnachtsbäume zu Bußgeldern geführt haben. Die Behörde leitet dann ein Verfahren ein, wenn eine Anzeige vorliegt. Etwa von Anwohnern oder Polizeibeamten, die beobachten, wie jemand seinen Weihnachtsbaum illegal entsorgt.

Die offiziell ausgeschriebenen Ablageplätze werden bis Montag kontinuierlich geräumt. Im Februar wird dann auch das Tannengrün von den „inoffiziellen“ Stellen weggeräumt und zum Kompostieren gefahren. Wer später noch seinen Weihnachtbaum loswerden will, kann ihn nur noch in den Wertstoffhöfen gegen eine Gebühr von 50 Cent entsorgen.

Übrigens: In anderen Großstädten wie Berlin oder Hamburg werden ausgedienten Bäume vor die Haustüren gestellt und abgeholt. In westfälischen Münster sammelt die Sperrmüllabfuhr die nadeligen Bäume ein.

Von Theresa Held