Leipziger Weihnachtsmarkt 2020: Erste Konzepte für einen Markt in Corona-Zeiten
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Lokales Erste Konzepte: Wie Leipzigs Weihnachtsmarkt dieses Jahr aussehen könnte
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Leipziger Weihnachtsmarkt 2020: Erste Konzepte für einen Markt in Corona-Zeiten

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09:03 22.09.2020
Eröffnung des Leipziger Weihnachtsmarktes 2019 auf dem Marktplatz in Leipzig – so dicht gedrängt wird es 2020 wegen Corona wohl nicht zugehen. Quelle: Andre Kempner
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Leipzig

Wird er abgesagt, findet er statt – und wie könnte ein Leipziger Weihnachtsmarkt während der Corona-Pandemie überhaupt aussehen? „Wir sind auf dem Weg, aber der ist steinig“, sagte Marktamtsleiter Walter Ebert der LVZ. Ein verbindliches Patentrezept für die Durchführung gebe es bislang nicht. Aber hinter den Kulissen wird bereits an Konzepten für den Markt gefeilt.

Entscheidend sei zum einen die Corona-Schutzverordnung. „Mit heutigem Stand der aktuellen Verordnung wäre ein Weihnachtsmarkt kaum möglich“, so Ebert. Die sächsischen Amtsleiter stehen deswegen mit der Landesregierung in Austausch. So soll die ab 1. November geltende Neuauflage Regeln enthalten, mit denen Weihnachtsmärkte praktisch machbar wären. Sachsen hat in seiner aktuellen Corona-Schutzverordnung Weihnachtsmärkte mit mehr als 1000 Besuchern grundsätzlich erlaubt - wenn ein Hygienekonzept vorliegt und die Kontakte nachverfolgt werden können.

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Zwei Marktzentren als mögliche Schwerpunkte

Um beispielsweise Besucher erfassen und limitieren zu können, kämen in Leipzig zwei umzäunte Marktzentren infrage. An diesen Standorten würde vor allem Gastronomie angeboten werden. Wo sich das Amt solche Zentren vorstellt, dazu äußerte sich Ebert nicht. In den vergangenen Jahren waren die größten Flächen auf dem Markt und dem Augustusplatz zu finden.

Außerdem könnte es entzerrte Bereiche geben, die nicht abgegrenzt werden. Auch eine Online-Vorregistrierung wird den Angaben nach diskutiert. „Am Ende muss aber bei allem Aufwand eine Besucherbegrenzung für die Händler noch wirtschaftlich tragbar sein“, gab Ebert zu bedenken.

Maskenpflicht in Bereichen ohne Abstand möglich

Neben einer namentlichen Erfassung, einer Gästelimitierung und gelenkten Besucherströmen erachtet der Leipziger Chef-Infektiologe Christoph Lübbert eine Maskenpflicht als Teil eines funktionierenden Konzepts für den Weihnachtsmarkt. „Prinzipiell ist das durchaus sinnvoll für Bereiche, wo der Mindestabstand nicht gewährleistet werden kann“, findet auch Marktamtsleiter Ebert.

Noch ist der Weihnachtsmarkt, der planmäßig vom 24. November bis 23. Dezember stattfinden soll, nicht in trockenen Tüchern. Auch die Entwicklung der Infektionszahlen wird am Ende eine Rolle spielen. Ohnehin würden alle Ideen eng mit dem Ordnungsamt und dem Gesundheitsamt abgestimmt werden, so Ebert. Er stehe zudem in Austausch mit Kolleginnen und Kollegen in Erfurt, Magdeburg, Hannover und Dresden.

Mit App und Maske in Dresden und Chemnitz

Die Landeshauptstadt plant, das „Tragen einer Alltagsmaske“ auf dem Weihnachtsmarkt anzuordnen und das auch durchzusetzen, hatte Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) am Montag angekündigt. „Wie diese Regelung genau aussehen ‎kann, erarbeiten wir gerade‎.“ Zudem soll der Markt in der Dresdner Innenstadt „entzerrt“ und so organisiert werden, dass sich keine großen ‎Menschenansammlungen bilden können.

Die Veranstalter des Weihnachtsmarkts in einer Seitenstraße bei der Frauenkirche ist bereits abgesagt worden. Die Auflagen wie Kontaktnachverfolgung und Einzäunung ließen sich kaum realisieren, hieß es. In Chemnitz findet der Weihnachtsmarkt in diesem Jahr nur mit Einschränkungen statt. Eine große, zusammenhängende Fläche werde es nicht geben - stattdessen sind fünf verschiedene Areale in der Innenstadt vorgesehen. Besucher müssen sich registrieren, auch eine Anmeldung per App ist vorgesehen.

Von Josephine Heinze/nöß