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Lokales Leipziger frieren in den Straßenbahnen
Leipzig Lokales Leipziger frieren in den Straßenbahnen
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14:37 15.01.2018
Vor allem in den neuen Bahnen der LVB ist es ungemütlich frisch.  Quelle: Kempner
Leipzig

 Auch wenn der Winter noch nicht richtig zugeschlagen hat: Immer mehr Fahrgäste der Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) klagen darüber, dass es in den Straßenbahnen zu kalt ist. Besonders häufig geschieht dies offenbar in den nagelneuen XL-Straßenbahnen. Die LVB haben das auch schon festgestellt.

„In den neuen Straßenbahnen ist es jetzt ständig viel zu kalt“, mailte Norbert Kuntze an die LVZ. „Von Heizung oder Klimatisierung ist nicht ansatzweise etwas zu spüren. Die Temperaturen liegen durchweg nur knapp über dem Gefrierpunkt – unabhängig vom eingesetzten Wagen oder der Tageszeit. Das sieht man auch daran, dass die Fahrgäste zum größten Teil mit Mütze, Handschuhen und Kapuze in den neuen XL-Bahnen sitzen.“

Der zuständige LVB-Bereichsleiter Mario Blumstengel kennt solche Vorwürfe. „Bei kalten Temperaturen haben wir vereinzelt eine Unterschreitung der gewünschten Innentemperaturen festgestellt“, sagt er. Dies liege in der Regel an der komplexen Steuerung der Temperierungsanlage, die die hochmodernen XL-Bahnen besitzen. „Natürlich kommt es ab und an auch mal zu Störungen einzelner Klimaanlagen der Wagenteile. Aber das tritt auch mal bei anderen Fahrzeugtypen auf.“

Die Herausforderung der XL-Bahnen ist die Komplexität ihrer Klimatisierung. Anders als zum Beispiel bei den Tatra-Straßenbahnen und ersten Leolinern gibt es bei ihnen keine Heizkörper unter den Sitzen, in denen einfache Thermostate bei Über- oder Unterschreiten von vorgegebenen Temperaturen die Wärmeerzeuger aus- oder anschalten. Stattdessen ist ein kleines Technik-Wunder eingebaut, das neben Heizung und Kühlung die Frischluftzufuhr steuert – natürlich abgestimmt mit der Luftfeuchte, der Lufttemperatur und der Zahl der Fahrgäste in den Bahnen. „Bei vollen Bahnen muss im Winter viel Frischluft, die erwärmt werden muss, zugeführt werden“, skizziert der LVB-Mann. Bei Bahnen mit weniger Fahrgästen liefere die Anlage wenig Frischluft, die sie im Sommer noch kühlt und entfeuchtet.

Bumstengel betont, dass sich die LVB bewusst für das aufwendige System entschieden haben. Denn wenn es richtig eingestellt ist, spart diese Anlage 30 bis 40 Prozent Energie für das Heizen und Kühlen sowie die damit entsprechende Kohlendioxid-Belastung für die Umwelt. „Rund 50 Prozent der Gesamtenergie verbraucht eine Straßenbahn beim Fahren für die Antriebe“, rechnet der Fachmann vor. „Der Rest wird von Nebenverbrauchern geschluckt. Und bei denen stehen auf Top 1 die Heizung, Lüftung und Klimatisierung, die bei älteren Fahrzeugen nur grob einzustellen sind.“ Bei einfachen Modellen käme es schon mal vor, dass die Heizungsanlage einer Straßenbahn zu viel Wärme produziert, während die Klimaanlage diese herunterkühlt – Energievergeudung pur.

Damit die Balance zwischen Heizung und Lüftung stimmt, braucht es viel Fingerspitzengefühl. Denn im Winter will niemand in einer Straßenbahn schwitzen, weil er dick angezogen ist. Aber frieren will auch niemand, wenn bei kurzen Haltestellenabständen ständig Türen aufgehen und kalte Außenluft in den Wagenzug strömt. „Im Winter orientieren wir in den Bahnen auf 17 bis 18 Grad, um dem unterschiedlichen Wärmeempfinden unserer Fahrgäste Rechnung zu tragen sowie Überhitzung und Frieren zu vermeiden“, sagt Blumstengel.

Deshalb heizen die LVB ihre Bahnen im Winter vor dem Ausrücken aus dem Straßenbahnhof auch häufig vor, wenn es richtig kalt ist. „An der ersten Haltestelle haben die Bahnen dann zwar noch keine 18 Grad, aber an der fünften oder sechsten schon“, sagt der LVB-Mann.

In den XL-Bahnen ist das Einstellen der Temperierungsanlage Sache des österreichischen Herstellers. Er hat im Frühjahr die ersten XL-Bahnen eingestellt und ist seitdem regelmäßig in Leipzig. „Bei diesen Einstellungen sind in einem Fahrzeug rund 60 elektronische Thermometer angebracht“, schildert der Bereichsleiter. Als es im November die ersten Minustemperaturen in Leipzig gab, seien die Spezialisten aus Wien ebenfalls vor Ort gewesen. „Aber für eine akzeptable Grundjustage muss die Temperierungsanlage auch wegen der Wechselwirkung innerhalb der einzustellenden Heiz- und Kühlkurven einen kompletten Jahreszyklus durchlaufen“, betont der LVB-Mann. Im Klartext: Im nächsten Winter werden die Kinderkrankheiten der Temperierungsanlage der neuen XL-Bahnen wohl abgestellt sein.

Von Andreas Tappert

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