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Lokales Leipzigs Clara-Park bekommt Abfall-to-go-Beutel
Leipzig Lokales Leipzigs Clara-Park bekommt Abfall-to-go-Beutel
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13:01 17.05.2019
Andreas Mattern (rechts) und Carlo Strehlau sammelten am Mittwoch Abfall mit den von ihnen entwickelten Stoff-Müllbeuteln. Quelle: Foto: Dirk Knofe
Leipzig

Sachsens Kurfürst August hat sich angekündigt – in einem Monat möchte der Freiberger die berühmte Messestadt besuchen. Es gibt jedoch ein Problem: „Diese Torheit an Unrat muss bis dahin beseitigt werden!“, verkündet einer seiner Vasallen im Nieselregen auf der Sachsenbrücke. Er deutet auf zerbrochene Scherben vor dem Brückengeländer – und blickt in fragende Gesichter von Passanten.

Handschuhe inklusive

Mit einem kleinen Schauspiel hat die Leipziger Initiative „Quernetzer“ am Mittwochabend auf ihre Aufräumaktion im Clara-Park aufmerksam gemacht. Bis zum 15. Juni 2019 – fast 450 Jahre nach Augusts Tod – hängen im Park Stoffbeutel mit dem appellativen Aufdruck „Komm wir gehen Müll sammeln“. In den bunten Beutelchen befindet sich jeweils ein Paar Handschuhe, mit denen Abfall in die Stofftaschen gepackt werden soll. Jeder Spaziergänger ist eingeladen, „wacker zuzugreifen und tüchtig zu werden“ und während des Schlenderns Müll aufzusammeln. Zum Ende hin sollen die „Abfall-to-go-Beutel“ in einen der Park-Mülleimer entleert und für den nächsten Spaziergänger aufgehängt werden. Der Ablauf wird mit vier Schaubildern auf der Beutelrückseite erklärt.

„Wir wollen mit kleinen Anregungen zu mehr Umweltbewusstsein animieren“, erklärt Andreas Mattern von den „Quernetzern“. Zusammen mit dem Studenten Carlo Strehlau hat sich der Bitterfelder einen Filzmantel übergeworfen und das Schauspiel aufgeführt. Die Idee zu den Beuteln kam ihm beim Joggen – den 32-Jährigen störte der Müll am Wegesrand. Die Initiative ging deshalb im vergangenen Jahr auf die Stadtreinigung zu. Die Beutel wurden aus gebrauchten Stoffen von einer Schneiderei auf der Georg-Schumann-Straße genäht und in einer benachbarten Druckerei nachhaltig bedruckt.

Stadtreinigung trägt Projektkosten

Rund 15 Beutel hängen nun an Mülleimern zwischen dem Springbrunnen im Osten des Parks und dem Palmengarten im Nordwesten. 25 Stück haben die „Quernetzer“ noch in petto. Verläuft der Testmonat erfolgreich – und werden die Beutel nicht mitgenommen oder weggeworfen – , sollen sie entlang des Karl-Heine-Kanals verteilt werden. Mattern und seine Mitstreiter werden die Beutel regelmäßig kontrollieren und besonders verdreckte Exemplare waschen. Das Projekt kostet rund 800 Euro und wird von der Stadtreinigung finanziert.

Zum Auftakt am Mittwoch finden sich etwa 20 Teilnehmer an der Sachsenbrücke ein. Die Hälfte gehört zur Initiative „Cleanup Leipzig“, die regelmäßig in der Pleißestadt Müll einsammelt. „Diese Vernetzung von Engagement ist genau unser Ziel“, erklärt Mattern, der als Chemiker am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung arbeitet. „Wir wollen mit Experten soziale und nachhaltige Aktionen initiieren und eine Mitmach-Plattform anbieten.“

Quernetzer wollen für Obdachlose kochen

2007 gründeten sich die Quernetzer aus dem Kreis einiger Chemie-Doktoranden. Das Organisationsteam besteht aus zwölf Leuten, insgesamt hat die Initiative etwas mehr als 50 Mitstreiter. Eines ihrer größten Projekte setzte die Gruppe 2017 um. Im Vorfeld der Bundestagswahl informierte sie auf dem Augustusplatz über Parteien, Wahlprogramme und politische Beteiligung. Im Zuge des 30-jährigen Jubiläums der Friedlichen Revolution wollen die Ehrenamtler ein kostenloses Mahl für Obdachlose organisieren. In den nächsten Wochen soll nun erst einmal der Clara-Park sauber gehalten werden. Eine Aktion, die wohl auch Kurfürst August vor fünf Jahrhunderten gefallen hätte.

Von Maximilian König

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