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Leipzigs Eschen – todkrank und jetzt geehrt

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16:43 16.04.2021
So gut wie hier vor dem Auwaldkran im Naturschutzgebiet Burgaue sehen nur noch wenige Gewöhnliche Eschen in Leipzig aus. Der Baum wurde jetzt zur Leipziger Auwald-Baumart des Jahres 2021 gekürt.
So gut wie hier vor dem Auwaldkran im Naturschutzgebiet Burgaue sehen nur noch wenige Gewöhnliche Eschen in Leipzig aus. Der Baum wurde jetzt zur Leipziger Auwald-Baumart des Jahres 2021 gekürt. Quelle: André Künzelmann/UFZ
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Leipzig

Fast alle Vertreter der Baumart in den Leipziger Auwäldern sind krank. Ein Grund mehr für Umweltbürgermeister Heiko Rosenthal (Linke), die Gewöhnliche Esche nun zur Leipziger Auwald-Baumart des Jahres 2021 zu küren.

Er wolle mit der Wahl das Augenmerk auch auf die aktuelle Situation des Auwaldes lenken, sagte Rosenthal bei der Verleihung am Freitag in einem Video. „Durch Hitze und Trockenheit der vergangenen Jahre ist das Schutzgebiet mittlerweile sehr gestresst. Eschentriebsterben und die Rußrindenkrankheit haben ihm zugesetzt“, erläuterte er. Daher werde mit Projekten wie der ,Lebendigen Luppe‘ oder der ,Paußnitzflutung‘ intensiv an der Auenkonzeption und der Wiedervernässung des Auwaldes gearbeitet. Rosenthal: „In diesem Jahr wollen wir eine Auwaldart küren, die stellvertretend für den gestressten Auwald steht.“

Viele Todeskandidaten

Das Eschentriebsterben macht der Baumart, die etwa 40 Prozent des Auwaldbestandes ausmacht, schwer zu schaffen. „Die seit etwa zehn Jahren alljährlich wiederkehrende Infektion im Leipziger Auwald führt dazu, dass der Baum immer mehr geschwächt wird, was wiederum andere Schädlinge oder Organismen fördert, die den Baum weiter befallen“, erklärt Rolf Engelmann vom Deutschen Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung. Insbesondere der starke Befall mit Borkenkäfern mache der Esche zu schaffen. Viele Bäume im Stadtgebiet würden momentan sterben.

„Möglichst schnell handeln“

„Wir müssen daher möglichst schnell mit den Revitalisierungsmaßnahmen, die im Kontext Lebendige Luppe und darüber hinaus in der Diskussion sind, beginnen“, forderte daher Mathias Scholz vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung.

Wie berichtet, macht sich selbst Sachsens Umweltminister Wolfram Günther (Grüne) derzeit stark für die Wiedervernässung des Auwaldes.

Von -tv