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Lokales Leipzigs Olympioniken nach London verabschiedet – Hoffnung auf fünf Medaillen
Leipzig Lokales Leipzigs Olympioniken nach London verabschiedet – Hoffnung auf fünf Medaillen
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16:10 13.07.2012
Von Matthias Puppe
Nehmen vorsichtshalber einen Regenschirm mit nach London: David Schröder, Stephan Feck, Frank Henze, Tina Dietze, Christin Steuer, Tino Häber, Stefanie Weinberg, Martin Schulz und Swen Michaelis (v.l.n.r.)
Nehmen vorsichtshalber einen Regenschirm mit nach London: David Schröder, Stephan Feck, Frank Henze, Tina Dietze, Christin Steuer, Tino Häber, Stefanie Weinberg, Martin Schulz und Swen Michaelis (v.l.n.r.) Quelle: Christian Nitsche
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Danach ging es für Tina Dietze, Stephan Feck und Co. im polizeieskortierten, historischen London-Bus um den Innenstadtring bis zum Olympiastützpunkt.  

Neben der Kanutin Dietze und dem Wasserspringer Feck stehen auch Frank Henze, Stephan Feck, (beide Kanuslalom), Christin Steuer (Wasserspringen), Heide Wollert und Kerstin Thiele (beide Judo), Jörg Fiedler (Fechten), Annekathrin Thiele (Rudern), Judith Arndt (Radsport) sowie die Leichtathleten Cindy Roleder, Erik Balnuweit, Alexander John, Tino Häber und Martin Keller im London-Aufgebot des Deutschen Olympischen Komitees. „Von den insgesamt 27 Olympiateilnehmern aus Sachsen kommen allein 15 aus Leipzig“, freute sich Jung, der am Freitag auch die bisher schon fünf Paralympics-Teilnehmer Swen Michaelis, Stefanie Weinberg , Martin Schulz (alle drei Schwimmen), Alexander Schiffler und Christoph Herzog (beide Sitzvolleyball) beglückwünschte.

Winfried Nowack, Leiter des Olympiastützpunktes in der Messestadt, prognostizierte anschließend eine hervorragende Ausbeute seiner Schützlinge: „Ich hoffe auf fünf Medaillen, darunter eine goldene. Wir schicken schließlich Athleten nach London, die nicht nur hinfahren, um dabei zu sein“, sagte Nowack. Eine der heißesten Anwärterinnen auf Edelmetall dürfte dabei Tina Dietze sein. „Realistisch sollte schon eine Medaille für mich drin sein, das hat sich bei Weltcup und EM so angedeutet. Mein Ziel ist aber natürlich Gold“, sagte die 24-Jährige gegenüber LVZ-Online.

Tina Dietze begutachtet die Reiseutensilien, die sie aus Leipzig mit zu den Olympischen Spielen nach London nimmt. Quelle: Christian Nitsche

Trotz der nun merklichen Anspannung überwiege bei ihr die Freude auf die Spiele: „Für mich sind es ja die ersten Olympischen Spiele und ich freue mich einfach auf alles“, sagte Dietze, die aufgrund der Lage der Kanustrecke vor den Toren Londons aber ein paar Abstriche machen muss. „Wir sind leider bei der Eröffnungsfeier nicht dabei und wohnen auch nicht im Olympischen Dorf, weil unsere Wettkampfstätte einfach zu weit entfernt sind“, bedauerte die Kanutin, die in London von mitreisender Mutter, Stiefvater und Schwester unterstützt wird.

 

Am Freitag erhielt Dietze zusammen mit allen anderen Olympiastartern aus den Händen des Oberbürgermeisters ein paar aufmunternde Reiseutensilien – wie einen Reiseführer, ein paar Gummibärchen und natürlich ein kleines Leipziger Messemännchen. „Alle Sportler sind sich bewusst, dass sie auch für unsere Stadt an den Start gehen werden“, sagte Jung, der auch an die erfolglose Olympia-Bewerbung der Messestadt erinnerte. „Leipzig ist damals bei der Vergabe ja nur ganz knapp gescheitert“, sagte der OBM am Freitag zum britischen Botschafter McDonald.

Mit Blick auf die Spiele in der Weltstadt London verflog die Wehmut jedoch schnell: „Heute bin ich aber auch froh, dass diese Megaspiele nun nicht in Leipzig stattfinden – wenn ich sehe, dass die Olympischen Stätten auf einem Gebiet so groß wie Leipzig entstanden sind“, sagte Jung und fügte mit einem Augenzwinkern ob der hohen Sicherheitsvorkehrungen in London an: „Ich bin auch froh, dass auf meinem Haus in Gohlis nun kein Flakgeschütz stehen muss.“

Matthias Puppe