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Lokales Leipzigs alte Gebäude sind gut erhalten – und bei Käufern beliebt
Leipzig Lokales Leipzigs alte Gebäude sind gut erhalten – und bei Käufern beliebt
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17:24 14.12.2017
Specks Hof ist die älteste erhaltene Ladenpassage in Leipzig. Leipzigs Stadtbild ist geprägt von historischer Bausubstanz. Quelle: Volkmar Heinz
Leipzig

In Sachen Erhalt historischer Bausubstanz schneidet Sachsen gut ab: Leipzig liegt im Vergleich mit anderen großen deutschen Städten auf Platz vier. Das ergab eine aktuelle repräsentative Studie des Allensbach-Instituts. 37 Prozent der Befragten finden, dass die Erhaltung der historischen Bausubstanz hier besonders gut gelungen ist. Damit liegt die Messestadt hinter Dresden (63 Prozent), Berlin (48 Prozent) und München (41 Prozent).

Insgesamt schnitten die sächsischen Städte bereits in den vorherigen Studien zum Thema überdurchschnittlich gut ab: Dresden war auch in den Jahren 2006 und 2012 Spitzenreiter. Die Landeshauptstadt mit Residenzschloss und Barockvillen verlor jedoch etwas an Zustimmung. Im Vergleich zu 2006 bekam Dresden acht Prozentpunkte weniger. Leipzig hingegen legte zu: Vor elf Jahren bewerteten 33 Prozent der Deutschen die historischen Gebäude als gut erhalten, 36 Prozent waren es vor fünf Jahren. In der aktuellen Studie überholte München die Messestadt zwar, dennoch fanden 37 Prozent, dass die historische Bausubstanz gut bewahrt wird.

Ostdeutsche Befragte bewerten alte Gebäude in Leipzig und Dresden als gut erhalten

Die meisten Menschen, die Leipzig nannten, waren über 60 Jahre alt (42 Prozent). Dagegen bescheinigten nur 27 Prozent der 16- bis 29-Jährigen der Messestadt gut erhaltene alte Gebäude. Betrachtet man die Antworten der ostdeutschen Befragten isoliert, liegt Leipzig auf Platz zwei (48 Prozent) hinter Dresden (76 Prozent). 35 Prozent der Westdeutschen finden, dass die Bausubstanz in Leipzig gut erhalten ist.

„Die Menschen wurden in persönlichen Interviews gefragt, wie sie die Bausubstanz einer Stadt insgesamt bewerten. Dazu gehören sowohl Straßenzüge als auch Villen oder Gebäude wie das Gewandhaus“, erläutert Michael Ries das Vorgehen. Er ist Vorstand des Immobilienunternehmens Pantera, das die Studie in Auftrag gab.

Passagen, Industrie-Lofts, Gründerzeit-Straßenzüge: Leipzigs Stadtbild ist geprägt von historischer Bausubstanz. Über ein Drittel der Deutschen findet, dass die alten Gebäude besonders gut erhalten sind.

Gründerzeit-Straßenzüge bedeutend für Leipzig

„Bedeutend ist in Leipzig, dass mit den Straßenzügen aus der Gründerzeit noch etwas passiert“, sagt Barbara Ditze, Vorstandsmitglied der Leipziger Denkmalstiftung, mit Blick auf die derzeitigen Häuser-Sanierungen in der Georg-Schwarz-Straße. Dadurch, dass Bürger und Stadtvertreter in den 90er Jahren Investoren suchten, sei auch das Waldstraßenviertel, Europas größtes Gründerzeitviertel, bewahrt geblieben. „In Leipzig wurde viel getan, damit die historische Bausubstanz erhalten bleibt“, sagt Ditze. Gerade die Passagen prägten das Innenstadt-Bild. „Viele Gebäude haben den Krieg überlebt“, sagt Norbert Baron, Leiter des Amts für Denkmalpflege der Stadt Leipzig. Die Messestadt sei darum die denkmalreichste Stadt Deutschlands. Die meisten der knapp 15.000 Gebäude seien in Privatbesitz.

Fast die Hälfte der Befragten findet es laut Studie reizvoll, in einem unter Denkmalschutz stehenden Haus zu wohnen. Vor allem die 30- bis 44-Jährigen interessieren sich überdurchschnittlich dafür. Fachwerkhäuser sprechen jeden vierten Deutschen an. Von den unter 30-Jährigen findet es fast jeder Dritte reizvoll, in einem Loft in einem ehemaligen Fabrikgebäude zu leben.

Buntgarnwerke und Spinnerei sind bundesweit bekannt

Gerade Leipzig locken alte Industriebauten in historische Bausubstanz. Sie wurden oft von der Kreativwirtschaft erschlossen, immer häufiger werden sie nun verkauft und zu Wohn-Lofts hergerichtet. „Es ist sehr beliebt, in Leipzig zu wohnen“, erklärt Ditze die Entwicklung. Die Buntgarnwerke in Schleußig seien wie die Spinnerei in Plagwitz bundesweit bekannt. Unweit davon sind auch die Globuswerke wegen der Sanierung gut erhalten, findet Ditze. Zudem sei die Modernisierung und der Neubau des LKG-Gebäudes an der Prager Straße ein Beispiel für die Wiederbelebung alter Mauern.

Die historischen Wohnhäuser Leipzigs kauften und renovierten größtenteils Investoren, sagt Ditze. „Danach werden sie häufig als Eigentumswohnungen verkauft.“ Dadurch seien Mietshäuser oft auf verschiedene Parteien aufgeteilt, erklärt sie.

Denkmalgeschützte Gebäude beliebt bei Käufern

Und gerade Wohnungen in denkmalgeschützten Gebäuden sind beliebt bei den Käufern: Fast zwei Drittel der Studienteilnehmer ist bereit, für Wohnungen solchen Häusern tiefer in die Tasche zu greifen – das sind mehr als bei früheren Umfragen. Daraus schließt Pantera, dass der Wert denkmalgeschützter Gebäude wachsen wird. In Leipzig kostet der Quadratmeter einer Wohnung in Toplage durchschnittlich zwischen 3900 und 5100 Euro, geht aus dem Wohnimmobilien-Bericht für Leipzig/Halle hervor.

Vor allem die Lage sei auch entscheidend, ob der Wert einer historischen Immobilie steigt, sagt Ditze von der Denkmalstiftung. „Da wirken die ganz normalen Kriterien.“ Als zusätzlichen Anreiz dafür, historische Bausubstanz zu renovieren, gibt es Steuervorteile. Darüber sind laut Studie allerdings nur 14 Prozent der Deutschen informiert, selbst unter den Kaufinteressenten weiß nur jeder Fünfte Bescheid.

Von Theresa Held

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