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Lokales In sechs Monaten vom wild eingefangenen Pferd zum Therapiepferd
Leipzig Lokales In sechs Monaten vom wild eingefangenen Pferd zum Therapiepferd
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10:38 24.10.2018
Reittherapeutin Nadja Neumcke auf der K-Ranch in Zweenfurth mit Tochter Helena und ihrem Mustang Shadybrook's Duke Quelle: Kerstin Decker
Leipzig

In der Wildnis eingefangenes Pferd aus dem amerikanischen Westen wird Therapiepferd im Leipziger Osten – diesen Weg geht Reittherapeutin Nadja Neumcke mit ihrem Mustang. Es ist der erste Mustang im Leipziger Raum. Im März ist der neunjährige Wallach aus Oregon (USA) eingeflogen. Sein neues Zuhause ist die K-Ranch in Zweenfurth bei Borsdorf, östlich von Leipzig.

Seit reichlich einem halben Jahr arbeitet die neue Besitzerin täglich mit ihrem Hellbraunen. Nach viel Bodenarbeit, Gelassenheitstraining und Ausritten hat sie ihn jetzt soweit, dass er in der Reittherapie zum Einsatz kommen kann. Im Januar will die Leipzigerin ihren Mustang dann auch auf der „Partner Pferd“ vorstellen.

Nach viel Bodenarbeit und Gelassenheitstraining kommt der Mustang jetzt gut damit zurecht, wenn auf seinem Rücken ungewohnte Dinge geschehen.

Genau so, wie er sein sollte

„„Er ist sehr neugierig, macht gerne mit und ist den Menschen sehr zugetan“, beschreibt Nadja Neumcke ihren Vierbeiner. „Genau das, was ich mir vorgestellt hatte.“ Und das war ein Risiko – bei einem Kauf ohne Probereiten, ohne Probespaziergang, nur auf der Grundlage von Fotos und kurzen Videos. Rund 4000 US-Dollar hat die Rechtsanwältin für ihr Traumpferd bezahlt. Plus weitere rund 6000 Euro für Pferdetransport, Flug und Quarantäne. „Man muss wissen, wofür das Herz schlägt“, erklärt sie lächelnd. Und das waren bei ihr schon in der Jugend Mustangs.

Nicht aus der Ruhe zu bringen

Er ist einfach eine coole Socke“, schwärmt die 46-Jährige von Shadybrook’s Duke. Anfangs hatte sie Schwierigkeiten, ihn auf dem Platz um die Kurve zu reiten – denn dem Geradeauslaufen wie in der Prärie sind hier nun mal Grenzen gesetzt. Dafür zeigt er einen ausgeglichenen Charakter: Hubschrauber, Heißluftballons, Mähdrescher oder Kinderhorden bringen ihn nicht aus der Ruhe. Er strahlt auch dann noch Ruhe aus, wenn Neumckes Tochter Helena (10) auf seinem Rücken Dinge tut, die für ein Pferd normalerweise Anlass zur Flucht sind – wie laut klatschen oder mit einem Regenschirm hantieren.

Kauf ohne Probereiten

„Er ist sehr neugierig, macht gerne mit und ist den Menschen sehr zugetan“, beschreibt Nadja Neumcke ihren Vierbeiner. „Genau das, was ich mir vorgestellt hatte.“ Und das war ein Risiko – bei einem Kauf ohne Probereiten, ohne Probespaziergang, nur auf der Grundlage von Fotos und kurzen Videos. Rund 4000 US-Dollar hat die Rechtsanwältin für ihr Traumpferd bezahlt. Plus weitere rund 6000 Euro für Pferdetransport, Flug und Quarantäne. „Man muss wissen, wofür das Herz schlägt“, erkärt sie lächelnd. Und das waren bei ihr schon in der Jugend Mustangs.

Wilde Instinkte bewahren

Nadja Neumcke besitzt bereits zwei Pferde. Insgesamt sieben Vierbeiner kann sie für ihre pferdegestützte Therapie auf der K-Ranch nutzen – denn nicht jedes Tier ist für jeden Klienten gleichermaßen geeignet. Rund 20 Stammkunden kommen zu ihr, zu 30- bis 60-minütigen Einheiten. Das sind Kinder oder Erwachsene mit Konzentrationsstörungen oder autistischer Veranlagung, aber auch Menschen, die einfach nur Ruhe und Entschleunigung in freier Natur suchen. Manche kostet es schon Überwindung, das Pferd nur zu streicheln. Manche sind zunächst mit Putzen oder Spazierengehen glücklich. Irgendwann aber möchten die meisten auch aufsteigen und reiten.

„Der Mustang ist besonders aufmerksam, aber auch besonders mutig. Er hat ein tiefes Grundvertrauen und verlässt sich auf mich, egal was auf seinem Rücken passiert“, berichtet die zweifache Mutter. Genau diesen Instinkt aus der Wildnis soll sich Shadybrook’s Duke auch bewahren.

Von Cowboys geritten

Mustangs sind Teil des amerikanischen Mythos. Von Cowboys geritten, von Indianern als Zugpferde genutzt, haben sie Anteil an der Besiedlung des Westens. Es handelt sich nicht um Wildpferde, sondern die Nachkommen verwilderter Hauspferde, die mit den spanischen Eroberern kamen. In Nordamerika stehen sie unter Schutz. Doch obwohl ihr Mythos unantastbar ist, sind sie ein Problem: Die Zahl der Tiere, die in Freiheit oder auf eingezäuntem Land des Landverwaltungsamts leben, ist zu groß und wächst immer weiter. Deshalb gibt es verschiedene Programme, um Mustangs an neue Besitzer auch in Europa zu vermitteln.

Von Kerstin Decker

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