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Leipzigs historische Frauen – Onlineportal mit nächsten Meilensteine

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17:50 08.01.2022
Katharina Kippenberg, Irene Lawford-Hinrichsen, Gerda Taro gehören zu den portraitierten Frauen auf der Website.
Katharina Kippenberg, Irene Lawford-Hinrichsen, Gerda Taro gehören zu den portraitierten Frauen auf der Website. Quelle: Collage( Sax-Verlag, LVZ, unbekannt)
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Leipzigs Geschichte strotz vor großen Namen. Schenkt man dem öffentlichen Diskurs, Schulbüchern und Denkmälern glauben, sind diese in der großen Mehrheit männlich. Dass dies ein Trugschluss ist, beweist und betont seit 2015 ein Onlineportal der Stadt Leipzig.

„Frauen machen Geschichte – Leipziger Frauenporträts“ stellt weibliche Persönlichkeiten vor, die in Leipzig geboren wurden oder in der Messestadt gelebt und an der Pleiße Großes geleistet haben. Unter ihnen ist beispielsweise Katharina Kippenberg, die als Förderin der modernen Literatur eine der wichtigsten Verlegerinnen des 20. Jahrhunderts gilt.

Vom 15. Jahrhundert bis in die jüngste Vergangenheit

Ebenso dabei: Irene Lawford-Hinrichsen. Sie hat vor allem nach der Wende dafür gesorgt hat, dass die Leistungen ihrer Familie rund um den Musikverlag C. F. Peters Henri Hinrichsen ihrer Geburtsstadt Leipzig erhalten bleiben. Auch Gerda Taro, die aus Sorge vor Repressionen durch das NS-Regime nur wenige Jahre in Leipzig verbrachte, hat ihren Platz in der Liste als eine Vorreiterin der modernen Kriegsfotografie. Sie wurde vor allem durch ihre Arbeiten zum Spanischen Bürgerkrieg international berühmt.

Mit 100 Frauen ist das Projekt des Referats für Gleichstellung von Frau und Mann und der Louise-Otto-Peters-Gesellschaft im 1000. Jahr der Ersterwähnung Leipzigs an den Start gegangen. Mittlerweile ist ein weiterer Meilenstein erreicht. Über 200 Frauen, ihre Leben und Wirken, können sich Website-Besucher kostenlos online informieren. Die Porträts reichen vom 15. Jahrhundert bis in die jüngste Vergangenheit.

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„Vor dem Projektstart wurde ich oft gefragt, ob überhaupt 100 Frauenpersönlichkeiten in Leipzig gelebt haben. Denn die Geschichte haben meist Männer geschrieben und haben über Machtmenschen – meist auch Männer – Chroniken und Bücher verfasst und Denkmale gesetzt“, erinnert sich Leipzigs Gleichstellungsbeauftragte Genka Lapön an die Anfänge des bereits 2013 mit der Recherche begonnenen Projekts. „Mit dem Online-Projekt möchten wir über den Beitrag von Frauen für die Stadtgesellschaft berichten und den Blick auf die Vergangenheit erweitern. So lassen sich gesellschaftliche Klischees und Normen der Gegenwart besser einordnen.“ Auch künftig sollen Frauen, die die Messestadt geprägt haben, hinzugefügt werden.

Von Anton Zirk