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Lokales Leipzigs jüngster Azubi ist zwölf Wochen alt – und ein echter Herzensbrecher
Leipzig Lokales Leipzigs jüngster Azubi ist zwölf Wochen alt – und ein echter Herzensbrecher
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11:45 13.09.2019
Gestatten: Jagdhund-Azubi Nero mit Lehrmeister Thomas Knorr. Quelle: Jörg ter Vehn
Leipzig

Er knabbert anderen an den Schuhen, spielt an deren Hosen herum und ganz trocken ist der städtische Angestellte auch noch nicht. Gestatten: Nero von der Lichten Höhe – mit zwölf Wochen der jüngste Azubi Leipzigs.

Förster Thomas Knorr teilt sich beim Stadtforst in der Teichstraße das Büro mit einem Kollegen. Seit vier Wochen hat darin noch ein weiterer Platz genommen, ruht genüsslich mit dem Kopf auf einer Decke. „Der ist ganz entspannt“, sagt Knorr über seinen Azubi. „Wir waren heute morgen schon trainieren draußen“, erklärt er den schlafenden Kollegen.

Spielend an der Karriere arbeiten

Dem Alter entsprechend wird noch spielend an der Karriere gearbeitet. Nero soll städtischer Jagdhund werden, also muss er Wild aufspüren und verfolgen können, „als sogenannterVorstehhund zeigt er Wild mit einer Pose an und bleibt davor stehen“, erklärt Knorr. „Aber daran arbeiten wir noch“, schmunzelt er. Immerhin: Die Kommandos Rankommen und Sitz befolge er mit seinen zwölf Wochen schon. „Der ist schlau“, sagt Knorr.

Dafür erhält Nero aber auch eine Ausbildung rund um die Uhr – und einen persönlichen Ausbilder, der in den ersten Tagen sogar neben dem Hund geschlafen hat. „Auf einer Isomatte. Der Hund soll eine starke Bindung zu mir bekommen“, erklärt der 54-Jährige.

Enkeltrick mal positiv

Für Knorr ist es der vierte Jagdhund. Im vorigen September war Neros treuer Vorgänger, Basko, nach elfeinhalb Jahren verstorben. Knorr suchte in dessen Familie seinen neuen Azubi, musste dazu auch etwas warten. Das Ergebnis: „Nero ist ein Enkelsohn von Basko“, freut sich der Förster. Und natürlich wieder ein Deutsch Drahthaar.

Etwa zwei Jahre werde die tägliche Ausbildung dauern, schätzt Knorr. Zwischen 63 und 68 Zentimeter Schulterhöhe würden die Tiere der Rasse groß, „und etwa 40 Kilogramm schwer. Das ist schon was“, sagt er.

3500 Hektar großes Arbeitsgebiet

Neros Einsatzgebiet ist gigantisch, ganze 3500 Hektar groß. Soviel Jagdfläche habe die Stadt Leipzig, erklärt Abteilungsleiter Andreas Sickert. Für die Jagd sei jedoch eine Voraussetzung, dass genügend ausgebildete Jagdhunde teilnehmen, die angeschossenes und entlaufenes Wild im Wald aufspüren. Oftmals würden tödlich verletzte Tiere noch viele Meter durch den Wald irren, weiß er. Und die Tiere sollten nicht unnötig leiden, findet auch Knorr. „Daher: Jagd ohne Hund ist Schund“, so seine griffige Formulierung.

„Bei uns in der Abteilung muss jeder Angestellte auch jagendürfen“, erklärt Sickert. Einige Förster hätten privat einen Jagdhund, für die anderen gebe es künftig Nero, der die Nachsuche übernehmen soll. „Im 16. Jahrhundert hielt der Rat der Stadt wegen der großen Flächen sogar eine ganze Meute Jagdhunde“, weiß Sickert. „Nero ist jetzt der Rest davon.“

Jede Woche ein Wild-Unfall

Neben der Jagd kommt auf den Stadtangestellten auch noch eine unangenehme Aufgabe hinzu. Denn viele Straßen kreuzen das städtische Grün,es kommt zu vielen Unfällen. „Das dabei verletzte und entlaufene Wild muss Nero auch aufspüren können“, erklärt Sickert. Fälle solcher Art gebe es im Schnitt mehr als einen pro Woche, weiß Knorr.

Nero weiß das noch nicht. Er hat erst unlängst seinem Ausbilder die Hausschuhe angeknabbert, kam danach schuldbewusst an und wollte kuscheln. Der Lehrmeister hat Verständnis: „Der ist ja noch wie ein Kind.“

Von Jörg ter Vehn

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