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Lokales Linksradikale wollen Einheitsfeier in Dresden torpedieren
Leipzig Lokales Linksradikale wollen Einheitsfeier in Dresden torpedieren
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22:55 20.09.2016
Das Conne Island in Leipzig-Connewitz. Hier soll das Vorbereitungstreffen stattfinden.
Das Conne Island in Leipzig-Connewitz. Hier soll das Vorbereitungstreffen stattfinden. Quelle: Wolfgang Zeyen
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Leipzig

Linksradikale wollen das bundesweite zentrale Fest zur deutschen Einheit am 2. und 3. Oktober in Dresden massiv stören. Seit Anfang September mobilisiert dazu das Dresdner Bündnis „Solidarity without limits“, das sich selbst als „Vernetzung linksradikaler Gruppen“ bezeichnet, Anhänger im gesamten Bundesgebiet. Vorbereitungstreffen fanden unter anderem bereits in Hamburg, Bremen, München und Hannover statt. Für Dienstag ist die letzte Begegnung in Leipzig geplant. Die Stör-Aktionen in der Landeshauptstadt stehen unter dem Motto: „Sachsen lädt ein: Let’s crash their party!“

In Leipzig findet das Treffen im Soziokulturellen Zentrum Conne Island statt, das wegen seiner Verbindungen in die gewaltbereite autonome Szene immer wieder im Fokus des Verfassungsschutzes stand. Das Zentrum wird jährlich mit 180.000 Euro durch die Stadt finanziert. Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) und Kulturbürgermeisterin Skadi Jennicke (Linke) wollten sich nicht persönlich zu dem Vorgang äußern. Aus dem Kulturdezernat hieß es nur: „Das Kulturamt wird umgehend das Gespräch mit dem Verein und dem Fachausschuss Kultur suchen.“ Das Conne Island sei ein freier Trägerverein, in dessen inhaltliche Arbeit die Kommune nicht einbezogen sei.

Kopfschütteln löst die Haltung der Stadtverwaltung beim Bundestagsabgeordneten Thomas Feist (CDU) aus, in dessen Wahlkreis das Conne Island liegt. „Warum nicht gleich die Veranstaltung im Rathaus stattfinden lassen“, kommentierte er. „Der Witz an der Sache ist doch, dass ohne die deutsche Einheit solche Veranstaltungen im sozialistischen Jugendklub ,Eiskeller’ gar nicht möglich gewesen wären. Frau Jennicke kann jetzt mal zeigen, dass sie nicht nur Politik für Linke, sondern für alle Leipziger macht.“

K.S.