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Lokales Löwin Leila übernimmt den Leipziger Rathaus-Schlüssel
Leipzig Lokales Löwin Leila übernimmt den Leipziger Rathaus-Schlüssel
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15:28 11.11.2018
Löwin Leila (Caroline Göschel, 29) vom GGG mit dem Rathausschlüssel. Quelle: Kempner
Leipzig

Sachsens Narren sind am Sonntag pünktlich um 11.11 Uhr in die fünfte Jahreszeit gestartet. Traditionell begann das bunte Treiben mit der Eroberung des Rathausschlüssels, so wie in Dresden, Chemnitz und Leipzig. In der Messestadt Leipzig übernahm Löwin „Leila“, das Maskottchen der dortigen Narren, im Neuen Rathaus vorübergehend die Macht.

Sachsens Narren sind am Sonntag pünktlich um 11.11 Uhr in die fünfte Jahreszeit gestartet.

Lallendorf oho! – Der Schlachtenruf des Markranstädter Carneval Clubs (MCC) schallte am Sonntag Morgen über den ganzen Marktplatz. Die Karnevalisten riefen zur Schlüsselübergabe am Rathaus – und die Markranstädter ließen sich nicht lange bitten. Mehrere hundert Faschingsfreunde waren dabei, als das Männerballett in Tütüs Schwanensee tanzte, die Goldkehlchen Sirtaki sangen und die Prinzengarde ihr Können zeigte. Highlight war jedoch der Wettstreit zwischen der Stadtverwaltung und Karnevalisten um den Rathausschlüssel.

Beide hatten ihre besten Leute ausgewählt. André Schwerdner und Sven Pleße gingen für die Stadt ins Rennen, Steve Rieß und Maik Egi für den MCC. Ganz nach dem diesjährigen Motto „Wem‘s oben nicht gefällt, kommt zu uns in die Unterwelt“ mussten die Wettbewerber im Kinderspiel „Himmel und Hölle“ gegeneinander antreten.

Pünktlich mit Spielbeginn setzte der Regen auf dem Marktplatz ein. Kein Problem für Jana Schmidt und ihre Familie. Die Vier waren extra aus Grünau nach Markranstädt gekommen, um sich das bunte Treiben anzusehen. „Wir sind jedes Jahr dabei“, sagte die 43-Jährige. „Es ist immer eine Riesengaudi.“ In diesem Jahr sei es auch für die beiden Kinder Jonas und Emily ein Highlight. Sie drehten unzählige Runden auf dem Karussell. „Wir haben es in diesem Jahr ein bisschen größer gemacht“, erklärte Heike Helbig von der Stadtverwaltung. „Weil das närrische Datum auf einen Sonntag fiel.“

Nach einem spannenden Wettkampf mussten sich die Herren der Verwaltung geschlagen geben – und Bürgermeister Jens Spiske (Freie Wähler) den Ratshausschlüssel rausrücken. Bis Aschermittwoch hat der MCC vier weitere Veranstaltungen geplant, los geht es nächsten Sonnabend mit einem Abendprogramm.

Premiere für neuen Präsidenten in Markkleeberg

Der Markkleeberger Carnevals Club (MCC) startete ebenfalls in die fünfte Jahreszeit. Motto: Na gugge, der MCC macht ne 90er-Mugge; Narrenruf: Oetzsch-Gautzsch-Helau. Kleine und große Narren hatten sich vor dem Rathaus versammelt. Moderatorin Conni Geß stellte Klaus Wünsch vor, den neuen Präsidenten. Er bestand die Feuertaufe mit seiner Antrittsrede – nach einem fetzigen musikalischen Auftakt mit dem Markkleeberg-Lied. „Ich habe als Pleiße-Stepper in einer Tanzgruppe angefangen. Dass ich einmal als Präsident ende, hätte ich mir nicht träumen lassen“, schmunzelte der MCC-Chef. Mit 45 Jahren schlitterte er recht jung als Nachfolger des Ehrenpräsidenten und Vize Arnd Förster ins Amt.

Zum Abschluss trat er noch einmal vors Narrenvolk und animierte als Andreas-Gabalier-Double zünftig im rot-weißen Karohemd und der Krachledernen zum Klatschen und Schunkeln: „I sing a Liad für di“. Die Schrapnellen, ein bunter Mix aus jüngeren und erfahreneren Tänzerinnen, begeisterten als „Lustige Früchtchen” mit dem Ding-Dong-Song. Lacher wurden laut, als das Männerballett „Die Schmädderlinge” in blumigen Matruschka-Kostümen ins Rampenlicht trat. Oberbürgermeister Karsten Schütze (SPD) strahlte mit der Sonne um die Wette. Er verlas seine gereimte Rede, bevor er den Rathaus-Schlüssel rausrückte und dafür die Narrenkappe in Empfang nahm. „Feiert, was das Herz begehrt, bis die Kassen sind gelehrt”, forderte er die Narren auf. Dann kamen endlich die kleinen Faschingsfreunde auf ihre Kosten. Ein Spiderman, Cowboys und Prinzessinnen, mit Taschen und Tüten bewaffnet, hatten ungeduldig auf Süßes gewartet. Sie stürzten sich auf die Leckereien, die Schütze von der Rathaustreppe regnen ließ, während Conni auf einem großen Tablett einen Berg voller Pfannkuchen servierte.

Ein komplettes Schlüsselbund für die Narren von Großpösna

Bevor der große symbolische Schlüssel für das Großpösnaer Rathaus die Besitzer wechselte, übergab Bürgermeisterin Gabriela Lantzsch den Narren ihres Dorfes gleich das komplette Schlüsselbund. „Ihr seit jetzt 20 Jahre alt, habt genügend Erfahrung, um damit verantwortungsvoll umgehen zu können“, begründete sie die großzügige Geste, die mit der Übergabe eines kleinen Geburtstagsschecks noch unterstrichen wurde.

Clown Cornelia Staacke, zugleich Vereinschefin bezeichnete den just 11.11 Uhr einsetzenden Regen daraufhin als „Freudentränen des Faschingsgottes“. Ungerührt setzte sie die kleine Zeremonie fort. Die Schützen allerdings hatten nach einigen Salutschüssen aus ihren Flinten und der kleinen Kanone schnell trockenere Gefilde aufgesucht. Schießpulver darf natürlich nicht nass werden. Dafür traten nun die Kameraden der Feuerwehr in Aktion und übergaben dem Pösnaer Faschings Verein eine recht eigenwillige Geburtstagstorte – bestehend aus einer Klorollen-Pyramide, garniert mit vielen kleinen hochprozentigen Schlucki-Fläschchen.

Die Rathaus-Crew hatte allerdings nicht nur die Schlüssel übergeben, sondern auch eine Stadtkasse mitgebracht – prall gefüllt mit goldenen Schokotalern. Die waren von den vielen Kindern flugs aufgebraucht, die leere Kiste soll nun von den neuen Rathauschefs aus dem Faschingsverein mit acht Millionen Euro gefüllt werden. Denn so viel Geld braucht die Gemeinde für den geplanten Bau einer neuen Kindertagesstätte. Lantzsch selbst trägt bis Aschermittwoch die Faschingskappe und ist bis dahin zumindest theoretisch aller Sorgen des Amtes ledig.

Von lp/gp/oba

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