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Lokales Luft in Leipzig zum Jahreswechsel besonders schlecht
Leipzig Lokales Luft in Leipzig zum Jahreswechsel besonders schlecht
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15:19 02.01.2019
Vom vielen Qualm war das Silvesterfeuerwerk auf dem Augustusplatz in der Nacht des Jahreswechsels ganz schön vernebelt. In Leipzig ist eine besonders hohe Luftbelastung gemessen worden. Quelle: Dirk Knofe
Leipzig/Dessau-Roßlau

Die Silvesterfeiern mit Raketen und Böllern haben in Leipzig besonders viel Feinstaub produziert. Mit einem Wert von 781 Mikrogramm pro Kubikmeter sei in der Messestadt zum Jahreswechsel deutschlandweit die dritthöchste Belastung gemessen worden, hieß es am Mittwoch aus dem Umweltbundesamt (UBA) in Dessau-Roßlau.

Nur in Berlin-Friedrichshain (853 Mikrogramm pro Kubikmeter) und Reutlingen (Baden-Württemberg, 805 Mikrogramm pro Kubikmeter) sei die Belastung höher gewesen. Insgesamt habe das Feuerwerk in Deutschland zu weniger schlechter Luft geführt als in den Vorjahren. Das hänge mit der Wetterlage in der Neujahrsnacht zusammen, sagte Ute Dauert vom UBA.

Viele Menschen, hohe Luftbelastung

Auch in anderen Großstädten wie München, Stuttgart, Köln oder Darmstadt seien hohe Konzentrationen gemessen worden. „Das ist wenig überraschend: Dort wo viele Menschen zusammenkommen und feiern, gibt es auch besonders hohe Luftbelastung“, sagte Dauert.

Dass die Werte dieses Jahr niedriger ausfallen als 2017/2018, liegt laut UBA aber nicht daran, dass die Deutschen weniger geböllert hätten. Das Amt schätzt, dass so viel Feinstaub durch Feuerwerk entstand wie in den Vorjahren. Doch habe das Wetter Wirkung gezeigt. „Vielerorts wehte kräftiger Wind und zum Teil hat es geregnet“, sagte Dauert. „Das dünnt aus und wäscht aus.“ Drei Stunden nach Mitternacht seien die Werte fast überall wieder in den Normalbereich gefallen.

Zulässiger Wert an 300 Stationen überschritten

Weil sie bis dahin jedoch ein Vielfaches darüber lagen, wurde an 18 der bundesweit mehr als 300 Messstationen bereits am Neujahrstag 2019 der zulässige Tagesmittelwert von 50 Mikrogramm pro Kubikmeter überschritten. Das waren 5 mehr als am 1. Januar 2018.

Connewitzer Kreuz und Augustusplatz sind in jedem Jahr an Silvester Einsatzschwerpunkte für die Polizei. Von dort vermeldete die Polizei aber keine schweren Zwischenfälle. Dafür wurde das Gebäude des BGH in der Karl-Heine-Straße angegriffen.

Beim Jahreswechsel von 2017 zu 2018 war die höchste Belastung noch in Fürth gemessen worden. Sie hatte mit 1330 Mikrogramm pro Kubikmeter deutlich über den jetzigen Spitzenwerten gelegen. Auch Ingolstadt und Nürnberg hatten damals die 1000er-Marke überschritten. „Das ist schon eine extreme Spitze, wenn man von 20 als Normalwert spricht“, so die UBA-Expertin.

Brennende Augen, kratzender Hals

Vor einem Jahr hatte das Feuerwerk den Angaben zufolge etwa 4500 Tonnen Feinstaub freigesetzt. Das entspreche 15,5 Prozent der Menge, die der Verkehr in Deutschland im ganzen Jahr abgibt.

Obwohl die Feinstaubbelastung zum Jahreswechsel enorm ist, macht sie gesunde Menschen nicht krank. „Es kratzt vielleicht im Hals oder brennt in den Augen“, sagte Dauert. Problematisch sei eher das Leben mit dauerhaft erhöhten Konzentrationen.

Von LVZ

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