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Lokales Luftfahrtausstellung in Leipzig – Stadtrat lässt Möglichkeiten ausloten
Leipzig Lokales Luftfahrtausstellung in Leipzig – Stadtrat lässt Möglichkeiten ausloten
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10:01 23.11.2018
ILA-Freigelände mit dem modernen Airbus A350 in Berlin. Quelle: obs
Leipzig

Leipzig will nun ganz offiziell die Internationale Luft- und Raumfahrtausstellung (ILA) ausrichten. Der Stadtrat beauftragte Oberbürgermeister Burkhard Jung am Donnerstag, zusammen mit der Mitteldeutschen Flughafen AG, die Möglichkeiten dafür zu prüfen. Derzeit ist unklar, ob die ILA über 2020 hinaus in Berlin bleibt.

Berliner Abgeordnete bemängeln Militärshow

Die Begehrlichkeiten für die Schau sind schon vor mehreren Monaten entstanden. Der Grund: In der Rot-Rot-Grünen Berliner Landesregierung mehren sich die Stimmen, der Schau ab dem Jahr 2020 den Geldhahn zuzudrehen. Deren jährliches Defizit in einstelliger Millionenhöhe sollte besser in die Infrastruktur der Messe Berlin fließen, meint zum Beispiel Marc Urbatsch, grüner Abgeordneter im Abgeordnetenhaus von Berlin. „Außerdem wird die ILA immer mehr zu einer reinen Militärshow“, kritisiert er. Und der Fraktionssprecher der Linken im Berliner Abgeordnetenhaus, Thomas Barthel, erklärte: „Der Fokus der ILA liegt ganz klar auf der Ausstellung von Kriegsmaschinen. Dass wir das indirekt mit Steuergeld bezuschussen, darf nicht sein.“

Stimmen wie diese haben Gewicht, weil die ILA am aktuellen Standort Schönefeld vertraglich nur noch bis zum Jahr 2020 gesichert ist. Anschließend soll dort der neue Hauptstadtflughafen BER eröffnen. Und Berliner Behörden haben das ILA-Messegelände auch schon als ostdeutsches Verteilzentrum für Flüchtlinge im Blick. Nur die SPD stemmt sich gegen diese Entwicklung. Ihre Abgeordnete Ülker Radziwill appellierte an ihre Kollegen, die Schau nicht nur rein „betriebswirtschaftlich“ zu beurteilen.

Leipzig sollte selbstbewusst sein“

„Das ist kein gutes Bild für den Technologie- und Messestandort Deutschland“, fand in Leipzig der FDP-Kreisvorsitzende Friedrich Vosberg und sprach sich deshalb für den Versuch aus, die ILA nach Leipzig zu holen. „Hier gibt es einen Flughafen, hier gibt es Platz, hier gibt es Hotels und hier gibt es eine super Anbindung von Flughafen und Messe ans Autobahn- und Fernbahnnetz“, so Vosberg. „Wenn die Berliner sich streiten, dann sollten wir als Leipziger selbstbewusst unseren Hut in den ILA-Ring werfen.“ Dass Leipzig gemeinsam mit dem Freistaat eine solche internationale Leitmesse ausrichten könnte, steht für ihn außer Frage. „Vielleicht ist es nur eine kleine Chance, aber die sollten wir nutzen“, so Vosberg.

Bewerbung bereits 2010

Die Leipziger Messe geht davon aus, dass die ILA auf jeden Fall in der Hauptstadt bleiben will. Man habe keine Lust, als chancenloser „Zählkandidat“ bei den Verhandlungen der ILA-Macher mit dem Berliner Senat missbraucht zu werden, hieß es dort im Sommer hinter vorgehaltener Hand. Gleichzeitig wird betont, habe man schon einmal vergeblich versucht, die Luft- und Raumfahrtausstellung nach Leipzig zu holen „Für unsere gemeinsame Bewerbung mit dem Flughafen Leipzig/Halle gab es 2010 viel Lob“, so Messe-Sprecher Steffen Jantz im Juni.

Nun startet Leipzig also einen Neuanlauf.

Von Andreas Tappert

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