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Lokales Kleine Tricks, große Illusion – So verblüffen Leipzigs Zauberer ihr Publikum
Leipzig Lokales Kleine Tricks, große Illusion – So verblüffen Leipzigs Zauberer ihr Publikum
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07:13 27.12.2018
Ari Fiedler, mit 15 Jahren der Youngster im Magischen Zirkel Leipzig, ist deutscher Jugendmeister der Zauberei. Quelle: Dirk Knofe
Leipzig

Manchmal helfen nur Wunder, aber in Leipzig gibt es nun wirklich genug Leute, die Wunder vollbringen können: 37 Zauberer sind im Magischen Zirkel Leipzig organisiert. Fünf oder sechs verdienen hauptberuflich ihr Geld mit der Zauberei. Für alle anderen ist es Hobby; sie sind Arzt, Ingenieur, Rechtsanwalt, Rentner, Unternehmensberater, Vertreter, Schüler, Student. „Das Zaubern lenkt einen total ab vom angespannten Berufsalltag. Man kommt sofort runter, weil man sich konzentrieren muss“, sagt Lutz Kayser (59), Ingenieur für Anlagentechnik.

Zweimal jährlich treten sie in Gruppe bei der magischen Dinnershow im Mückenschlösschen auf

Kaum weibliche Magier

Der Verein, der in reichlich zwei Jahren (2021) einhundert Jahre alt wird, hat keine Nachwuchssorgen. Höchstens Frauensorgen: Nur zwei der 37 Mitglieder sind weiblich. „Frauen bezaubern schon so, da braucht es keine Zauberei“, hat Geschäftsführer Lutz Kayser sich eine Erklärung dafür zurecht gelegt. Eigentlich aber hat er keine, warum es kaum weibliche Magier gibt. Die Altersstruktur im Verein ist glücklicherweise gut gemischt, vom ältesten Hasen Lothar Berg (78), Spezialist für Fadenkunststücke, bis zum jüngsten Mitglied Ari Fiedler. Der setzt mit seinen 15 Jahren schon ein richtiges Pokerface auf, wenn er seine verblüffenden Kartentricks vorführt. Im November wurde er Deutscher Jugendmeister der Zauberkunst.

Assistent beim Meisterzauberer

Und Ari Fiedler assistiert beim großen Yann Yuro, einem der erfolgreichsten unter den Leipziger Magiern, in dessen Show „Mind Hacker". Der 34-jährige Yann Yuro hat in Leipzig Schauspiel studiert und danach einige Jahre Theater gespielt. Er zaubert seit über zwanzig Jahren – auf Theaterbühnen und Firmen-Events, in Ballsälen und Zirkusmanegen, in Deutschland, Südkorea, den USA, auf dem Meer und im Fernsehen. Seit 2015 ist er hauptberuflich Mentalist und Zauberer, 2018 wurde er in Südkorea Vize-Weltmeister der Mentalmagie.

Schönster Beruf der Welt

Wenn man mit dem Ersten Vorsitzenden des Magischen Zirkels, Michael Schreiber, spricht, muss man aufpassen, was man sagt. Der 52-Jährige ist Großillusionist und kann Frauen verschwinden lassen. Aber wahrscheinlich klappt das nur mit seiner eigenen Frau Sylke. „Wenn die Leute einen mit strahlenden Augen angucken und sich fragen, wie das geht, ist das der schönste Beruf der Welt“, lacht der Markranstädter. Er stammt aus einer Zaubererfamilie und steht seit seinem zehnten Lebensjahr auf der Bühne.

Tricks sind kein Geheimnis

Magier können fertige Tricks kaufen, müssen sie sich nicht selbst ausdenken. Zweimal im Monat treffen sich die Leipziger Zauberer im Krystallpalast Varieté, um Tricks auszuprobieren. Mal werden Seilkunststücke auseinandergenommen, mal Kartentricks, mal Münzentricks, mal Streichholzschachteltricks. Immer wieder sind auch Profizauberer aus aller Welt zu Gast, zeigen ihre Kunststücke, geben Seminare. Allerdings: „Nur mal zu uns kommen, um zu erfahren, wie die Tricks der Ehrlich Brothers funktionieren – das läuft nicht“, stellt Schreiber klar. So ganz genau wissen das die Leipziger Magier übrigens auch nicht, aber sie haben eine Vermutung. Wer bei ihnen Mitglied werden will, muss erst eine theoretische und praktische Aufnahmeprüfung bestehen.

Das Ass im Ärmel

Die Magier sind bei ihren Auftritten normalerweise Einzelkämpfer. Zweimal im Jahr schwärmen sie jedoch im Dutzend mit ihren Zauberkoffern aus: Zur Magischen Dinnernacht im Mückenschlösschen kommen sie in der Gruppe, zeigen an den Tischen Close-up-Magie. Jeder hat mindestens eine Weste, meist ein Sakko an, um darin etwas verschwinden zu lassen. Fingerfertig lenken sie das Publikum ab – und dann holen sie das Ass aus dem Ärmel. Auf die Frage, wie es denn nun funktioniert, antworten sie: „Wenn Sie es wissen, ist der ganze Zauber futsch, dann sind Sie enttäuscht.“

Von Kerstin Decker

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