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Lokales Massiver Kindesmissbrauch in Leipzig: Haft und Sicherungsverwahrung
Leipzig Lokales Massiver Kindesmissbrauch in Leipzig: Haft und Sicherungsverwahrung
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18:48 06.12.2019
Lange Haftstrafe und anschließende Sicherungsverwahrung: Marko F., hier in Handschellen beim Prozess, muss für knapp hundert Fälle des Kindesmissbrauchs hinter Gitter. Quelle: Kempner
Leipzig

Er bleibt auf unbestimmte Zeit hinter Gittern: Ein 44-jähriger Leipziger ist vom Landgericht wegen vielfachen schweren sexuellen Missbrauchs zu acht Jahren Haft verurteilt worden. Zudem ordnete die 2. Strafkammer für den Angeklagten eine Sicherungsverwahrung an, teilte das Gericht mit. Damit bleibt er hinter Schloss und Riegel, nachdem er seine Freiheitsstrafe verbüßt hat – eine Maßnahme, um die Allgemeinheit vor gefährlichen Straftätern zu schützen.

Nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft soll Marko F. seine in den Jahren 2003 und 2009 geborenen leiblichen Töchter sowie die 2010 geborene Tochter einer Bekannten etliche Male missbraucht und seine Taten fotografiert haben. Über einen Zeitraum von zehn Jahren, von 2008 bis 2018, soll der Angeklagte die Mädchen gepeinigt haben, überwiegend in seinen damaligen Wohnungen in Leipzig-Grünau, wo die Mädchen regelmäßig übernachteten. Immerhin besaß Marko F. für seine Töchter das Sorgerecht, das dritte Opfer übernachtete an Wochenenden oder in den Ferien bei ihm.

Taten eingeräumt

Verurteilt wurde der gelernte Bürokaufmann und Elektroinstallateur wegen 96 Fällen – schwerer sexueller Missbrauch, Vergewaltigung, Herstellung kinderpornografischer Bilder. Demnach soll er die Kinder gezwungen haben, nackt zu posieren, um mit Kamera und Smartphone Aufnahmen vom Intimbereich zu machen. Immer wieder soll er sich dabei auch an den Kindern auf massive Weise vergangen haben.

Zum Prozessauftakt im Juni hatte der Beschuldigte über seinen Verteidiger Matthias Luderer die Mehrzahl der angeklagten Missbrauchsfälle eingeräumt. Die unzähligen Kinderporno-Dateien stammten demnach von ihm. Aufgrund der Menge sei jedoch eine Zuordnung zu Daten und Uhrzeiten schwierig. Bei einigen Fotodateien aus den Verfahrensakten war sogar unklar, welches Kind in dem konkreten Fall Opfer war.

Knast für Dateien

Um Kinderpornografie ging es auch in einem zweiten Missbrauchsprozess, der am Landgericht unter Ausschluss der Öffentlichkeit zu Ende ging. Angeklagt war der 47-jährige Ingo B., der versucht haben soll, sich ein zehnjähriges Mädchen zu kaufen, um es zu missbrauchen. Laut Anklage soll der Leipziger einen Mann aus Berlin kontaktiert haben, der seine Tochter für pornografische Aufnahmen angeboten hatte. Mit dem Vater der Zehnjährigen sei sogar schon ein erster Fototermin vereinbart gewesen, 80 Euro sollte der ledige Verwaltungswirt bezahlen, um sich an dem Kind vergehen zu können.

Ingo B. muss wegen kinderpornografischer Dateien ins Gefängnis. Quelle: Kempner

Laut Aktenlage wurde der Plan aber aufgrund eines Unfalls des Angeklagten nie in die Tat umgesetzt. Allerdings stellten Ermittler bei ihm Dateien mit kinderpornografischem Inhalt sicher. Am Ende verurteilten die Richter Ingo B. nach Gerichtsangaben wegen Verbreitung kinderpornografischer Schriften in zwei Fällen und dem Erwerb derartiger Dateien in 24 Fällen zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren.

Von Frank Döring

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