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Lokales Maues Jahr für den Eisvogel in Leipzig
Leipzig Lokales Maues Jahr für den Eisvogel in Leipzig
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20:31 27.02.2019
Wer ruhig und zu den erlaubten Zeiten durch den Floßgraben paddelt, stört den Eisvogel in aller Regel nicht beim Füttern seines Nachwuchses. Quelle: Patrick Moye/Foto: André Kempner
Leipzig

2018 war ein eher maues Jahr für Leipzigs heimliches Wappentier: den blau schimmernden Eisvogel. Doch immerhin fanden sich im Stadtgebiet zwölf Brutpaare zusammen, teilte Umweltbürgermeister Heiko Rosenthal (Die Linke) am Mittwoch mit.

13 Bruten im gesamten Auenwald

Ihnen gelangen 13 Bruten mit zumeist fünf bis sechs Küken. Keine Meisterleistung. Denn bekanntlich kommen die nur 40 Gramm leichten Flugkünstler, die sich vor allem von Kaulquappen und Fischen ernähren, in guten Zeiten auf zwei bis drei erfolgreiche Bruten pro Jahr. „Ein später Kälteeinbruch im März 2018 dürfte für das schlechte Ergebnis verantwortlich sein“, erklärte Jens Kipping. Der Ingenieur aus Taucha leitet seit Jahren im Auftrag der Stadt die wissenschaftliche Beobachtung der Eisvogel-Bestände.

Märzfrost führte zu Verlusten

Ein so dichtes Monitoring wie in Leipzig leiste sich bundesweit keine andere Stadt, lobte er. „Der Märzfrost führte vermutlich zu Verlusten und verursachte zudem einen sehr späten Brutbeginn, der 2018 erst im April lag.“ Eigentlich könnten die streng geschützten Wasservögel schon im Februar für den ersten Nachwuchs sorgen. „Wenn das Wetter so warm bleibt, wie es jetzt ist, dürften die Bestände schnell wieder anwachsen. Witterungsbedingte, natürliche Schwankungen sind normal.“

Höchste Eisvogel-Dichte in Sachsen

Bis 2016 nahm die Eisvogel-Population im Leipziger Auenwald beständig zu. Damals konnte Kipping einen Rekord von 19 Brutpaaren und 23 Bruten vermelden. Inmitten einer Großstadt gab es auf einmal die höchste Eisvogeldichte von ganz Sachsen. Doch schon 2017 hatten sich die Zahlen – ebenfalls vor allem aufgrund eines frostreichen Winters – etwa halbiert.

2018 sank die Zahl der Jungvögel auf unter 100, so der Fachmann. „Das deckt sich aber mit der Entwicklung im gesamten Freistaat. Das Osterzgebirge war erstmals wieder komplett leer gefegt.“

Nur noch ein Brutpaar am Floßgraben

Am Floßgraben, wo das Wasser besonders klar sei und daher günstige Bedingungen für die Fischjäger herrschen, brütete 2018 nur ein einziges Paar – das aber gleich zweimal im April und August. Die Elterntiere hätten eine Stammstelle nahe der Kläranlage Markkleeberg genutzt. 2017 konnten am Floßgraben noch zwei Brutpaare für fünf Bruten sorgen. 2016 waren es vier Brutpaare mit sechs Bruten.

Stand-up-Paddler stören Fütterung

Als störend für das Fütterungsgeschäft wirkten sich nach seinen Beobachtungen Stand-up-Paddler sowie große Schlauchboote aus, warnte Kipping. „Da fliegt der Eisvogel immer weg. Bei einem ruhigen Faltboot oder Kanu bleibt er oft sitzen.“

Die Stadt schränkt auch in diesem Jahr wieder die Nutzungszeiten des Floßgrabens von März bis September ein. Das Befahren ist dann nur für muskelbetriebene Boote erlaubt – und zwar in der Zeit von 11 bis 13, 15 bis 18 und 20 bis 22 Uhr. Ein jeweils 20 Meter breiter Streifen an beiden Ufern darf nicht betreten werden.

102 Verstöße gegen Sperrzeiten

Bei etlichen Kontrollen im letzen Jahr wurden 102 Verstöße gegen diese Regelungen registriert und meist mit 50 Euro Bußgeld geahndet, erläuterte Barbara Jirausch vom Umweltamt. 2017 seien es mit 85 Verstößen etwas weniger gewesen.

Von Jens Rometsch

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