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Lokales Median-Kliniken setzen auf Pfleger aus vier Ländern
Leipzig Lokales Median-Kliniken setzen auf Pfleger aus vier Ländern
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08:01 02.03.2019
Multinationales Team: Median-Vertreter und Pflegefachkräfte aus vier Ländern ziehen ein positives Zwischenfazit des Modellprojekts. Quelle: Foto: André Kempner
Leipzig

Im Frühjahr 2018 verließ Veronika Zisler das erste Treffen mit dezentem Kopfschütteln. „Träumt mal schön weiter“, dachte die Frau von der Arbeitsagentur Leipzig. Für sie schien das Vorhaben der Median Kliniken, Pflege-Fachkräfte aus dem Ausland in den deutschen Arbeitsmarkt zu integrieren, illusorisch, weil zu kompliziert. „Ich wurde eines Besseren belehrt“, sagte Zisler am Freitag beim öffentlich gezogenen Zwischenfazit im Ambulanten Gesundheitszentrum.

Fallstricke der Bürokratie

Im vergangenen Oktober startete der Geschäftsbereich Ost der bundesweit präsenten Klinikgruppe sein Modellprojekt, um einen Ausweg aus dem akuten Fachkräftemangel zu finden: Vier Pflegerinnen und zehn Pfleger aus Ägypten, Palästina, dem Sudan und Tunesien begannen ihre Anerkennungsmaßnahme im DPFA-Bildungszentrum; inzwischen sammeln sie praktische Erfahrungen an verschiedenen Klinik-Standorten. Die schwierigste Strecke lag laut Ost-Geschäftsbereichsleiter Klaus-Dieter Stocker am Anfang: Abstimmungen mit Arbeitsamt und Ausländerbehörde, Kampf um Einreisegenehmigungen und Gleichwertigkeits-Bescheide für die Anerkennung als Fachkraft – ein wirres Netz aus Fallstricken der Bürokratie. Und natürlich, so DPFA-Weiterbildungsleiter Stefan Hohmeister, sei es nach Ankunft der „Neuen“ zunächst nicht leicht gewesen, unterschiedliche Kulturen und Sozialisationen unter einen Hut zu bringen. Doch die anfängliche Scheu ist einer weiter wachsenden Vertrautheit gewichen.

„In Leipzig fühle ich mich wohl“

„Die ersten Wochen waren für uns schwer“, berichtet Esraa Bashir, die im Sudan ausgebildet wurde, „aber die Menschen hier sind sehr freundlich“. Sie durchläuft gerade in der Rehabilitationsklinik für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Orthopädie ihr Praktikum – zusammen mit Ola Mansour aus Ägypten, die ergänzt: „Wir sammeln jeden Tag neue wichtige Erfahrungen.“. Khaled Alshiqaqi aus Tunesien hat sich an das kühle deutsche Wetter und den manchmal schwierigen Dialekt schon gewöhnt, sagt er lächelnd. „In Leipzig fühle ich mich wohl. Wir hoffen, die Erwartungen an uns erfüllen zu können.“

Modellprojekt könnte Schule machen

Das hofft Klaus-Dieter Stocker ebenfalls, denn der Mangel an Personal ist so arg wie nie. „Das Gesundheitswesen hat bundesweit ein Riesenproblem“, konstatiert er. Um das zu beheben, investieren die Median-Kliniken und die Arbeitsagentur eine Menge Mittel. Das aktuelle Modellprojekt, das bis November läuft und letztlich in Arbeitsverträgen münden soll, könnte Schule machen.

Das Zwischenfazit jedenfalls ist positiv, auch Skeptikerin Veronika Zisler haben die ersten Monate überzeugt. „Ich bin froh, dass es Arbeitgeber gibt, die sich dieser Herausforderung stellen.“ Übrigens: Das Förderprogramm der Arbeitsagentur gilt genauso für Einheimische.

Von Mark Daniel

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