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Lokales Mehr Nachahmen, mehr Sympathie – Leipziger Forscher untersuchen soziales Mimikry
Leipzig Lokales Mehr Nachahmen, mehr Sympathie – Leipziger Forscher untersuchen soziales Mimikry
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23:02 06.11.2017
Quelle: Andre Kempner
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Leipzig

Das Nachahmen von Sprache und Gestik ist eine beliebte Strategie beim Flirten, denn dabei wird Sympathie geweckt. Das Gegenüber erkennt Gemeinsamkeiten und eine Verbindung. Doch die sogenannte soziale Mimikry passiert in der Regel unbewusst, allerdings mit dem gleichen Ziel: eine Beziehung zu anderen Menschen herzustellen. An der Universität Leipzig und der Freien Universität Berlin wurde untersucht, wie Menschen mit Mimikry umgehen und ihre Ergebnisse in der Fachzeitschrift „Psychological Science“ veröffentlicht.

Der Versuchsaufbau

Für die Untersuchung haben die Wissenschaftler 139 Versuchspersonen in gleichgeschlechtliche Gruppen von vier bis sechs Personen eingeteilt. Diese haben sich in kurzen Gesprächen kennen gelernt und wurden dabei von Kameras beobachtet. Nach dem Gespräch sollten die Versuchspersonen dann bewerten, wie sympathisch sie einander fanden. Die Forscher haben anhand der Videos das Nachahmungsverhalten untersucht.

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Die Ergebnisse

Das Experiment zeigt, dass nicht alle Menschen gleich viel nachahmen. Es scheint vielmehr von ihrer Persönlichkeit abzuhängen. Manche machen es kaum, während es andere besonders häufig nachahmen. Diese sogenannten sozialen Chamäleons wecken viel Sympathie bei ihren Gesprächspartnern. Anders herum gibt es jedoch keinen klaren Auslöser für soziale Mimikry. Scheinbar geht es dabei nur um die spezielle Dynamik zwischen zwei Menschen: Wenn einem der Gesprächspartner von Anfang an sympathisch erscheint, führt das häufig zur Nachahmung, um selbst sympathischer zu werden. So führt soziale Mimikry nicht nur zu höherer Beliebtheit, Menschen zeigen damit auch unbewusst, wen sie sympathisch finden.

thiko