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Lokales „Mehr Respekt und Autorität“ – Leipzigs Ordnungsdienst bekommt Hundestaffel
Leipzig Lokales „Mehr Respekt und Autorität“ – Leipzigs Ordnungsdienst bekommt Hundestaffel
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14:00 22.08.2019
Die Hundestaffel der Leipziger Polizei – hier Mantrailer Ralf Blechschmidt mit Bloodhound Hermine – bekommt bald Kollegen im Ordnungsamt der Stadt. Quelle: Foto: André Kempner
Leipzig

Der Ordnungsdienst der Stadt Leipzig soll bald eine eigene Hundestaffel bekommen. Im Jahr 2020 werde das Rathaus dafür vier Hundeführer einstellen. Das kündigte Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) an. Er verspreche sich durch die vierbeinigen Begleiter „mehr Respekt und Autorität“ für die Fußstreifen der Kommune, erläuterte Jung gegenüber der LVZ. Bei Kontrollen in Parks, Grünanlagen oder auf öffentlichen Plätzen könnten die Hunde auch das Sicherheitsgefühl der Mitarbeiter stärken. „Das ist vor allem nachts und in den Abendstunden sinnvoll.“

20 zusätzliche Ordnungshüter in diesem Jahr

Der Plan hänge mit dem aktuellen Ausbau des Stadtordnungsdienstes zusammen. „In diesem Jahr erhöhen wir die Zahl der dort tätigen Kolleginnen und Kollegen erneut – und zwar um 20“, sagte Jung.Insbesondere die seit Mai 2019 patrouillierende Fahrradstaffel aus sechs Ordnungshütern komme bei den Leipzigern „sehr gut an“.

Hundestaffel der Leipziger Polizei unterbesetzt

Eine Hundestaffel unterhält in der Messestadt bisher nur die Polizei. In einer Dienststelle neben dem Paunsdorf Center sind derzeit 23 Hundeführer und 22 Hunde für den gesamten Zuständigkeitsbereich der Polizeidirektion Leipzig tätig – laut Stellenplan müssten es eigentlich je 31 sein. Das berichtete Alexander Bertram von der Pressestelle der Polizei. Die tierischen Kollegen leben ansonsten bei ihren Hundeführern. Oft handelt es sich um Belgische Schäferhunde. Grund dafür: Neben einer Spezialisierung als Spürhund (der zum Beispiel Drogen, Sprengstoff, Brandmittel oder Personen erschnüffeln kann) müssten die Vierbeiner gemäß der sächsischen Vorschriften zugleich auch als Schutzhund einsetzbar sein. Dafür eigneten sich Belgische Schäferhunde gut.

Fünf Rettungsverbände unterstützten Arbeit

In Leipzig sind zudem fünf Rettungshunde-Staffeln von Vereinen und Verbänden ansässig. Sie unterstützen auch die Polizei bei der Suche nach vermissten Personen, übernehmen jedoch keine Aufgaben im Bereich Ordnung und Sauberkeit. Eine Multimedia-Reportage über die Arbeit der Hundestaffel bei den Leipziger Johannitern findet sich unter diesem Link.

Eigener Blog für Diensthunde der Stadt Dresden

Die Landeshauptstadt Dresden hatte bereits 2005 (als erste Kommune in Ostdeutschland) eine eigene Hundestaffel eingerichtet. Seit Mai 2019 unterhält diese sogar einen Blog auf der Internetseite des Dresdner Rathauses. Dort „erzählt“ der dienstälteste Hund Nick (vier Jahre, Belgischer Schäferhund) regelmäßig, was er bei seinen Kontrollgängen so alles erlebt – zum Beispiel bei der Durchsetzung eines Alkoholverbotes auf dem Amalie-Dietrich-Platz oder bei nächtlichen Visiten an den oftmals vermüllten Grillplätzen. „Wir haben mit den Hunden sehr gute Erfahrungen gemacht“, versicherte Karl Schuricht von der Pressestelle der Stadt Dresden. Gegenwärtig trete aber nur Nick zum Dienst an. Dessen vierbeiniger Kollege Maximus sei Ende 2018 „aus gesundheitlichen Gründen“ in den Ruhestand entlassen worden. Ein Nachfolger namens Buddy habe sich bei der Ausbildung in diesem Jahr als „leider ungeeignet“ erwiesen. „Im Idealfall haben wir also zwei Hunde, gegenwärtig nur einen“, sagte Schuricht.

Lautstarke Beschimpfungen bei Radtour

Für das Leipziger Ordnungsamt könnten indes bald vier Diensthunde unterwegs sein. Über die Details werde das Rathaus noch rechtzeitig informieren, versprach Jung am Rande einer Radtour mit dem Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) durch den Leipziger Westen.

Leipzig plant Kampagne für Respekt und Rücksicht

Obwohl sie die Straßenverkehrsordnung einhielten und eine Eskorte von der Fahrradstaffel der Polizei mitfuhr, wurden die 70 Teilnehmer der Tour zweimal durch andere Verkehrsteilnehmer beschimpft – weil diese etwas warten mussten, bis die Gruppe vorbei war. „Ich ertrage das nicht, wie hier angeschrien und beleidigt wird“, sagte der Oberbürgermeister schließlich. Die Aggressivität und ein wachsender Egoismus auf den Straßen habe sicher auch damit zu tun, dass Leipzig „dichter“ geworden sei. „In den letzten zehn Jahren sind rund 100 000 Einwohner und 50 000 Autos dazugekommen.“ Dennoch müssten Rücksichtnahme und Respekt, ein guter Umgang miteinander wieder selbstverständlich werden. Die Stadt plane zu diesem Thema „eine große Kampagne“, kündigte Jung an. Man wolle zugleich mehr kontrollieren und vor Ort Präsenz zeigen. Offenbar auch mal die Zähne, um auf die Hundestaffel zurückzukommen.

Von Jens Rometsch

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