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Lokales Mehr Todesfälle in Leipzig – Sachsen mit höchster Sterblichkeit seit 40 Jahren
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Mehr Tote in Leipzig - Sachsenweit so viele Todesfälle wie seit 40 Jahren nicht

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19:59 21.01.2021
Mehr Unterstützung für Senioren über 80 Jahren wünscht sich die linke Fraktion im Leipziger Stadtrat. Der Anstieg der Todeszahlen in Sachsen sei dramatisch.
Mehr Unterstützung für Senioren über 80 Jahren wünscht sich die linke Fraktion im Leipziger Stadtrat. Der Anstieg der Todeszahlen in Sachsen sei dramatisch. Quelle: epd
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Leipzig

Im vergangenen Dezember sind in Leipzig etwa ein Viertel mehr Menschen gestorben als im Vorjahresmonat. Das geht aus einer Anfrage der Leipziger Linksfraktion im Stadtrat hervor. In der Antwort der Stadtverwaltung heißt es, für den Dezember 2020 seien 971 Sterbefälle in der Messestadt bekannt. 2019 seien es 709 gewesen. Allerdings führe das Gesundheitsamt keine Statistik über die Todesursache.

Auch sachsenweit starben im Dezember mehr Menschen als in den vergangenen Jahren – und zwar so viele wie seit mindestens 40 Jahren nicht. Laut Statistischem Landesamt in Kamenz wurden für den Dezember 2020 insgesamt 9684 Todesfälle registriert. Das sind fast doppelt so viele wie im gleichen Monat 2019 (4937). Eine ähnlich hohe Sterblichkeit innerhalb eines Monats hatte es nur im Dezember 1986 gegeben (8504).

Linke wollen Impf-Hilfe für Senioren

„Die Zahl der täglichen Sterbefälle stieg im November bereits auf 205 und erhöhte sich im Dezember auf 312. Der höchste Wert wurde am 23. Dezember 2020 mit 373 Gestorbenen erreicht", so die Angaben aus Kamenz. Erst seit 1980 wertet die sächsische Behörde Sterbefälle statistisch aus, seitdem war es der höchste Wert in einem Dezember.

Angesichts deutlich angestiegener Todeszahlen in Sachsen fordert der Vorsitzende der Leipziger Linken, Sören Pellmann, mehr Impf-Unterstützung für Senioren. Es gebe viele ältere Menschen, die sich nicht aktiv im Internet informieren könnten, Unterstützung bei Terminbuchung und Transport benötigten oder mit der Situation überfordert seien, teilte Pellmann am Donnerstag in Leipzig mit. Die Stadt Leipzig müsse nach dem Vorbild Berlins rund 41.000 Senioren über 80 Jahren direkt und gezielt per Brief über die Impfung informieren.

Von liko