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Lokales Menschen mit Behinderung werden zu Hochschullehrern ausgebildet
Leipzig Lokales Menschen mit Behinderung werden zu Hochschullehrern ausgebildet
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19:57 21.08.2019
Bildungsexperten unter sich: Steffen Martick, Sebastian Wessel, Ministerin Eva-Maria Stange, Projektleiterin Saskia Schuppener, Frank Pöschmann, Uni-Rektorin Beate Schücking und Maria Naumann (von links). Quelle: André Kempner
Leipzig

Eigentlich ist es eine naheliegende Idee. Wer weiß über die Tücken der Teilhabe, der Inklusion, aber auch der Stoffvermittlung besser Bescheid als beispielsweise Maria Naumann, Tom Hoffmann, Sebastian Wessel, Steffen Martick und Frank Pöschmann? Wer wäre also geeigneter, künftige Lehrer in ihrem Studium über die Besonderheiten zu unterrichten, die sie im späteren Berufsalltag bei Schülern mit Behinderung erwarten als die fünf jungen Menschen, die selbst in dieser Schublade stecken?

Trotzdem ist das inklusiveProjekt „QuaBiS“ (Qualifizierung von Bildungsfachkräften in Sachsen) an der Universität Leipzig und an der Technischen Uni Dresden, dasSachsens Wissenschaftsministerium drei Jahre lang mit 1,43 Millionen Euro unterstützt, fast einzigartig in Deutschland: Seit Mai werden insgesamt zwölf Betroffene zu „Bildungsfachkräften“ ausgebildet, um Seminare und Vorlesungen für Studenten anbieten zu können. Vorbild ist ein ähnliches Vorhaben in Schleswig-Holstein.

Seminar über „Sexualität und Behinderung

„Das Projekt ist ein Beispiel, das Schule machen sollte“, findet die sächsische Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange (SPD), die sich am Mittwoch in Leipzig mit den künftigen Bildungsfachkräften ausgetauscht hat. „Studierende im Lehramt hatten in ihrer eigenen Schulzeit oftmals nie Kontakt zu Menschen mit Beeinträchtigungen, weil Inklusion lange kein Thema war.“

Tom Hoffmann sitzt im Rollstuhl. Seinen Computer bedient der 28-Jährige mit den Augen, sein Handy mit der Nase. Seine Seminare darüber, wie er sich Inklusion vorstellt, sind bestens besucht. Maria Naumann, 31, unterrichtet angehende Ärzte über ihr eigenes Krankheitsbild – Hydrozephalus – und bereitet zudem ein Seminar über „Sexualität und Behinderung“ vor. Früher arbeitete sie in einer Behindertenwerkstatt. „Aber da fühlte ich mich fehl am Platz“, sagt sie. „Wer von solchen Menschen wie uns hat schon die Chance auf eine Stelle im ersten Arbeitsmarkt?“ Sie selbst möchte diese seltene Gelegenheit ergreifen, fügt sie mit fester Stimme hinzu.

Von Mathias Wöbking

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