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Lokales Mercateo verlegt Firmensitz nach Leipzig – Neubau in der City
Leipzig Lokales Mercateo verlegt Firmensitz nach Leipzig – Neubau in der City
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23:15 18.12.2019
Erster Entwurf für die neue Firmenzentrale: Mercateo will an der Ecke Johannisgasse / Nürnberger Straße einen Neubau für bis zu 600 Mitarbeiter errichten.  Quelle: KLM-Architekten / OFB Projektentwicklung
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Leipzig

Hochkarätiger Ansiedlungserfolg für Leipzig: Das Online-Großhandelsunternehmen Mercateo will seinen Hauptsitz von München nach Sachsen verlegen und in der Innenstadt eine neue Firmenzentrale errichten. Für 44 Millionen Euro soll an der Ecke Johannisgasse / Nürnberger Straße neben der Zentrale der Leipziger Wasserwerke bis 2022 ein Neubau für bis zu 600 Mitarbeiterentstehen. Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) sprach bei der Verkündung der Pläne am Mittwoch von einem „Sechser im Lotto“.

Mercateo ist nach eigenen Angaben der in Europa führende Betreiber von Online-Beschaffungsplattformen für derzeit 1,5 Millionen Geschäftskunden. Das im Jahr 2000 gegründete Unternehmen unterhält B2B-Plattformen mit 24 Millionen Artikeln von 16.400 Herstellern. Es hat Niederlassungen in Köthen und seit 2011 auch in Leipzig, wo am Neumarkt 220 der 580 Mitarbeiter ihren Sitz haben. In den kommenden fünf Jahren will die Gruppe auf insgesamt rund 850 Mitarbeiter wachsen – ein Großteil davon soll in der Messestadt arbeiten.

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Leipzig „international hoch interessanter Standort“

Leipzig erhofft sich davon neue Gewerbesteuereinnahmen im Millionenbereich. OBM Jung sprach von „gut bezahlten Jobs“, die im Herzen der Stadt entstehen und der IT-Branche der Stadt mit derzeit 13.900 Beschäftigten weiteren Aufschwung geben. „Durch die Mercateo Gruppe siedelt sich ein überproportional wachsender Unternehmensverbund an, der dem gesamten Wirtschaftszweig maßgeblich Auftrieb verleihen wird“, so Jung.

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Mercateo verlegt nicht nur den Hauptsitz der Konzernmutter Mercateo Beteiligungsholding AG nach Leipzig, sondern auch den des Tochterunternehmens Unite Network AG. „Leipzig passt hervorragend zu unseren Unternehmenswerten und ist ein auch international hoch interessanter Standort“, erklärte Mercateo-Vorstand Peter Ledermann die Entscheidung. Begleitet wurde die Suche nach einer neuen Firmen-Heimat durch BNP Paribas. Der Konzern habe sich bewusst für ein Grundstück im Zentrum Leipzigs entschieden, um sich „der Stadt zu öffnen und so einen Nutzen für alle zu erzeugen“, so Ledermann.

Verkündeten den Coup für Leipzig (von links): René Strauß (OFB), OBM Burkhard Jung, Peter Ledermann (Mercateo) und Wirtschaftsbürgermeister Uwe Albrecht. Quelle: Andre Kempner

Öffentliches Bistro und neue Tiefgarage geplant

Der neue Firmensitz soll in Teilen der Öffentlichkeit zugänglich sein und ein Bistro sowie eine Tiefgarage erhalten. Diese soll die Parkplätze ersetzen, welche sich bislang auf der Fläche befinden. Das Areal, das der Stadt Leipzig gehört, wurde im Konzeptverfahren mit Erbbaurecht ausgeschrieben. Bedingung sei gewesen, dort ein Unternehmen anzusiedeln, so Leipzigs Wirtschaftsbürgermeister Uwe Albrecht (CDU). Wenn der Stadtrat zustimmt, soll im ersten Quartal 2020 der Grundstücksvertrag unterzeichnet werden. Anschließend sind archäologische Grabungen geplant.

Bauherr des Gebäudes wird die OFB Projektentwicklung GmbH aus Frankfurt/Main, die in Leipzig schon das Bernstein-Carré am Bildermuseum errichtete. Das energetisch optimierte Bürogebäude mit Gründach soll neuartige Arbeitsplatzgestaltungen sowie eine direkte Anbindung an E-Bikes und weitere Sharing-Angeboten erhalten. René Strauß vom Projektentwickler OFB verspricht eine „maßgeschneiderte Immobilie“, auf die sich die Mercateo-Mitarbeiter freuen könnten.

Von Jens Rometsch und Robert Nößler