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Lokales Aktueller Wohnungsreport: So teuer/günstig wohnt es sich in Leipzig
Leipzig Lokales Aktueller Wohnungsreport: So teuer/günstig wohnt es sich in Leipzig
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14:52 05.03.2019
Die Haushaltsnettoeinkommen sind in Leipzig in den vergangenen Jahren deutlich schneller gestiegen als die Wohnkosten. In zehn der 63 Ortsteile sind die Mieten sogar leicht gesunken – vor allem in den nördlichen, industriereichen Gebieten. Quelle: Andre Kempner
Leipzig

Wie am Dienstag angekündigt, hat die Leipziger Stadtverwaltung nun ihren neuen „Monitoringbericht Wohnen“ veröffentlicht. Das 47-seitige Papier enthält einige Überraschungen. Zum Beispiel, dass die Wohnkostenbelastung der Bürger in den letzten Jahren nicht gestiegen sei. Vor allem im industriereichen Norden sind die Bestandsmieten sogar gesunken. Hier die wichtigsten Inhalte des Reports:

Mietbelastung: Von 2012 bis 2017 ist das Haushaltsnettoeinkommen in Leipzig um 367 Euro pro Monat auf 1767 Euro gestiegen (plus 26,2 Prozent). Im gleichen Zeitraum legten auch die durchschnittlich gezahlten Mieten zu: von 5,15 Euro kalt pro Quadratmeter auf 5,62 Euro (plus 9,1 Prozent) – beziehungsweise mit allen Betriebskosten von 7,20 Euro auf 7,77 Euro warm (plus 7,9 Prozent). Folglich ist der Anteil, den die Leipziger von ihrem Einkommen für die Wohnkosten abzwacken mussten, in den sechs Jahren gesunken, stellt der Bericht fest. 2016 und 2017 sei die Mietbelastung unverändert geblieben: Sie habe 30 Prozent (warm) beziehungsweise 21 Prozent (kalt) betragen. Werte von über 30 Prozent warm gelten bei Wissenschaftlern als problematisch.

Größere Unterschiede: Jedoch verläuft die Entwicklung in den Stadtteilen immer unterschiedlicher. Im Zentrum legten die tatsächlich gezahlten Bestandsmieten von 2012 bis 2017 kräftig zu – meist um 1,00 Euro bis 1,50 Euro pro Quadratmeter, was etwa 20 Prozent entsprach. Dies galt auch für den äußersten Leipziger Osten mit Mölkau, Engelsdorf, Baalsdorf sowie Althen-Kleinpösna. Hingegen ergaben Daten aus den kommunalen Bürgerumfragen, dass die Bestandsmieten in zehn der 63 Ortsteile im gleichen Zeitraum gesunken sind – und zwar deutlich in Wiederitzsch, Seehausen, Plaußig-Portitz, zudem leicht in Lindenau, Lützschena-Stahmeln, Grünau-Ost, Grünau-Nord, Lausen-Grünau, Mockau-Nord und überraschenderweise auch in Probstheida. Mieten sinken meist nur dann, wenn es für freie Objekte kaum Interessenten gibt.

Teure Neubauten: Der Leipziger Wohnungsmarkt lässt sich inzwischen in zwei Kategorien unterteilen, die weitgehend unabhängig voneinander existieren. Die eine umfasst die Masse der 337 000 Wohnungen in der Stadt – davon sind elf Prozent Eigenheime. In den bestehenden Gebäuden werden die Bestandsmieten gezahlt – und zwar die niedrigsten mit durchschnittlich 4,30 Euro kalt pro Quadratmeter im Plattenbaugebiet von Paunsdorf.

Daneben hat sich in den letzten Jahren ein Neubausegment mit deutlich höheren Preisen entwickelt. Zwar lag die offizielle Zahl der Baufertigstellungen für 2017 nur bei 1654 Wohnungen (weniger als in den Vorjahren). Doch da viele Bauherren sich nicht die Mühe machten, jede Fertigstellung zu melden, geht das Rathaus von rund 3000 zusätzlichen Wohnungen aus.

Bei den Neubauwohnungen, die nach 2005 entstanden, verlangen die Eigentümer inzwischen Kaltmieten von 7,90 bis 11,80 Euro – also Werte deutlich über den Bestandsmieten. Erstmals zog die Spitzenmiete 2017 aber nicht mehr weiter an. Die hohen Preise in Neubauten schlagen sich vor allem in den sogenannten Angebotsmieten nieder. Angebotsmieten werden aus allen Inseraten für freie Wohnungen in einem Jahr ermittelt.

Gewaltige Pläne: Von 2012 bis 2017 hat Leipzig rund 32 000 Haushalte hinzugewonnen. Den sofort vermietbaren Leerstand schätzt die Kommune nun auf unter 7000 Wohnungen. Damit keine Engpässe entstehen, sollen über 15 000 Wohnungen gebaut werden. Die größten Projekte mit über 500 Wohnungen sind: Kasernen in Gohlis/Möckern, nahe Krätzbergstraße in Plaußig-Portitz, nahe Paunsdorf Center, südlich Leipziger Straße in Böhlitz-Ehrenberg, Eutritzscher Freiladebahnhof, westlich Hauptbahnhof, rings ums Krystallpalast-Areal, Lindenauer Hafen, Bayerischer Bahnhof, Ex-Krankenhaus Dösen.

Soziale Probleme: Mit 1025 Fällen wurde 2017 auch ein trauriger Rekord bei Zwangsräumungen aufgestellt. Die Mietkostenbelastung liegt für Alleinerziehende, Arbeitslose und alleinlebende Rentner oft besonders hoch. Teil des Problems ist, dass 54 Prozent der Haushalte in Leipzig aus nur einer Person bestehen: Es fehlen kleine Wohnungen. In der Folge stieg die durchschnittliche Wohnfläche pro Kopf jüngst um einen auf 46,2 Quadratmeter. Ein großes Problem für Bedürftige sind zudem die sehr niedrigen Sätze bei den Kosten der Unterkunft (KdU). Die Zuschusshöhe hängt dort vom Vergleichswert im Mietspiegel ab. Für den aktuell in Leipzig gültigen „Mietspiegel 2016“ wurden die Daten 2015 erhoben. Damals begannen die Mieten gerade erst, deutlich nach oben zu drehen.

Von Jens Rometsch

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