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Lokales Ministerpräsident Kretschmer lobt Arbeit der Leipziger Tafel
Leipzig Lokales Ministerpräsident Kretschmer lobt Arbeit der Leipziger Tafel
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09:01 17.06.2019
Plausch mit dem Tafel-Team: Ministerpräsident Michael Kretschmer (l.) mit Werner Wehmer und Steffi Naumann in der Ausgabestelle Jordanstraße. Quelle: Foto: Christian Modla
Leipzig

Zwei sehr verschiedene Themen tauchen aktuell wiederholt in Medien auf: das Containern und der Wahlkampf. Einerseits also die Diskussion darüber, ob Menschen verwertbare Waren aus Mülltonnen einsammeln dürfen – und andererseits, für wen man sein Kreuz zum Landtagswahltermin machen soll.

Auf Einladung des Tafel-Chefs

Am Freitag wurde die Ausgabestelle Jordanstraße der Leipziger Tafel quasi zum Knotenpunkt beider Bereiche. Kurz vor seinem Termin beim Bachfest nahm Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) eine schon im vergangenen Herbst ausgesprochene Einladung von Tafel-Chef Werner Wehmer wahr. Ein Ort, den durchaus auch Wähler aufsuchen, denen aus Geldnot das Containern nicht fremd ist.

„Bedürftige sollten nicht containern“

Der Ministerpräsident sieht das Sammeln aus Mülltonnen mit Skepsis. Für ihn gilt es zu differenzieren: „Bedürftige sollten niemals auf das Containern angewiesen sein, sondern die Tafel aufsuchen. Es gibt aber auch eine Gruppe, der es finanziell gar nicht so schlecht geht und das Ganze eher aus sportlicher Sicht betreibt. Durch sie und die Berichterstattung entsteht momentan ein regelrechter Hype darum.“

„Mit Vorsicht zu genießen“

Werner Wehmer sieht den umstrittenen Trend keineswegs als Konkurrenz zu seiner Einrichtung, warnt aber vor mangelnder Hygiene. „Wir bekommen ja die Lebensmittel, die definitiv noch verwertbar sind, direkt von den Märkten geliefert“, sagt er. „Essbares kann man sicher auch in den Containern finden, das meiste jedoch ist buchstäblich mit Vorsicht zu genießen, da es nicht mehr sachgerecht gekühlt wurde.“

Respekt vor der Arbeit

Mehrfach betont Sachsens Ministerpräsident seinen Respekt vor Wehmers Team aus Ehrenamtlichen. „Ihr macht hier eine bewundernswerte Arbeit“, bemerkt er anerkennend. Im Tafel-Laden scherzt Steffi Naumann, seit sieben Jahren engagierte Helferin mit Herz: „Ohne Marke kriegen Sie hier aber nichts, Herr Kretschmer!“ Der lacht und erkundigt sich nach den Aufgaben der Mannschaft – vom Abholen der gespendeten Waren über das Aussortieren, den Aufbau und die Lebensmittel-Ausgabe an die Kunden.

Sozialer Austausch

Die Leipziger Tafel versorgt in sieben Ausgabestellen rund 15 000 Bedürftige. Bundesweit ist die Tafel ein großes Unternehmen geworden; ein wichtiger Versorgungspunkt für Arme in einem Land, das einen Finanzüberschuss von 11,2 Milliarden Euro verzeichnet. Ein Versagen der Politik, merken Kritiker immer wieder an. „Es gibt leider Dinge, die Politik nicht leisten kann“, gibt Kretschmer zu. „Man muss dazu auch bedenken, dass viele Menschen aus unterschiedlichen Gründen kein Amt aufsuchen, um Hilfe zu beantragen; für sie ist der Weg zur Tafel der leichtere. Er ist auch als Ort zum sozialen Austausch wichtig.“

Beim nächsten Mal mehr Zeit

Nach knapp 20 Minuten muss der 44-Jährige weiter, der Termin beim Bachfest sitzt im Nacken. Kretschmer lässt das Versprechen zurück, sich beim nächsten Mal mehr Zeit zu nehmen. Wahlkampf hin oder her, Werner Wehmer freut sich über die ministerielle Aufmerksamkeit für seine Tafel. „Er hat ehrliches Interesse gezeigt und ist kein Schaumschläger“, so sein Resümee.

Die Tafel ist auf der Suche nach weiteren Ehrenamtlichen. Wer Interesse hat, meldet sich per Mail an kontakt@leipziger-tafel.de oder telefonisch unter 0341 6898481 (Montag bis Donnerstag ab 9.30 Uhr)

Von Mark Daniel

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